Patrouille des Glaciers

Aufstieg zu den Helden

Die Rosa Blanche ist eine Schlüsselstelle des Skitouren-Wettkampfs. Und ein Arbeitsplatz der Extreme für die Mitarbeiter der Swisscom, die zusammen mit WK-Soldaten die Kommunikation auf über 3000 Metern sicherstellen. Der angehende Mediamatiker Nico Drechsel hat den Aufstieg gewagt.

Nico Drechsel (Text und Fotos), aufgezeichnet von Felix Raymann, 21. April 2016

Auf der Patrouille des Glaciers sind von Dienstag bis Samstag insgesamt 734 Dreierteams von Zermatt beziehungsweise Arolla bis nach Verbier unterwegs. Der Wettkampf gilt als einer der härtesten Skitourenrennen weltweit, die Sportler legen auf der längeren Route ab Zermatt 53 Kilometer mit fast 8000 Höhenmetern zurück.

Der Swisscom-Lernende Nico Drechsel hat sich mit Ski, Rucksack und Kamera aufgemacht, um von den Arbeiten auf dem Mont Fort und auf der Rosa Blanche zu berichten. Dort stellen Swisscom-Mitarbeitende gemeinsam mit WK-Soldaten die Kommunikation für die Teilnehmer, Organisatoren und Zuschauer sicher – und richten dieses Jahr sogar einen Live-Stream ein. Dies unter extremsten Arbeitsbedingungen auf über 3000 Metern Höhe. Deshalb sind für ihn nicht nur die Wettkampf-Partouilleure Helden, sondern alle, die hoch in den Walliser Alpen das Projekt ermöglichen.

 

 

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DIENSTAG – Start am frühen Morgen

 

6.00 Uhr:


Ich freue mich riesig auf die Expedition, die ich heute machen kann. Ich habe das Glück, meinen Arbeitsplatz für zwei Tage auf über 3000 Meter Höhe zu wechseln. Der Weg dorthin wird allerdings anstrengend.

 

6.30 Uhr:

 

Ich kontrolliere meine Ausrüstung: In den Rucksack kommen neben Kleidern, Proviant und Ersatz-Handschuhe auch ein Sony-Camcorder, ein Objektiv, eine GoPro-Kamera, ein Lawinenverschüttetensuchgerät, eine Sonde, eine Schneeschaufel. Dazu kommen natürlich die Skis, Skischuhe und die Felle für den Aufstieg. Der Rucksack, den ich den Berg hochschleppen werde, wiegt 15 Kilo. Der Schlafsack wir mir netterweise mit dem Heli raufgeflogen.

 

7.00 Uhr:


Das Wetter sieht gut aus. Ich nehme den Zug nach Spiez und Visp.

 

 

 

In Visp holt mich David Studer ab. Er ist ambitionierter Bergsportler, Swisscom-Mitarbeiter und wird für die nächsten zwei Tage mein Begleiter und «Aufpasser» sein. Wir fahren zusammen nach Siviez und nehmen die Seilbahn, die uns zum Startpunkt für unsere Tour bringt. Unser erstes Ziel ist der Mont Fort.

 

 

1/13 Meine Ausrüstung für die nächsten Tage.

2/13 Der Aufstieg ist anstrengend. Aber wunderschön.

3/13 Oben angekommen.

4/13 Natürlich habe ich auch die nicht ganz leichte Kamera immer dabei.

5/13 Das temporäre Mobilfunknetz funktioniert bestens.

6/13 Endlich Schuhe ausziehen und Füsse hochlagern.

7/13 Unser Nachtlager.

8/13 Völlig übermüdet schaue ich dem Sonnenaufgang zu.

9/13 Morgenstimmung.

10/13 Ich bin bereit, die ersten Wettkämpfer der Patrouille des Glaciers mit der Kamera festzuhalten.

11/13 Es ist wirklich sehr steil, auch wenn es auf dem Bild vielleicht gar nicht so aussieht.

12/13 Die ersten Skitourer haben den Aufstieg geschafft.

13/13 Insgesamt sind 734 Patrouillen unterwegs.

1/13 Meine Ausrüstung für die nächsten Tage.

 

11 Uhr:

 

Es ist etwa 0 Grad. Noch trage ich die Jacke. Das Wetter ist wunderbar, die Sonnencreme ist aufgetragen und die Sonnenbrille montiert. Wir fahren per Seilbahn zum Mont Fort.   

Ich mache die ersten Aufnahmen auf dem Mont Fort. Hier oben haben die Mitarbeiter von Swisscom Broadcast zusammen mit dem Schweizer Militär das temporäre Mobilfunknetz aufgebaut.

Die Techniker haben ein GSM-Netz aufgebaut. Sie benutzen das Signal der Basisstation auf dem Mont Fort, das dank einem Verstärker auf die Rosa Blanche weitergeleitet wird. Zudem gibt es eine Webcam und einen Wifi-Zugang für die SRG und das Lokalfernsehen.

Die ganze Anlage musste sehr kurzfristig aufgebaut werden, darüber hinaus im Schnee und im Wind.

 

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12.00 Uhr:

 

Nun folgt eine grandiose, aber kurze Abfahrt im Tiefschnee. Yesss! Danach heisst es, Felle montieren für den Aufstieg zur Rosa Blanche. Der Aufstieg wird hart. Schon nach dem ersten Hang bin ich ausser Atem, doch wir kommen gut voran.


 

13.30 Uhr:

 

Mittagspause.


 

Der grosse Anstieg steht noch bevor. Ich spüre die 15 Kilo in meinem Rucksack. Ein paar Schlucke Tee machen ihn etwas leichter.

 

Nun dauert es etwa eine Stunde bis zum Gipfel.  

 

 

Am Horizont ist bereits das Zeltlager auf der Rosa Blanche zu erkennen.

 

15.35 Uhr:

 

Geschafft! Wir sind auf der Rosa Blanche angekommen. Endlich Schuhe ausziehen!


 

Zu früh gefreut: Statt die Beine hochzulegen, gibt es einiges zu tun. Ich muss die Kamera auspacken und die Arbeiten vor Ort dokumentieren. Auf der Rosa Blanche wird ein Live-Stream der Patrouille des Glaciers eingerichtet. Im Couloir sind Kameras montiert, die die Strapazen im Aufstieg in Echtzeit den Zuschauern übermitteln – und das auf 3160 Metern über Meer!

Dieses Projekt verlangt eine komplexe Logistik, die die Techniker jedes Jahr in Thun vor dem PDG-Einsatz üben. Die Installation muss grossen Temperaturen widerstehen können. Doch auch die Mitarbeiter müssen einiges Leisten: Auf dieser Höhe ist die körperliche Arbeit wegen des Sauerstoffmangels sehr anstrengend.

 

18.05 Uhr:

 

Endlich kann ich die geschundenen Füsse im Schnee kühlen und hochlagern. Ich fühle mich mega gut! Es war anstrengend, hier raufzukommen. Nun bin ich froh, es geschafft zu haben. Die Aussicht hier oben ist atemberaubend!

Derweil kommen und gehen die Helis. Wer mit dem Helikopter hier rauf fliegt, kann zwar auch die grandiose Aussicht bewundern. Ist man aber zu Fuss gekommen, schaut man sich das herrliche Panorama voller Stolz an.

Für die Sicherheit sorgen die Soldaten der Gebirgsspezialisten-Truppen. Ich höre Sprengungen, mit denen Lawinen ausgelöst werden. Andere Soldaten schaufeln aus Schnee Trassees, Treppenstufen und Podeste oder sind bereit, bei Unfällen zu alarmieren oder Erste Hilfe zu leisten.  

 


 

Dann eine schlechte Nachricht: Für kurze Zeit glauben wir, dass es im Zeltlager kein Platz zum Übernachten für uns gibt. Doch es stellt sich als Missverständnis heraus. Uff! Im Zelt gibt es 32 Schlafplätze.

 

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20.30 Uhr:

 

Ich geniesse die wunderschöne Abendstimmung.

 


 

 

MITTWOCH – die Ersten kommen

 

5.00 Uhr:

 

Tagwache. Ich habe kaum geschlafen. Zwar hatte ich im Schlafsack trotz beissender Kälte draussen schön warm, doch der harte Zeltboden und das Schnarchen meiner «Mitbewohner» haben mich von einem geruhsamen Schlaf abgehalten. Nicht nur deswegen habe mich sehr auf den Morgen gefreut.

 

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6.00 Uhr:

Wie ich gehört habe, ist die erste Patrouille bereits unterwegs zum Rosa Blanche. Die Kamera ist griffbereit.

 

 

7.00 Uhr:

 

Ich gehe mit der Kamera zur Schlüsselstelle, dem Couloir an der Rosa Blanche. Hier kommen nun die ersten Skitourengänger hoch. Die ersten Wettkämpfer kommen. Sogleich verschicke ich die ersten Handyfotos. Der Empfang hier oben ist ja schliesslich hervorragend dank des temporären Netzes.

 

 

 

11 Uhr:

 

Ich habe meine Dreharbeiten abgeschlossen und mache mich zusammen mit David auf den Rückweg. Die Abfahrt ist grandios! Wir fahren durch Pulverschnee, über Eisflächen und sulzige Hänge, bis wir in Siviez wieder beim Auto ankommen.

 

15 Uhr:

 

Ich bin sicher und glücklich, aber sehr müde zuhause angekommen. Nun gilt es auszupacken, die Daten zu sichern.

 

Live Stream und mehr

Mit der Glacier-App von Swisscom können Interessierte den Verlauf des Rennens live mitverfolgen. Die App informiert über die aktuelle Position und die Zeit der einzelnen Patrouillen. Zudem steht in der App eine Live-Video-Übertragung von der Rosa Blanche zur Verfügung.

 

Die App gibt es für iOS und Android. Im Internet stehen die Informationen unter pdg.swisscom.ch zur Verfügung.

 

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Würden Sie sich auf eine harte Route wie die Patrouille des Glaciers wagen – oder genügt Ihnen der Anblick der Alpgipfel von der gemütlichen Aussichtsterrasse eines Restaurants aus?

 

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