Smartphonekamera

10 Tipps für bessere Handyfotos

Mit dem Smartphone gemachte Fotos müssen nicht verwackelt und unscharf sein. Mit den folgenden zehn einfachen Tipps gelingen deutlich bessere Bilder.

Klaus Zellweger, 14. Oktober 2015

Das Smartphone hat die Kompaktkamera abgelöst. Was die Quantität angeht, sogar die Systemkameras. Kein Wunder, denn die beste Kamera ist die, die man bei sich trägt. Zudem sind moderne Smartphones qualitativ auf einem Niveau, das den meisten Hobbyfotografen schon ausreicht, und bieten dazu eine Konnektivität, mit der keine Kamera auch nur annähernd mithalten kann. Ganz von alleine kommen die guten Fotos aber nicht auf das Smartphone. Deshalb haben wir zehn Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Sie bessere Handybilder schiessen.

 

 

1. Putzen Sie die Linse

 

Eine saubere Linse sollte selbstverständlich sein, aber zu oft wird dieses Detail übersehen. Wenn das Smartphone zwischen Fusseln in der Tasche herumgetragen wird oder mit Fingerabdrücken übersät ist, leidet auch die Qualität der Fotos. Stellen Sie vor der Aufnahme sicher, dass die Linse staub- und fettfrei ist.

 

 

2. Gehen Sie näher ran

 

Fast alle Kameramodule haben Weitwinkelobjektive und sind darauf ausgelegt, möglichst vielen Situationen gerecht zu werden. Leider führt das häufig zu Fotos aus einer belanglosen Nullachtfünfzehn-Perspektive. Gehen Sie deshalb näher an das Motiv heran, um das Geschehen eindrücklicher festzuhalten.

 

Die zweitbeste Lösung besteht darin, bei einem bestehenden Foto einen Ausschnitt zu vergrössern. Auf Apples iPhone zum Beispiel öffnen Sie dazu die gewünschte Aufnahme und tippen in der rechten oberen Ecke auf die Schaltfläche «Bearbeiten». Danach wählen Sie das Schneidwerkzeug rechts unten und legen den Ausschnitt fest.

 

 

Tipp: Bei Nahaufnahmen verzichtet man besser auf das digitale Zoom.

 

 

3. Digitales Zoomen meiden

 

Die Kameramodule der meisten Smartphones arbeiten mit einer festen Brennweite. Trotzdem bieten einige die Möglichkeit, ein Motiv mittels digitalen Zooms näher heranzuholen. Dabei wird aber nur eine Ausschnittvergrösserung angefertigt. Mit Softwarekniffs rechnet das Smartphone die Auflösung hoch, was der Bildqualität sichtbar schadet – ganz zu schweigen davon, dass sich bei schwachem Licht das hässliche Bildrauschen verstärkt. Verzichten Sie auf das digitale Zoom und schneiden Sie Ihre Fotos jeweils manuell zurecht.

 

 

4. Nachbearbeiten lohnt sich

 

Ist Ihnen ein besonders gutes Bild gelungen, lohnt es sich, dieses zu bearbeiten, um das Maximum aus dem Foto herauszuholen. Funktionsmässig gibt es für Android und iOS nichts Besseres als die App Snapseed. Sowohl in Sachen Qualität als auch bei der Bedienung ist die App unerreicht. Aber auch Instagram beweist gerne, dass es nicht nur ein soziales Netzwerk ist. Die App bietet mittlerweile ausgefeilte Bearbeitungsmöglichkeiten neben den beliebten Filtern.

 

 

Das Raster zeigt an, wo das Bild in Drittel eingeteilt wird.

 

 

5. Drittelregel anwenden

 

Hauptmotive in der Bildmitte sind die besten Garanten für langweilige Fotos. Zu den wichtigsten Regeln der fotografischen Gestaltung gehört deshalb die sogenannte Drittelregel. Dabei unterteilen Sie ein Motiv in ein Raster von dreimal drei Feldern. Bei der Aufnahme wird der bildwichtigste Teil auf einen der Rasterschnittpunkte gelegt. 

 

Tipp: Verwenden Sie eine Kamera-App, die ein solches Raster auf dem Display anzeigt und Sie damit bei der Bildkomposition unterstützt. Bei der Kamera-App des iPhones blenden Sie das Raster über «Einstellungen -> Fotos & Kamera» ein und aus.

 

 

6. Allzeit bereit

 

Platzieren Sie Ihre bevorzugte Kamera-App an einem leicht zugänglichen Ort auf dem Hauptbildschirm. Entscheiden Sie sich zum Beispiel für die rechte obere Ecke. Ändern Sie die Position nicht mehr, sodass Sie die App irgendwann mit verbundenen Augen treffen. 

 

Falls Sie die Standard-Apps von Apple oder Google verwenden, geht es sogar noch einfacher: Sie können die Kamera nämlich direkt vom Sperrbildschirm aus öffnen. Unter beiden Betriebssystemen ist die Kamera auf dem Sperrbildschirm unten rechts platziert. In iOS streichen Sie das Kamerasymbol nach oben, in Android nach links. Entsperren müssen Sie das Gerät erst, wenn Sie aus der Kamera weiter in die Bildergalerie möchten.

 

 

Mit einem schnellen Zugriff auf die Smartphone-Kamera entgeht kein Schnappschuss.

 

 

7. Fokus und Belichtung

 

Jede Kamera versucht, für die aktuelle Szene eine brauchbare Belichtung zu finden und gleichzeitig auf das Hauptmotiv zu fokussieren. Das gelingt mal besser, mal weniger gut. Tippen Sie zum Beispiel auf dem Display des iPhones auf die bildwichtige Stelle, damit die Belichtung und der Fokus darauf abgestimmt werden. Mehr noch: Wenn Sie den Finger etwa zwei Sekunden lang auf dem Display belassen, flackert das Markierungsfeld kurz auf: Jetzt sind Belichtung und Fokussierung für das Motiv gespeichert, selbst wenn Sie den Bildausschnitt anschliessend noch ändern.

 

 

8. Andere App installieren

 

Obwohl die Kamera-Apps von Google und Apple ausgezeichnet funktionieren, braucht man manchmal einfach etwas anderes. Je nach Verwendungszweck finden Sie in den App Stores verschiedene gute Apps wie beispielsweise die «Pro Camera 8» (iOS) oder «A Better Camera» (Android) für mehr Kontrolle über das Bild. Für Filterfans lohnen sich beispielsweise «VSCO Cam» oder «Instagram». 

 

 

Ein Mini-Stativ verhindert verwackelte Bilder und hilft bei Dämmerlicht.  

 

 

9. Stativ verwenden

 

Besonders bei schlechten Lichtverhältnissen bekunden Smartphones Mühe. Verwackelte Bilder sind dann leider fast nicht zu vermeiden. Besser geht es mit einem Stativ. Packen Sie Ihr Smartphone auf ein kleines Stativ und schiessen Sie Fotos per Selbstauslöser. Damit verhindern Sie praktisch sämtliche Vibrationen und erhalten auch bei schlechtem Licht schöne Bilder. Stative für Smartphones gibt es beispielsweise von Joby. Deren Stative lassen sich auch für grössere Kameras verwenden und sind daher bei Fotografen besonders beliebt. Übrigens: Das Smartphone-Stativ eignet sich auch ausgezeichnet für Gruppenfotos. Es sei denn, Sie sind mehr der Selfiestick-Typ.

 

 

10. Kameraqualität zählt

 

Zum Schluss ein Tipp für die Zukunft: Wenn Ihnen die Fotografie mit dem Smartphone am Herzen liegt, achten Sie beim nächsten Gerät auf die Kameraqualität. Fehlende Funktionalität kann oft mit Apps nachgerüstet werden, aber ein schlechtes Kameramodul begleitet Sie so lange wie das Gerät selbst.

 

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