Mehr als nur Schutz

Intelligente Handy-Hüllen

Manche hassen sie, andere lieben sie: Die Hülle fürs Smartphone. Doch neben dem Schutz vor Stürzen bieten «intelligente» Etuis einen Mehrwert, wie eine Auswahl spezieller Smartphone-Covers zeigt.

Dr. Jörg Rothweiler (Text), 13. Juli 2016

Überlistete Schwerkraft

 

Die mit einer speziellen Oberflächenbeschichtung versehene Smartphone-Hülle ExtraVerso Grip Case scheint die Schwerkraft ausser Kraft zu setzen. Sie ist 1,5 mm dünn, sehr leicht – und haftet auf glatten Oberflächen derart gut, dass das Smartphone damit einfach an die Wand oder an die Autoscheibe «geklebt» werden kann. Wird das Mobiltelefon damit auf einen Glastisch gelegt, muss man sich schon extrem ungeschickt anstellen, damit es auf den Boden fällt.

 

 

So vielfältig ist das haftende Handy-Cover ExtraVerso. Video: Youtube/Benedetto Levi.

 

 

ExtraVerso haftet nur auf glatten Oberflächen, dort aber sehr fest. Foto: Indiegogo.com/Extraverso

 

 

Handy-Cover als modularer Werkzeugkoffer

 

Das vom Start-Up Nexpaq entwickelte modulare Handycover verlängert dank eingebautem Akku die Laufzeit des Smartphones. Zudem können bis zu sechs Module angedockt werden. Derzeit erhältlich sind Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren, ein Atem-Alkoholtester, Lautsprecher, Zusatzspeicher, USB-Stick, SD-Card-Reader, LED-Lampe und LED-Blitz sowie ein Hotkey-Modul für vereinfachtes Fotografieren. Künftig sollen weitere Bausteine wie Wifi- oder GPS-Module hinzukommen.

 

Praktisch verpackt: Die Werkzeugmodule in der Hülle. Foto: nexpaq.com

 

 

Elektroschocker

 

Mit dem Yellow Jacket mutiert das iPhone zur Selbstverteidigungswaffe. Die Hülle verfügt über einen 1800-mAh-Akku, der einerseits die Laufzeit des Smartphones verlängert und andererseits den eingebauten Taser (Elektroschocker) befeuert, der Stromstösse von bis zu 650'000 Volt austeilen kann. Entwickelt wurde das Gerät von einem Ex-Soldaten, nachdem dieser Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls geworden war. Die Hülle ist in den USA frei erhältlich, in der Schweiz gilt sie als verbotene Waffe.

 

 

Gefährlich: Taser in der Handy-Schutzhülle. Foto: yellowjacketcase.com.

 

 

Die Party-Hülle

 

Das Hangout Case schützt das iPhone laut Hersteller vor Sturzschäden aus bis zu zwei Metern Höhe. Zudem verfügt es über einen Flaschenöffner und einen Zigarettenanzünder in Form eines (abgedeckten) Glühfadens, der vom Handy-Akku mit Strom versorgt wird. Praktisch ist das M6-Gewinde, mit dem das Smartphone auf einem Stativ, am Fahrrad oder auf dem Helm befestigt werden kann.

 

 

Praktisch: Stativ-Befestigung fürs Velo. Foto: govariform.com

 

 

Multi-Tool für unterwegs

 

Mit den Hüllen von TaskOne wird das Smartphone zum Multi-Werkzeug. My Task Bike richtet sich mit Speichenspanner, Pannenflickset, diversen Schraubenziehern, Inbusschlüssel etc. an Velo-Freaks. My Task Urban mit Schere, Nagelfeile, Spiegel, Stift, LED-Licht, Brillenschraubenzieher etc. an Büro-Menschen. Und mit dem Modell G3 wird das Smartphone zum echten Survival-Tool.

 

In der Hülle aus Aluminium und Polycarbonat verstecken sich folgende Werkzeuge: Messer mit Sägezähnen, Sägeblatt, Magnesium-Feueranzünder, Zange mit Drahtschneider, Sechskantwerkzeug, Massstab, 6 Inbusschlüssel, 6 Steckschlüssel, Kabelstripper, zwei Schraubenzieher, Kreuzschlitz, Ständer für horizontales und vertikales Aufstellen, Flaschenöffner.

 

 

Outdoor-Überlebenshilfe immer dabei. Foto: thetasklab.com

 

 

Das Handy als Wärmebildkamera

 

Mit dem Cover von Flir One wird das iPhone zur Infrarot-Kamera. Damit kann man etwa herausfinden, ob ein Haus undichte Stellen hat, an denen Wärme entweicht. Auch feuchte Bereiche und mögliche Lecks in Decken, Wänden und Böden können damit lokalisiert werden. Spezielle Apps können den Funktionsumfang der Wärmebildkamera noch erweitern.

 

 

 

Das Wärmebild deckt undichte Stellen auf. Foto: flir.de

 

 

Praktische Kleinwerkzeuge

 

Weniger auffällig, aber ebenfalls gut ausgestattet ist das IN1-Case. In diesem stecken zwei kleine Schraubenzieher, zwei Kugelschreiber, Nagelfeile, Pinzette, Schere, Zahnstocher und ein Handyständer. Da keine grosse Klinge integriert ist, darf dieses Handy-Case laut Hersteller auch mit ins Flugzeug genommen werden.

 

 

Mini-Werkzeuge, die schnell verloren gehen können. Foto: in1case.com 

 

 

Sackmesser-Hülle

 

Wer lieber mit dem Campingbus als mit dem Flugzeug verreist, findet im Bop-Wolf-Case einen praktischen Begleiter. Die in diversen Farben und für fast alle iPhone-Modelle erhältliche Hülle verfügt über eine kleine Messerklinge sowie ein Multitool mit diversen Werkzeugen und eine Flaschenöffner.

 

Das Schweizer Sackmesser unter den Handyhüllen: das Bob Wolf Case. Foto: amazon.com

 

 

Hauptsache wasserdicht

 

Mit der wasserdichten Hülle von KaLaiXing darf das iPhone mit in den Pool. Abgedichtete Knöpfe erlauben es, die Kamera des iPhones trotz der Hülle zu bedienen. Laut Herstellerangaben soll das Case bis zu einer Tiefe von 40 Metern dichthalten.

 

 

KaLaiXing ist für Badeferien bestens geeignet. Foto: phonefilmcase.com

 

 

Leucht-Hülle

 

Das in diversen Designs erhältliche Lunecase nutzt die elektromagnetische Energie des Smartphones, um ankommende Nachrichten oder Anrufe durch aufleuchtende Symbole, beispielsweise Augen eines Totenkopfs, auf der Cover-Rückseite anzuzeigen.

 

 

Das Lunecase leuchtet, ohne Strom aus dem Akku zu verbrauchen. Foto: noloinc.com

 

 

Plastiksack fürs iPhone

 

Zugegeben: Hübsch ist anders. Doch der wasserdichte Plastiksack von 3iArt ist für alle praktisch, die gerne am oder auf dem Wasser Sport treiben. Er ist leicht, absolut dicht und sorgt dank seines Auftriebs dafür, dass das Smartphone, sollte es mal über Bord gehen, nicht versinkt sondern an der Oberfläche treibt. Sogar der Kopfhöreranschluss ist wasserdicht.

 

 

Die Hülle von 3iArt soll das Smartphone zuverlässig vor Wasser schützen. Foto: 3iartconcepts.com

 

 

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