Datenschutz auf dem Smartphone

Datenschutz beim Handy

Wie schütze ich persönliche Daten beim Surfen?

Mit Google, Facebook und Co. ist nicht nur der PC durch Datenklau gefährdet. Gerade Smartphones können aufgespürt, abgehört oder durch Apps mit Malware unsicher gemacht werden. Doch personenbezogene Daten lassen sich schützen.

Christoph Widmer (Text), 3. Januar 2017

Wer surft, hinterlässt unweigerlich einen digitalen Fussabdruck. Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon sammeln fortwährend unsere Daten und nutzen sie für personalisierte Werbeeinblendungen. Facebook etwa dank persönlichen Angaben wie Name, Wohnort oder Alter, aber auch Kommentare, Fotos und nicht zuletzt Whatsapp-Chats, weil der Messenger auch zu Zuckerbergs Daten-Imperium gehört. 

 

 

Das Smartphone verrät Ihren Standort

 

Gerade mobile Geräte sammeln viele Ihrer persönlichen Daten. So können Gerätehersteller Ihren Aufenthaltsort mittels GPS und WLAN auf bis zu fünf Meter genau bestimmen. Ihr Mobilfunk-Anbieter kann Sie ebenso orten. Aber keine Sorge: In der Schweiz herrschen strenge Datenschutzgesetze, die einen willkürlichen Umgang mit personenbezogenen Daten verbieten. Trotzdem sollte der WLAN-Empfang ausgeschaltet werden. Dadurch verhindern Sie, dass durch Sensoren Bewegungsprofile von Ihnen erstellt werden. Valora hat unlängst auf diese Weise Kundendaten gesammelt.

 

Wer seine Bewegungsdaten radikal schützen will, muss auch auf seine Mobilfunkverbindung verzichten. Verwenden Sie dazu den Flugmodus. Wenn Sie ein Android-Phone besitzen, halten Sie dazu den Ein-/Ausschaltknopf gedrückt, bis das Menü «Geräteoptionen» erscheint. Wählen Sie dort die Option «Offline-Modus». iPhone-Nutzer finden die Option «Flugmodus» in den Einstellungen.

 

 

Standortweitergabe verhindern

 

Um den Datenschutz auf Ihrem Smartphone zu gewährleisten, sollten Sie zudem auf die Standortweitergabe in installierten Apps achten. Falls nicht unbedingt notwendig, deaktivieren Sie die Ortungsdienste auf Ihrem Smartphone. Beim iPhone geht das auch in den Einstellungen: Wählen Sie dort den Punkt «Datenschutz» und dann «Ortungsdienste». Dort können Sie die Ortung entweder ganz oder nur für einzelne Apps deaktivieren.

 

Seit dem Update auf Android 6.0 Marshmallow haben Android-Nutzer einfacheren Zugriff auf App-Berechtigungen. Nach dem Download fragen die Anwendungen den Nutzer, ob er der App den Zugriff auf Funktionen wie etwa Standort, Kontakte oder Kalendereinträge erlaubt. In den Einstellungen lassen sich unter dem Menüpunkt «Apps» Berechtigungen auch nachträglich entziehen.  

 

 

Datenschutz auf dem Smartphone: Ortungsdienste deaktivieren

Deaktivieren Sie die Ortungsdienste sprich Standortzugriff auf Ihrem Smartphone, falls Sie es nicht unbedingt brauchen.

 

 

Datenschutz und sichere Kommunikation mit Whatsapp und Threema

 

Weil Fremde mittels Überwachungs-Apps oder ein gehacktes WLAN Nachrichten mitlesen könnten, sollte man Messaging-Dienste verwenden, die über eine End-to-End-Verschlüsselung verfügen. Die Mitteilungen bleiben dabei vom Ursprungsgerät über alle Übertragungsstationen hinweg verschlüsselt. Die Entschlüsselung erfolgt erst beim Empfänger.

 

Einer der bekanntesten Messaging-Anbieter mit End-to-End-Verschlüsselung ist Whatsapp. Dieser geriet wegen seiner Datenschutzpolitik aber immer mehr in Verruf: Zur Nutzung muss die Telefonnummer angegeben werden. Und die Kontodaten leitet Whatsapp an den Mutterkonzern Facebook weiter. Die Schweizer App Threema ist da sicherer: Sie identifiziert Nutzer nicht anhand ihrer Telefonnummer, sondern mittels einer zufällig vergebenen, 8-stelligen ID. So ist bei Threema bloss diese Benutzererkennung hinterlegt. Auch sollen weniger Metadaten als bei Whatsapp anfallen.

 

 

Datenschutz dank der App Threema

Die Schweizer App Threema identifiziert Nutzer mittels einer zufällig vergebenen ID und schützt so die persönlichen Daten eines Users.

 

 

App als Virenfallen – Datenschutz ade

 

Gerade durch unachtsame App-Downloads geraten Viren schnell auf ein Smartphone. Beziehen Sie Ihre Anwendungen daher nur von den offiziellen App-Shops App Store (iOS) oder Google Play Store (Android) und setzen Sie auf seriöse App-Anbieter. Informationen über schlechte Anbieter verbreiten sich oft schnell im Web; informieren Sie sich deshalb vor dem Download ausreichend über App und Anbieter.

 

Auch das drahtlose Surfen über öffentliche WLAN-Verbindungen ohne Passwort macht Ihr Handy empfänglich für Datenklau und Virenbefall. Verwenden Sie beim mobilen Surfen wenn möglich keine öffentlichen Netzwerke, sondern die 3G- oder 4G-Verbindung Ihres Gerätes. Da diese exklusiv zwischen Ihrem Handy und Ihrem Mobilfunkanbieter besteht, bietet sie mehr Internet-Sicherheit als öffentliche WLAN-Netzwerke.

 

 

Datenschutz auf dem Smartphone: WLAN ausstellen

Stellen Sie das WLAN aus, um Ihr Smartphone vor Datenklau und Virenbefall zu schützen.

 

 

Schutz Ihrer Cloud-Daten

 

Etwas schwieriger ist es bei Ihren Cloud-Inhalten. Denn die online gespeicherten Dateien sind durch den Anbieter allesamt ausgelagert und über die ganze Welt verteilt. Fälle in der Vergangenheit haben gezeigt, dass Geheimdienste auch schon die Speicher von Cloud-Kunden durchforsteten. Bei einer Cloud-Wahl wie Docsafe von Swisscom, bei der sich alle Daten in der Schweiz befinden, können solche Zugriffe verhindert werden.

 

Auch Hackerangriffe auf die Anbieter sind nicht auszuschliessen. Amazon, Apple oder Google investieren jedoch viel, um Attacken vorzubeugen. Als Schutz vor fremden Zugriffen bieten die Cloud-Services die mehrstufige Authentifizierung an: Das Kennwort wird mit einer zweiten Art der Identifizierung (etwa per SMS oder per Telefonanruf) kombiniert. Angreifer bräuchten sowohl Ihr Passwort als auch Ihr Handy, um Zugriff auf Ihre persönlichen Daten zu erhalten.

 

Mit eigenen Schutzmassnahmen können Sie sich auch vor den Cloud-Anbietern selbst schützen. Wie bei Ihrem Surf-Verhalten können diese auch auf Ihre Cloud-Daten zugreifen, um sie für personalisierte Werbung zu schalten. Um sich davor zu schützen, können Sie Daten bereits vor dem Upload in die Cloud verschlüsseln. Softwares wie Veracrypt oder BoxCryptor erstellen eine verschlüsselte, passwortgeschützte Container-Datei. Öffnen lassen sie sich nur nach Eingabe des von ihnen gewählten Kennworts.

 

 

 

 

Daten sicher gespeichert

Speichern Sie Ihre Dokumente, Passwörter und Notizen in einer sicheren Cloud wie Docsafe. Die Docsafe-App gibt es für iOS und Android.

 

 

 

 

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Datenschutz auf dem Smartphone: Wie schützen Sie Ihre persönlichen Daten?

 

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