Drohnen: Was ist erlaubt, was nicht?

Sorgenfreier Spass mit Drohnen

Ferngesteuerte Drohnen sind beliebt. Wer sich beim Fliegen nicht strafbar machen will, muss eine Handvoll Regeln befolgen.

Hansjörg Honegger (Text), 11. April 2016

Die Luftaufnahmen sind fantastisch: Berge, Seen, Städte – alles in bester Qualität, gestochen scharf und hochaufgelöst. Was vor zehn Jahren noch mit grossem technischem Aufwand und horrenden Kosten verbunden war, kann heute jeder Hobbyfilmer mit Hilfe einer Drohne selbst drehen und das Resultat mühelos ins Internet stellen.

 

Schon relativ günstige Drohnen ab rund 200 Franken sind in der Lage, eine Digitalkamera mitzuführen, ferngesteuert Bilder zu schiessen und Videos zu drehen. Teurere Modelle ermöglichen sogar einen Live-Stream der Aufnahmen auf entsprechende Internetseiten.

Bei Luftaufnahmen bewegt sich der Hobbypilot rechtlich auf dünnem Eis.

Aber: Wer ein solches Fluggerät benutzt, sollte sich über die rechtlichen Einschränkungen im Klaren sein. Gerade bei Luftaufnahmen bewegt sich der Hobbypilot unter Umständen rechtlich auf dünnem Eis. Geregelt ist der Einsatz von Drohnen einerseits im Datenschutzgesetz und andererseits in den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zivilluftfahrt.

 

 

Brauche ich eine Bewilligung?

 

Grundsätzlich bewilligungspflichtig sind Drohnen, die über 30 Kilogramm wiegen. Die Gefahr, die von schweren Drohnen ausgeht, lässt sich eindrücklich an einem Vorfall illustrieren, der sich im Dezember 2015 am Weltcup-Slalom in Madonna di Campiglio ereignete. Damals verfehlte eine abstürzende Fernsehdrohne Marcel Hirscher nur knapp und zerschellte unter Getöse auf der Piste.

 

 

Die schwere Kamera-Drohne zerschellt direkt hinter Marcel Hirscher.

Video: Youtube/Maximilian Pruckner

 

 

Ebenfalls eine Bewilligung brauchen Drohnenflüge über Menschenmengen. «Menschenmenge» wird definiert mit «mehrere Dutzend Menschen oder mehr auf engem Raum». Kann der Drohnenpilot zu seinem Fluggerät nicht ständig direkten Augenkontakt haben, braucht er eine Bewilligung. Der Einsatz von Videobrillen oder Feldstechern zählt ausdrücklich nicht als direkter Blickkontakt. In diesem Fall braucht es einen zweiten Piloten, der das Fluggerät überwacht und jederzeit eingreifen kann.

 

 

Flugplätze sind tabu

 

Eine Bewilligung beim Bundesamt für Zivilluftfahrt einzuholen, kann sehr schnell richtig ins Geld gehen, wie das BAZL selbst warnt. Das Prozedere ist sehr aufwendig und kann sich über Monate hinziehen. Für Hobbyfilmer kommt das kaum in Frage.

Für Drohnenflüge gibt es zumindest eine sehr klare Restriktion: Im Umkreis von fünf Kilometern um eine Flugpiste ist der Einsatz generell verboten. In der Nähe von Flugplätzen gelten diverse Einschränkungen (z. B. bezüglich der Flughöhe).

 

 

Vermeintliche Beute: In Australien holt ein Adler eine Drohne vom Himmel.

Video: Youtube/Melbourne Aerial Video

 

 

Was darf ich fotografieren?


Sobald mit Hilfe der Drohne gefilmt oder fotografiert wird, kommt das Datenschutzgesetz zum Zug. Grundsätzlich gilt: Niemand darf ohne seine Einwilligung fotografiert oder gefilmt werden, sofern er oder sie auf der Aufnahme erkennbar ist. So braucht es ausdrücklich die Bewilligung des Besitzers, sollte beispielsweise ein Privatgarten überflogen werden oder die Drohne entlang von Fenstern eines Hauses fliegen.

 

Dies gilt auch, wenn beispielsweise ein Makler Luftaufnahmen von einer Immobilie macht, die er zum Verkauf ausschreiben möchte. Gefilmte Personen müssen auch ausdrücklich darüber informiert werden, wenn die Bilder irgendwo gespeichert oder gar veröffentlicht werden. Die gespeicherten Daten müssen gemäss dem Datenschutzgesetz vor fremden Zugriffen angemessen geschützt werden.

 

 

Die wichtigsten Regeln auf einen Blick:


•    Drohnen von über 30 kg benötigen eine Bewilligung.


•    Fliegen über Menschenmengen ist verboten.


•    Der Pilot muss immer Blickkontakt zur Drohne haben.


•    In 5 km Umkreis um Flugpisten herrscht Flugverbot.


•    Sind Personen erkennbar, braucht es eine Erlaubnis.

•    Flüge über private Gelände bedürfen Bewilligungen.


 

 

 

Live-Stream per Drohne

 

All diese Gesetze einzuhalten, ist mit einem Live-Stream – also einer Direktübertragung – ins Internet fast unmöglich. Lediglich Streams aus grosser Höhe garantieren, dass keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Dessen sind sich vermutlich viele Drohnenpiloten gar nicht bewusst. Nur in wenigen Online-Shops, die solche Drohnen vertreiben, wird ausdrücklich auf die rechtlichen Vorschriften aufmerksam gemacht.

 

 

Drohnen und Versicherung


Wer eine Drohne mit einem Gewicht von über 500 Gramm betreibt, muss zwingend eine Haftpflichtversicherung im Umfang von mindestens einer Million Franken abgeschlossen haben. Dieses Gewicht dürften die meisten Outdoor-Drohnen mit integrierter bzw. befestigter Kamera erreichen.

 

 

Auch mit einem gezielten Fussball-Kick lässt sich eine nervige Drohne abschiessen.

Video: Youtube/KOR Creative

 

Informationen für Drohnenpiloten

Folgende zwei Webseiten sollten Drohnenpiloten vor dem ersten Flug konsultieren:

- Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL): Gesetzliche Vorschriften und Formular.

- Erläuterungen des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten.

 

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Haben Sie auch schon mal eine Drohne fliegen lassen? Wo haben Sie das gemacht?

 

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