Drohnen, die Leben retten

Erste Hilfe aus der Luft

Drohnen können mehr als Pizzas ausliefern und Luftbilder schiessen. Wir stellen 5 Anwendungen vor, bei denen Drohnen Leben retten.

Mario Wittenwiler (Text), 6. Dezember 2017

In seinem weltberühmt gewordenen Roman «1984» beschreibt der englische Schriftsteller George Orwell bereits 1949 seine Schreckensvision der totalen Überwachung. Das fast 70-jährige Zukunftsszenario ist heute beängstigende Realität – auch durch die Entwicklung von technisch immer leistungsfähigeren Drohnen. Ehe man sich versieht, schwirrt plötzlich so ein Ding vor dem Fenster auf und ab und filmt in die gute Stube. Dass Drohnen mehr sind als Spielzeuge von Voyeuren, Paparazzi und Kriegstreibern zeigen unsere «Top 5 Drohnenanwendungen, die Leben retten».

 

 

1. Die Ambulanz-Drohne

 

Bricht jemand mit einem Herzstillstand zusammen, zählt jede Minute. In Schweden fliegen «Erste-Hilfe-Drohnen» in null Komma nichts einen lebensrettenden Defibrillator zum Hilfsbedürftigen mit Herzattacke. Das kalifornische Start-up Zipline entwickelte eine Drohne, mit der lebenswichtige Medikamente oder Blut für Transfusionen auch in abgelegene Regionen transportiert werden können. Von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne EPFL stammt die faltbare, per App steuerbare Origami-Drohne für besonders sensible Frachten.

 

 

Die faltbare Drohne der ETH Lausanne. Video: Youtube

 

 

2. Die Baywatch-Drohne

 

Die iranische Firma RTS entwickelte eine Drohne, um Ertrinkende zu retten. Die Drohnen sind mit Rettungsringen beladen, die sie über dem in Not geratenen Menschen abwerfen können – zielgenau und schnell: In einem Test liess die Drohne einen Rettungsschwimmer aus Fleisch und Blut weit hinter sich. Ausgerüstet mit einer Wärmekamera, kommt die persische Erfindung auch bei rabenschwarzer Nacht erfolgreich zur Anwendung.

 

 

Die Baywatch-Drohne der iranischen Firma RTS. Video: Youtube

 

 

3. Die Katastrophen-Drohne


Die Firma Kwago erarbeitete eine Drohne, die bei Naturkatastrophen zum Einsatz kommt. Sie ist mit einem Wärmesensor ausgestattet. Damit kann sie etwa bei einem Erdbeben verschüttete Personen aufspüren. Die philippinische Erfindung wurde für den von den Vereinigten Arabischen Emiraten gesponserten Award «Drones for Good» (Drohnen, die Gutes tun) vorgeschlagen.

 

 

 

4. Die Lawinen-Drohne


Schneelawinen – die weissen Todeswalzen – werden zuweilen mit einer Sprengladung ausgelöst. Das manuelle Anbringen von Sprengladungen ist ein lebensgefährlicher Job. Werden sie vom Helikopter abgeworfen, fehlt es an der Genauigkeit. Die Drohne der Firma «Mountaindrones Inc» lässt Sprengladungen zentimetergenau fallen. Sie kommt auch bei Lawinenunglücken zum Einsatz. Mit der aufgesetzten Infrarotkamera kann die Drohne Verschüttete orten. Der Hintergrund für die Erfindung ist nicht ganz uneigennützig: Die Entwickler sind begeisterte Freerider.

 

 

 

5. Die Geigerzähler-Drohne

 

Die Universität Boston verfügt über eine eigene Forschungsabteilung zur Entwicklung von «Unmanned Aerial Vehicles» – unbemannten Luftfahrzeugen. Mit einer von den Amerikanern entworfenen Drohne lässt sich radioaktive Strahlung messen. Die «Geigerzähler-Drohne» nimmt dem Menschen eine unter Umständen lebensgefährliche Arbeit ab. Denn: Komplett sicher ist man auch unter der dicksten Schutzkleidung nicht, will man eine verstrahlte Region wie das japanische Fukushima vermessen.

 

 

 

 

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