Retro-Technologie

Faxen machen mit dem Fax

Fax war lange Zeit die zuverlässigste und schnellste Übermittlungsmethode für Text und Bilder. Entsprechend beliebt war – und ist – das Gerät. Allerdings nicht nur bei seriösen Anwendern, sondern auch bei allerlei Scherzkeksen.

Hansjörg Honegger (Text), 1. November 2017

Fax ist eine überholte Technik – eigentlich. Trotzdem gibt es in der Schweiz noch rund 400'000 Faxanschlüsse. Der Fax erlebte vor der Jahrtausendwende eine eigentliche Blüte. Mit zum Teil lustigen Früchten, denn es lassen sich Scherze versenden, die so nur mit einem Fax möglich sind.

 

 

Der Überfax


«Dies ist ein Überfax. Faxen Sie uns all Ihr Geld». Gesteigert wurde der Scherz noch mit der Anmerkung «Anleitung auf der Rückseite». Für alle, die zu jung sind, um das auf Anhieb lustig zu finden: Faxen konnte man nicht zweiseitig. Kaum ein Büro, wo dieses Fax nicht irgendwann reinlief. Selbstverständlich musste man der Aufforderung nachkommen und Geld per Fax zurückschicken. Kostete ja nichts – ausser horrenden Übermittlungsgebühren und Arbeitszeit.

 

 

Ein Klassiker unter den Fax-Scherzen: der Überfax.

 

 

Die Endlosrolle


Sehr beliebt bei den Absendern aber eher störend beim Adressaten waren die Endlos-Faxe. Technisch kein Hexenwerk: Einfach eine Mitteilung im Fax zu einer Rolle zusammenkleben, Nummer einstellen und «Senden» drücken. Das Faxgerät war mässig intelligent und hat gesendet und gesendet und gesendet. Beim Adressaten lief entsprechend das Endlosprogramm. Nicht lustig: Eine Rolle Thermopapier kostete damals ein kleines Vermögen. «Wir lachten noch, als wir das machten», erinnert sich ein ehemaliger Journalist. «Die Reaktionen waren aber so geharnischt, dass sogar Freundschaften auf dem Spiel standen.»

 

 

 

Einem Endlos-Fax war man wehrlos ausgeliefert.

 

 

Die WC-Papierrolle

 

Ende der Siebzigerjahre rätselte man in einer grossen Schweizer Redaktion über ein eigenartiges Manuskript, das per Fax eintrudelte. Die Zeilen waren nur gut 15 Zentimeter breit statt der üblichen 30 Zentimeter. Des Rätsels Lösung: Dem Journalisten war das Manuskript-Papier ausgegangen und er musste aus einem Krisengebiet dringend einen Text übermitteln. Er erinnert sich lachend: «Mir stand nur WC-Papier zur Verfügung. Also schrieb ich einfach da drauf.»

 

 

Fax-Aprilscherz

 

Fax war schon längst aus der Mode, als das Newsportal Golem.de die Technik wieder ins Gespräch brachte: Newsletter per Fax! In einem Werbevideo schwärmt ein etwas vergeistigt wirkender Journalist, wie er sich die News dank des portablen Faxgeräts direkt ins Kaffeehaus schicken lassen könne. Interessant für Verlage: Werbeanzeigen liessen sich, so Golem, in einem Fax nicht mit einem Ad-Blocker verhindern. Durchgesetzt hat sich das Angebot trotz allem nicht …

 

 

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Für mehr Entschleunigung: News per Fax-Abonnement. Video: Golem.de

 

 

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