Kolumne: Ferdinand Hugentobler

«How to Bundesrat?!»

Ferdinand Hugentobler aka «Hamster» überrascht die Schweiz als Bundesrats-Sprengkandidat in der neuen Swisscom-Webserie. Doch wer ist der politische Nobody? In seiner Kolumne gibt er exklusiv Einblick in sein Privatleben und erläutert erstmals seine politischen Ziele.

Ferdinand Hugentobler, 14. Juni 2017

Boooahhhhh ... that’s so fucking crazy. Ich – Ferdinand «Hamster» Hugentobler – bin seit ein paar Tagen Bundesrat. Seit der Wahl am letzten Mittwoch steht mein Leben Kopf. Und ich ... na ja, ich steh mittendrin und weiss grad nicht, wie ich meinen Flow wiederfinden kann. Selbstfindungsseminar? Hatha-Yoga? Detox-Kur? Oder vielleicht einfach so:

 

 

 

 

Weil, das ist für mich im Moment «real life». Und mein «old life» ist jetzt einfach so weg. Kein gemütliches Ausschlafen mehr. Kein zärtliches Greifen nach dem buttergetränkten Gipfeli, um es lustvoll an meine Lippen zu führen und langsam in den Tag zu starten. Kein Pinselstrich, der mich eine Brücke zu kreativen Regenbögen schlagen lässt ...

 

Hamster hier, Hamster da, Hamster trallalla ... irgendwelche Dudes und Dudettes tänzeln gefühlte 24 Stunden um mich rum und wollen ständig was von mir. Wobei. Moment. Nicht alle nerven total. NICOLE. Sie ist so heiss wie die Glut des Feuers. So zart wie ein perfektes Angussteak. So anmutig wie Mona Lisas Lächeln. Perfekte Strichführung halt. Und sie ist meine persönliche Assistentin. Da hat sich dieser Verein tatsächlich was überlegt. Weil überlegen muss ich seit meiner Wahl nur noch eins: Wie funktioniert das jetzt schon wieder mit dieser «Etikette»?

 

 

Hamsters persönliche Assistentin Nicole.

Bundesräteln ist ein Kraftakt. Ich frage mich, ob es einfacher wäre, wenn ich einfach ich selbst bleibe.

Ich habe echt keine Ahnung, wie ich mich zwischen all den seriösen Politikern benehmen soll. Der Kurze mit der Brille, die Spassbremse eben, sagt immer, dass sich jetzt für mich alles verändern wird und dass ich mich richtig benehmen muss. Das macht mir ehrlich gesagt auch ein bisschen Angst. Vielleicht gibts ein «How to Bundesrat»-Video auf YouTube?

 

 

 

 

Puuh, ich sag euch, Amigos: Bundesräteln ist ein Kraftakt.
Ich frage mich, ob es einfacher wäre, wenn ich einfach ich selbst bleibe. Immerhin hat mich der Daddy vom Aktmaler-Dude mit der Baguettevorliebe in die Politik geholt, um eben da mal gehörig
aufzuwirbeln.

 

Vielleicht sollte ich diese steife Pose, diese ausgetrocknete Wüste, als jungfräuliches Gemälde sehen. Es möchte berührt werden und gute Vibes fühlen (yeah Bobby – I wanna love you and treat you right ...). Und jetzt kommt Hamster mit huere viel Farbe und malt das Gemälde bunt an. Kreativer Regenbogen.

 

Zumindest sind meine Homies immer für mich da, um mich durch diese anfänglichen Turbulenzen zu bringen – darauf verwette ich meine Limousine, den Burgerladen-Besuch, meinen Mahagoni-Bundesratstisch und meine geliebte Prix-Garantie-Unterwäsche.

 

Die nächste Kolumne widme ich deshalb meinen Homies. Crew Love. FOREVER.

 

Peace & Love
Euer Hamster

 

PS: Shit. Schon wieder vergessen, euch zu erzählen, wieso mich meine Homies «Hamster» nennen. Das hole ich in der nächsten Kolumne nach.

 

Als überraschender Bundesrats-Sprengkandidat schreibt Ferdinand Hugentobler aka Hamster exklusiv über seine ersten Schritte auf dem politischen Parkett und die Hintergründe.

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Wer und was ist «Hamster»?

«Hamster» ist eine vierteilige Webserie. Neue Folgen erscheinen ab dem 7. Juni 2017 jeden Mittwoch auf watson.ch. Die Serie wurde von Swisscom produziert. Regie führt David Constantin, den ersten «freshsten» Bundesrat der Schweizer Geschichte spielt Silvio Lang.

 

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