Serie: Wer hats erfunden?

Kupfer auf Speed

Glasfaser macht Kupfer zu Altmetall? Mitnichten! Swisscom sorgt mit einer Kombination neuer Übertragungstechnologien dafür, dass Kupferleitungen so schnell werden wie nie zuvor.

Sarah Hefti (Text), Hans Meyer (Foto), 29. März 2016

In den 1990er-Jahren findet das Internet langsam seinen Weg in unsere Stuben. Noch knackt und krächzt es – das Einwahlverfahren erfolgt über analoge Verbindungen und Kupferdrähte, die zwischen den Swisscom-Zentralen und den Haushalten gelegt worden sind. Ursprünglich für Telefonie eingerichtet, erlauben diese Leitungen Geschwindigkeiten von maximal 56 Kbit/s. Anders gesagt: Vergiss Download oder Streaming.

 


Immer kürzere Kupferleitungen


Das Datenvolumen im Festnetz verdoppelt sich alle 16 Monate. Kupfer mag Vorteile haben, seine tiefen Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung zählen nicht dazu. Was tun? Swisscom entscheidet, die Wege, die über Kupfer zu den Kunden führen, zu verkürzen und führt stattdessen die leistungsfähigere Glasfaser ein.

«Über Kupferleitungen werden Bandbreiten von bis zu 500 Mbit/s möglich.»

Ab 2006 werden damit die Verteilkästen in den Quartieren versorgt. Somit verringert sich die maximale Kupferdistanz auf 750 Meter. Zwei Jahre später werden Wohnungen und Geschäfte direkt mit Glasfaser erschlossen. Das aber dauert und kostet Geld. Ab 2013 wird darum Glasfaser in Kabelschächte vor die Liegenschaften gezogen – verbleibende Kupferdistanz: Maximal 200 Meter.

 

 

Weltweit einzigartiger Kupferspeed

 

Trotz Glasfaserausbau wird der Transport der elektrischen Signale auf Kupferdrähten weiter optimiert. Durch Vectoring wird das sogenannte «Übersprechen» der Signale eliminiert und somit die Übertragung via Draht schneller. Mit der Technologie G.fast werden gar Bandbreiten von bis zu 500 Mbit/s möglich. Kupfer auf Speed sozusagen!

 

 

Swisscom zeigt sich erfinderisch

 

Dieser weltweit einzigartige Technologie-Mix sorgt dafür, dass die Schweiz über eine der besten Infrastrukturen für Telekommunikation verfügt. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter: Bis Ende 2020 sollen 85 Prozent aller Haushalte einen Festnetzanschluss mit mindestens 100 Mbit/s haben. Na dann: Happy Streaming.