Wiedersehen dank GPS

Petpointer findet vermisste Büsis

Ist Ihr Haustier wieder einmal ausgebüxt? Petpointer ersetzt das stundenlange Suchen in der Nachbarschaft. Dank einem GPS-Tracker im Halsband wissen Sie, wo sich Ihr Hund oder Ihre Katze sich aufhält.

Hansjörg Honegger (Text), 29. September 2016

Katzen lieben ihre Freiheiten und sind gerne über ein bis zwei Tage weg. Doch kommen sie mehrere Tage nicht nachhause ist es möglich, dass sie gestohlen worden, weggerannt oder gar in einen Unfall verwickelt sind. Gemäss der Tiermeldezentrale TMZ gehen in der Schweiz jährlich rund 30'000 Hunde und Katzen verloren.

 

Viele dieser Tiere werden auf der Internetplattform Petfinder.ch ausgeschrieben – entweder, weil sie gesucht werden, oder weil sie von jemandem aufgenommen wurden. «Es war für uns immer etwas frustrierend, dass wir erst aktiv werden konnten, wenn das Tier schon verloren gegangen war», meint Petfinder-Geschäftsführer Hanns Fricker. Viel praktischer, so dachte er sich, wäre es doch, gleich zu sehen, wo sich das vermisste Tier gerade aufhält.

 

 

Tiere finden dank GPS-Empfänger

 

Ganz nach dem Motto «die ganzen GPS-Empfänger in Handys und Navigationsgeräten können das ja auch» machte sich Fricker und sein Team daran, gemeinsam mit Spezialisten ein Ortungsgerät für Hunde und Katzen zu entwickeln. Heute ist das Gerät erhältlich unter dem Namen Petpointer.

 

 

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Mit Petpointer sehen Sie, wo sich Ihr Haustier befindet – dank Ortungstechnologie und moderner Kommunikationstechnik von Swisscom. (Video: Petpointer)

 

 

Doch bis es soweit war, mussten einige Hindernisse überwunden werden. Zuerst einmal die Grösse: Einem Stubentiger kann man kein Smartphone um den Hals binden – das Tier wäre kaum glücklich mit so einem Riesenklotz um den Hals. Ausserdem birgt ein Halsband gerade für eine Katze ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Klettert sie auf einen Baum und hängt das Halsband an einem Ast ein, besteht die Gefahr, dass sich das Tier verletzt.

Der Verschluss des Halsbands funktioniert wie eine Skibindung. Er öffnet sich erst ab einer gewissen Belastung.

«Wir sprachen mit Ingenieuren und Spezialisten aus der Uhrenindustrie und konfrontierten sie mit dem Problem», erzählt Fricker. Nach einem knappen Jahr Tüfteln dann die geniale Lösung: Der Verschluss des Halsbands funktioniert wie eine Skibindung. Er öffnet sich erst ab einer gewissen Belastung. So kann das unbeabsichtigte Verlieren des Geräts verhindert werden und gleichzeitig wird ausgeschlossen, dass sich das Tier verletzt.

 

 

Stündliche Positionssignale

 

Akku und Sender von Petpointer sind gerade mal 14 Quadratzentimeter gross – auch das eine Meisterleistung, entwickelt in der Schweiz, wie Fricker betont. Wer jetzt aber denkt, er könne quasi in Echtzeit via PC oder Handy kontrollieren, wo sich sein Tier gerade herumtreibt, muss umdenken: Petpointer sendet nur in bestimmten Zeitintervallen ein Positionssignal, das auf einen zentralen Server geht. Meist stündlich oder alle zwei Stunden. «Wir haben immer wieder Diskussionen mit Kunden, die denken, sie könnten jetzt ihr Tier tracken, also pausenlos nachverfolgen», so Fricker. Das sei aber ganz bewusst nur in Ausnahmefällen möglich. «Wir wollen die Strahlenbelastung für das Tier so klein wie möglich halten. Wenn das Gerät immer sendet, tut das dem Tier nicht gut und der Akku ist zu schnell leer.»

Petpointer überwacht die Tiere nicht, sondern vereinfacht die Suche nach ihnen.

Ausserdem hätte ein Echtzeit-Tracking mit einem günstigen und leichten GPS-Ortungsgerät wenig Sinn. Wollte man die Genauigkeit erreichen, die für eine Katze, die durch Vorgärten wandert, ausreicht, müsste sehr viel mehr Geld ausgegeben werden – und das Gerät wäre schlicht zu gross. Heutige GPS-Navigationsgeräte funktionieren nach dem Prinzip der Wahrscheinlichkeit: Wenn ein Auto auf einer Strasse fährt, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es einige Sekunden später immer noch auf dieser Strasse fährt. Ein Test beweist das: Fricker legt sein Handy mit eingeschaltetem GPS-Sender auf sein Pult. Der Ortungspunkt springt stetig zwischen den zwei Strassen hin und her, die sich links und rechts seines Büros befinden.

 

 

Haustiere finden dank GPS-Tracker im Halsband: Petpointer macht es möglich.

 

 

Petpointer ermöglicht ganz bewusst keine nahtlose Überwachung des Haustieres, sondern vereinfacht die Suche nach verlorenen Tieren. Wenn man weiss, wo sich das Tier zuletzt befand, lässt sich die Suche eingrenzen: Kippfenster, Tiefgaragen oder Kellerfenster in der Umgebung sind dann schneller abgesucht.

 

 

Bedienung via PC oder App

 

Petpointer ist einfach zu bedienen. Nach einer ersten Registrierung stellt man per Internet-Browser an PC oder per App am Handy den gewünschten Sende-Intervall ein. Hier lässt sich auch die Karte mit den Trackingpunkten abrufen. Besonders praktisch: Der Besitzer kann ein gewisses Gebiet definieren, in dem sich sein Liebling bewegen darf. Verlässt das Tier dieses Gebiet, wird automatisch ein Alarm ausgelöst. Das Angebot umfasst einerseits die Hardware und andererseits ein Abonnement für den Ortungsdienst. Weitere Kosten fallen nicht an.

 

Und wer seine Neugier nicht bändigen kann, dem sei ab und an auch mal ein Tracking gegönnt: «Solange der Sender nicht permanent eingeschaltet wird, haben wir damit überhaupt kein Problem», grinst Fricker.

 

 

Petpointer für Ihr Smartphone

Petpointer zeigt Ihnen auf, wo sich Ihr Haustier befindet. Die App gibt's für iOS und Android.

 

 

 

 

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