Digitale Helfer im Touristen-Alltag

Im Härte-Test: Übersetzungs-Apps

Was taugen Übersetzungs-Apps im Touristen-Alltag? Wir haben in Zürich Touristen in ein Gespräch zu verwickeln versucht – mit den Apps als Übersetzer.

Michael Frischkopf (Text), Lars Badertscher (Film), aktualisiert am 2. September 2016

Übersetzungs-Apps funktionieren alle nach demselben Muster. Du wählst die Ausgangssprache und die Zielsprache. Tippst auf das Mikrofonsymbol. Sagst die zu übersetzenden Worte (zum Beispiel «Wie gefällt es Ihnen in der Schweiz?»). Nach wenigen Sekunden spricht eine wohlklingende Computerstimme deine Worte in der Zielsprache. Dein Gegenüber antwortet nach dem gleichen Ablauf.

 

Soweit die Theorie. Doch funktioniert das auch in der Praxis?

 

 

Die Übersetzungs-App bricht das Eis

 

Eine erste Touristengruppe schlendert vorbei. Das müssen Chinesen sein. Ich wähle als Zielsprache Mandarin. Die Übersetzungs-App von Google «Google Übersetzer» bricht für mich das Eis. Mein «Hallo mein Name ist Michael» jedenfalls wird erwidert, und Smalltalk entwickelt sich. Wir staunen alle. Unterschiedlicher könnten unsere Sprachen nicht sein, und trotzdem versteht man sich einigermassen. So muss sich Captain Kirk vom Raumschiff Enterprise bei der Kontaktaufnahme mit den Klingonen gefühlt haben. Noch mehr staune ich, als einer der Chinesen beginnt, Italienisch zu sprechen. Und mich dann auf Englisch auffordert, doch mit ihm via Übersetzungs-App Italienisch zu sprechen. Ich suche hektisch die neue Zielsprache. Kommt mir grad alles etwas spanisch vor. Irgendwann zieht die Touristengruppe weiter. Ich bin ehrlich begeistert. Wir haben uns unterhalten, und zwar deutlich mehr als einfach nur «der Spur nach».

 

 

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Übersetzungs-Apps als Hilfsmittel: Dialog mit Menschen aus der ganzen Welt.

 

 

Mal schauen, wie gut die App «Sprechen & Übersetzen» denselben Job meistert. Wir sprechen ein weiteres chinesisch aussehendes Touristenpaar an. Die Frau – sie heisst Helen – antwortet auf Englisch, weil aus Kanada. Zum Glück verstehe ich Englisch und damit auch Helen. Ich ändere die Zielsprache. Doch die Vorschläge der Übersetzungs-App stiften ziemliche Verwirrung. Ich versuche, deutlicher zu sprechen. Helen versucht, deutlicher zu sprechen. «Was hat es vorhergesagt?», meint die App. Helen und ich schauen uns in die Augen. Wir verstehen uns. Nicht.

 

 

Aus «Italien» macht Google «Genitalien»

 

Je mehr Gespräche wir führten – oder eben nicht führten –, umso deutlicher schälten sich die Vor- und Nachteile der Übersetzungs-Apps heraus. Gut: Viele Apps bieten standardisierte Sätze an wie «Ich möchte gerne ein Hotelzimmer mit Toilette», und das sind nützliche Features, wenn die Weltsprache Englisch versagt. Schlecht: Konversationen führt man auf eigene Gefahr. Beim erwähnten Chinesen, der gerne mit mir Italienisch parlieren wollte, spuckte die App «Google Übersetzer» prompt statt «Italien» das schlüpfrige «Genitalien» aus.

 

Babylonisches Sprachwirrwarr: die Übersetzungs-Apps Sprechen & Übersetzen und iTranslate Voice.

 

 

Und dann gab es ja noch den Chinesen an der Limmat auf Fotosafari. App: «Translator» von Microsoft. Übersetzungsleistung: lustig. Schon nach wenigen Wortwechseln ist klar, dass höchstens ein Dialog der Spur nach möglich wird. Hat uns aber nicht davon abgehalten, mehrere Minuten lang in einer absurden Konversation aneinander vorbeizureden. Ehrlich: Zelten Zoo gelacht.

 

 

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Diese 5 kostenlosen Apps hat Storys für Sie getestet:  
 
Empfehlenswert:

«Google Übersetzer» für iOS und Android.

 

Nützlich:

«Translator» von Microsoft für iOS und Android.

 

«iTranslate» von Sonico für iOS und Android.

 

«Sprechen & Übersetzen» von Apalon Apps für iOS.

 

Ungenügend:

«Translator & Dictionary Pro for everybody» von Tran Slate für iOS.