Zügeln in 20 Jahren

Und plötzlich wollen alle beim Zügeln helfen …

… denn es gibt kaum mehr was zu schleppen: Klicks ersetzen Kisten, Clouds die Regale. Nur das Zügelessen bleibt. Ein Blick in die Zukunft des Zügelns – leichtes Augenzwinkern inklusive.

Luk von Bergen (Text), 13. Oktober 2017

Als Zügelwagen der Zukunft reicht: ein Fiat Punto. Der ganze Rest? Digital. Klar, ein paar Kisten mit Kleidern, Wein oder das Klavier wird es auch in zwanzig Jahren noch zu verschieben geben. Diesen Transport übernehmen künftig Zügeldrohnen – bis vor die neue Haustüre, wo bereits Ihre Freunde warten. Für jeden eine Kiste. Mit einem lockeren Fünf-Minuten-Einsatz rechtfertigen Ihre freiwilligen Zügelhelfer die Einladung zum traditionellen Zügelessen.   

 

 

Auch mit einem Flügel lässt’s sich fliegen

 

Klar, Drohnen-Lieferungen gibt es bereits heute. Die Schweizerische Post hat ihre Liefercopter im Einsatz, der E-Commerce-Shop Siroop seit neuestem ebenfalls. Allerdings sind solche Lieferungen noch nicht auf sperrige und schwere Zügelwaren ausgelegt, was künftig natürlich kein Problem mehr sein wird. Der Mensch selber wird sich rasch an das droh(n)ende «Dauergesurre» gewöhnen. Auch an die Schattenwürfe aus dem drohnengeschwängerten unteren Luftraum, wenn ein halbes Dutzend Ultra-Power-Kingsize-Drones den Steinway-Flügel des neuen Nachbarn zügeln. Ach ja, falls Sie innerhalb von Dubai umziehen, dann können Sie sich in Bälde auch per Drohne vor dem neuen Heim absetzen lassen. Oder die Schwiegermutter zum Einweihungsbesuch anliefern lassen.

 

 

Wo ist denn all der Krimskrams? Schubladen und Regale braucht's in der Zukunft nicht mehr – Lesestoff, Musik und Deko-Gegenstände sind in der Cloud.

 

 

Die Cloud als digitaler Estrich

 

Zu wenig Platz? Nicht in der digitalen Umzugskiste, Ihrer Cloud. Regale oder Schubladen sind eh out, Lesestoff und Musik schweben bereits heute digitalisiert in der Speicherwolke über Ihnen. Zum Beispiel im kostenlosen Schweizer Onlinespeicher Swisscom mycloud. In 20 Jahren befinden sich dort auch Deko-Gegenstände, die Sie je nach Bedarf virtuell arrangieren können. Denn auch die Holografie macht Fortschritte. Der sperrige Globus: in der Cloud abgelegt und jederzeit als Hologramm abrufbar. Vasen mit Blumen – nach einem kurzen 3D-Scanning-Prozess in der Cloud verstaut und per Klick optisch, mit Hilfe einiger Zusatz-Apps auch haptisch erlebbar. Ohne umständliche Datenbrille. Den Duft dazu kriegen Sie schon heute vom intelligenten Heim-Duft-System Moodo.

 

Übrigens: Solange die Gegenstände noch real und nicht in der Cloud verstauben, müssen nochmals die Kumpels oder Profis aus Fleisch und Blut an die Zügelkisten. Die Experten finden Sie heute beispielsweise über das Umzugsportal movu.ch. Mit wenigen Klicks hilft Ihnen Movu, das richtige Zügelunternehmen und den passenden Reinigungsservice zu finden.

 

 

Smarter als Smart Homes

 

Kabel, Fernsehapparate und andere elektronische Geräte zügeln? Voll out. Smart Home, also Haustechnik und Elektronik miteinander vernetzt? Mindestens. In zwanzig Jahren ist – nennen wir es so – das «Entertainment-Building» das grosse Ding. Die komplette Unterhaltungselektronik steht – bereits in den Bau integriert – zur Verfügung. Pixel-Bricks, die rundum screen- und audiofähig sind, machen schon beim Bau aus jeder Fläche eine Screen-Wall. Sobald Sie sich im Raum bewegen, wandern Bild und Ton auf Augenhöhe mit Ihnen mit, und das natürlich automatisch, auf Wunsch sprachgesteuert. Wer nicht auf den vollintegrierten Entertainment-Einbau warten mag, überbrückt die Zeit mit dem 77-Zoll-Display, das der südkoreanische Hersteller LG im Sommer 2017 präsentiert hat. Eine drei Millimeter dünne OLED-Bildschirmtapete mit UHD-Auflösung, magnetisch an die Wand gepappt. Zwischen Glasfront und Metallrückseite stecken 32 Millionen Leuchtpünktchen, aus denen das Fernsehbild besteht

 

 

Ausdrucken und einpassen – die Möbel der Zukunft

 

Möbel transportieren. Wieso bloss? Künftig gilt: neues Daheim, neues Mobiliar. Das Möbelhaus Ihres Vertrauens kennt längst Ihre wohnlichen Vorlieben und den Detailplan der neuen Bleibe. Also liefert es Ihnen animierte Einrichtungsvorschläge aufs Smartphone. Das gewünschte Mobiliar wird dann mittels 3D-Drucker in die neuen vier Wände gedruckt und eingepasst. Unvorstellbar? Nun ja, der 3D-Druck ist längst im Bausektor angekommen. Das österreichische Unternehmen Baumit entwickelt derzeit den sogenannten BauMinator. Dieser druckt Ihnen vor dem Zügeln noch gleich das Haus zu den Möbeln aus.

 

Oder kennen Sie den Bauarbeiter der Zukunft? Es ist der Roboter «In Situ Fabricator», entwickelt von Professoren der ETH Zürich. Er schuftet derzeit in Dübendorf auf der Baustelle des weltweit ersten Hauses, das weitgehend mit digitalen Prozessen entworfen, geplant und auch gebaut wird. Ein sogenanntes DFAB House. Digital fabriziertes Haus. Und was wird aus den Bauarbeitern? «Das lässt sich nicht vorhersagen, wie immer bei technologischem Wandel», sagt Matthias Kohler, ETH-Professor für Architektur und digitale Fabrikation, in der «Limmattaler Zeitung». Die Bauarbeiter könnten sich beispielsweise zu Zügelprofis umschulen lassen. Ach so, stimmt, die braucht es ja dann auch nicht mehr …

 

 

Nicht verschwitzt, fit und glücklich: So sehen die Zügelhelfer in der Zukunft aus.

 

 

Das Zügelessen als Mahnmal

 

Der Umzug wird künftig zu einer Art Yoga-Erlebnis, einem Akt der Entspannung für alle Beteiligten. Den eingangs erwähnten Fünf-Minuten-Einsatz Ihrer Freunde ausgenommen. Das Kistentragen und das darauffolgende Zügelessen haben symbolische Bedeutung: Sie erinnern als Ritual an frühere Generationen, die aufgrund kräfteintensiver und nervenzerrender Umzüge noch Jahrzehnte später in chiropraktischer und psychologischer Behandlung waren. Dem magischen ersten Abend im neuen Heim bei klassischen Zügelmahlzeiten wie Spaghetti oder Pizza vom Service steht nichts mehr im Wege. Traditionen soll man schliesslich pflegen.

 

 

 

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