Swiss Innovation Park

Starthilfe für Start-ups

Während die führenden Köpfe der Weltwirtschaft am WEF in Davos über die Auswirkungen der Digitalisierung und der Robotisierung auf die Arbeitswelt diskutierten, eröffnete der Bundesrat am 18. Januar 2016 den Swiss Innovation Park (SIP).

Laurent Seematter (Text und Fotos), 15. Februar 2016

Der Schweiz ist es gelungen, die Umstellung auf eine «Wissensökonomie» zu vollziehen, indem sie die Entstehung von Technologieparks in der Nähe ihrer Universitäten förderte. Das Projekt des Zürcher Nationalrats Ruedi Noser, auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes Dübendorf ein an die ETH Zürich angeschlossenes Exzellenzzentrum für Technologie zu bauen, mauserte sich unter den Namen «Swiss Innovation Park» zu einem nationalen Netzwerk von Institutionen, die eine Spitzenposition im Bereich Innovationen einnehmen. In diesem neuen Netzwerk nimmt die Romandie mit dem Campus der ETH Lausanne (Ecole polytechnique fédérale de Lausanne, EPFL) und ihren verschiedenen regionalen Standorten bereits einen zentralen Platz ein.

 

 

Im Innovation Park sind 140 Start-ups zusammen mit den R&D-Abteilungen von fast 20 Grossunternehmen wie Nestlé, Credit Suisse, Cisco und Logitech ansässig.

 

 

Vom Science Park zum Innovation Park


Mit der Gründung des Science Parks (heute Innovation Park) am Standort in Ecublens (VD) vor 25 Jahren war die EPFL eine Pionierin in der Förderung von Start-ups im Technologiebereich. Mehr als 2000 hochqualifizierte Mitarbeiter sind in diesen Unternehmen beschäftigt und arbeiten mit den 360 EPFL-Forschungslabors zusammen. Die 13 Gebäude des Parks vereinen so unterschiedliche Kompetenzen wie Informatik, Biotechnologie, Mikro- und Nanotechnologie und Umwelttechnologien (Cleantech).

 

«Wir sind bei der EPFL auf der Suche nach Spitzen-Know-How und multidisziplinärer Innovation.»

Urs Schaeppi, Swisscom-CEO

 

Swisscom setzt auf multidisziplinäre Innovation

 

«Wir sind bei der EPFL in der Romandie auf der Suche nach Spitzen-Know-How und nach dieser multidisziplinären Innovation, die wir dank unseres Engagements unterstützen und stärken werden», so Urs Schaeppi, CEO von Swisscom.

 

 

Swisscom-CEO Urs Schaeppi (links) und Patrick Aebischer, EPFL-Präsident, unterzeichneten am 16. Dezember 2015 eine Kooperationsvereinbarung als «Partner für die digitale Revolution».  

 

 

Am Mittwoch, 16. Dezember 2015 haben die EPFL und Swisscom einen Kooperationsvertrag für gemeinsame Aktivitäten im Bereich Netzentwicklung und Dienstleistungen von morgen unterzeichnet. Dabei geht es um Themen wie Haushaltsautomatisierung, neue Mobilitätsangebote und E-Gesundheit. Ausserdem wird Swisscom in diesem Sommer mit ihrem «Digital Lab» in den EPFL Innovation Park einziehen. Ziel ist es, mit einer multidisziplinären Innovationsstrategie ein einmaliges Umfeld für die Entwicklung und Realisierung von Pilotprojekten zu schaffen.

 

 

 

lNTERVIEW MIT JEAN-PHILIPPE LALLEMENT, DIREKTOR DES EPFL INNOVATION PARK

 

Der Innovation Park wird von Jean-Philippe Lallement geleitet, einem echten Kenner der Start-up-Szene, der über mehr als 20 Jahre Erfahrung in Unternehmertum und Management verfügt. Heute hilft er jungen Forschern und Unternehmern, ihren Weg zum Erfolg zu finden. Swisscom Storys hat sich mit ihm unterhalten.

 

 

2001 gründete Jean-Philippe Lallement, Direktor des EPFL Innovation Parks, eine High-Tech-Firma, die im Bereich Online-Überwachung von Industrieanlagen tätig ist.

 

 

Was zeichnet den EPFL Innovation Park gegenüber anderen, vergleichbaren Einrichtungen aus?

Durch unserer Nähe zur EPFL bieten wir hier ein sensationelles Umfeld, um hochkarätige Forschung in innovative Produkte und Dienstleistungen umzusetzen. Zum einen durch die Infrastruktur der Forschungslabors, in denen wir Prototypen bauen können, und zum anderen durch den Unternehmergeist, der aufgrund der Konzentration junger Forscher und Unternehmer an einem Standort entsteht.

 

Wird es dem Swiss Innovation Park gelingen, R&D-Abteilungen ausländischer Grossunternehmen anzulocken?

Ich kann Ihnen unzählige Beispiele für Start-ups aufzählen, die bei uns angefangen haben und heute mit internationalen Unternehmen arbeiten. Zum Beispiel hat Parrot, eine auf Drohnen spezialisierte französische Unternehmensgruppe, Sensefly und Pix4D aufgekauft, zwei unserer Flaggschiffe im stark wachsenden Bereich Drohnen und digitale Bildgebung in der Luftfahrt.


«Durch unserer Nähe zur EPFL bieten wir hier ein sensationelles Umfeld, um hochkarätige Forschung in innovative Produkte und Dienstleistungen umzusetzen.»

Jean-Philippe Lallement, Direktor des EPFL Innovation Parks


Können Sie uns die Namen einiger dieser Grossunternehmen nennen?

Das in der Öffentlichkeit wohl bekannteste ist die Firma Logitech, die aus der EPFL hervorgegangen ist. Aber wir haben auch Cisco, eine Firma, die im Bereich Telepräsenz arbeitet, und Nestlé in der Forschung im Bereich Metabolismus und Nahrungsergänzungsmittel. Die Credit Suisse und Axatech sind an der Fintech beteiligt. Und bald kommt die Swisscom hinzu, die in diesem Jahr einzieht.

Können sie uns die Namen besonders vielversprechender Start-ups nennen, die ihren Sitz im Innovation Park haben?

Da wäre Asceneuron zu erwähnen, ein Spin-off des Pharmaunternehmens Merck Serono, das gerade 30 Millionen Franken für die Finanzierung der Entwicklung von Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer erhalten hat. Nanolive mit seinem Mikroskop, mit dem man lebende Zellen in 3-D beobachten kann, ist ebenfalls sehr vielversprechend. Dann gibt es noch viele Start-ups mit Produkten, die auf Spitzentechnologien basieren. Geosatis zum Beispiel hat ein elektronisches Armband zur Überwachung von Straftätern entwickelt, und DomoSafety ein Produkt für mehr Sicherheit von Senioren bei sich zuhause.

Die Swisscom wird ihr «Digital Lab» in den Räumlichkeiten des Innovation Parks einrichten. Was kann man davon erwarten?

Swisscom wird von den soeben erwähnten Synergien profitieren. Durch den Austausch mit den hier bereits ansässigen Start-ups und mit den Forschern und Professoren an der benachbarten EPFL wird es einfacher sein, neue Projekte zu lancieren. Und natürlich wird es auch einfacher sein, die Talente zu rekrutieren, die es benötigt, um die Technologien und Dienstleistungen von morgen zu erfinden.

 

 

 

Weitere Informationen:
 

Website des EPFL Innovation Parks: epfl-innovationpark.ch

 

Website des Swiss Innovation Parks: Switzerland-innovation.com

 

Das Silicon Valley der Romandie auf Swisscom Storys

 

 

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