Smarte Schlaf-Gadgets

Digital ins Land der Träume

Matratzen, die Kaffee brauen, Kissen, die das Schnarchen stoppen, oder Wecker, die nur bei gutem Wetter klingeln: Auch vor dem Schlafzimmer macht die Digitalisierung nicht Halt. Wir zeigen die verrücktesten Schlaf-Gadgets.

Christoph Widmer (Text), 18. Oktober 2017

Heute hat die Arbeit Thomas alles abverlangt. Er möchte nur noch eines: schlafen. Als er zuhause ankommt, wartet sein Bett bereits vorgewärmt auf ihn. Thomas wirft sich hinein. Dass das Licht in seinem Schlafzimmer noch brennt, kümmert ihn wenig: Es schaltet sich von selbst aus. Nachdem der Wecker am nächsten Morgen klingelt, bleibt Thomas noch für ein paar Minuten liegen; trotzdem läuft die Kaffeemaschine bereits warm. Nur wenig später geniesst Thomas merkbar ausgeruht und fit seinen Espresso.

 


Das Bett, das sich selbst macht


Thomas schläft auf einer der smarten Matratzen von Eight Sleep, die gleich mit mehreren Funktionen für optimale Erholung sorgen: Über eine App lässt sich die Temperatur von beiden Matratzenhälften individuell einstellen. Das geschieht auf Wunsch sogar zeitgesteuert – oder man bittet den Sprachassistenten Alexa darum. Die Matratzen unterstützen auch den Smart-Home-Webdienst «If This, Then That», kurz IFTTT. Über diesen lassen sich verschiedene Smart-Home-Geräte miteinander verbinden und simple «wenn-dann»-Befehle erstellen. So schalten sich smarte Glühbirnen aus, wenn der Nachtmodus der Matratzen aktiviert ist. Oder die Kaffeemaschine beginnt zu brodeln, wenn der integrierte Wecker klingelt. Und während dem Schlaf sammeln die Matratzen von Eight Sleep Daten zu Schlafdauer, Schlaftiefe oder Atemfrequenz, die sich mit Fitness-Apps wie Google Fit oder Apple Health synchronisieren lassen.

 

 

Eight Sleep: Per App lässt sich die Temperatur der Matratze steuern. Bild: Eigth Sleep.  

 

 

Wer in Zukunft etwas smarter schlafen möchte, dem stehen neben digitalisierten Matratzen auch andere Gadgets zur Auswahl. Zum Beispiel die Bettdecke Smart Duvet, die im November erhältlich sein soll. Egal, wie zerknüllt man die Decke hinterlässt, sie breitet sich wieder schön auf dem Bett aus – dank integrierten Luftkammern, die über eine elektrische Pumpe mit Luft befüllt werden. So legt sich die Decke immer wieder ordentlich hin. Über eine App bestimmt man, wann sich das Bett machen soll. Oder man bestimmt für beide Deckenhälften die jeweilige Temperatur.

 

 

 

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Wer ein Smart Duvet besitzt, muss sein Bett nicht mehr selber machen. Video: smartduvet.com

 

 

Kissen gegen Schnarchen


Nicht nur Bettdecken, sondern auch Kopfkissen gibt es inzwischen mit digitaler Ausstattung: Das Zeeq Smart Pillow verfügt etwa über integrierte Bluetooth-Kopfhörer, über die sich via App die eigene Playlist, der Spotify-Stream oder die voreingestellte Entspannungsmusik abspielen lässt. Der Bettnachbar hört davon nichts. Dank einem Timer schaltet sich die Musik nach einer bestimmten Zeit wieder aus.

 

 

Entspannt mit Musik: Das intelligente Kissen Zeeq. Video: Youtube/REM-Fit TV

 

 

Über mehrere Bewegungssensoren und ein Mikrofon sammelt das Zeeq-Kopfkissen nicht nur Schlafinformationen, sondern erkennt auch schnarchende Nutzer: Es bringt den Störenfried dann mit einer leichten Vibration dazu, sich zu drehen, was im Idealfall die Atemwege öffnet – und das Schnarchen stoppt.

 


Verkehrsmeldung vom Wecker


Das Zeitmanagement meistern smarte Morgenmuffel dagegen mit Bonjour, dem Sprachassistenten-Wecker vom französischen Unternehmen Holi. So klingelt der Wecker zum Beispiel früher, wenn auf dem Arbeitsweg Stau herrscht. «Bonjour» kann sogar mit dem eigenen Terminkalender verknüpft werden. Wer morgens also etwas länger liegen bleiben möchte, wird unter Umständen an das wichtige Meeting mit dem Kunden erinnert, das bald ansteht. Auch «Bonjour» unterstützt IFTTT und schaltet auf Wunsch etwa Lichter und Kaffeemaschine ein. Oder spielt die Aufnahmen von Aussenkameras ab, sobald Tiere oder gar Einbrecher vorbeihuschen. Und am Wochenende verzichtet der Wecker auf seinen «Guten Morgen»-Weckruf, wenn das Wetter zu schlecht fürs geplante Lauftraining ist.

 

 

Der Wecker Bonjour kennt die aktuelle Verkehrslage und die Termine seines Benutzers.

 

 

Fitbit hilft auch beim Schlafen


Um ganz einfach mehr über den eigenen Schlaf zu erfahren, reicht dagegen schon ein Fitness-Tracker. So liefert etwa das Fitbit Blaze eine Zusammenfassung aller Schlafphasen, die man in der Nacht durchläuft – auf Grundlage von Bewegungs- und Herzfrequenzmustern. Die vom Armband gesammelten Informationen lassen sich am nächsten Morgen einfach über die Fitbit-App einsehen. So behält man seinen Schlaf stets im Auge. Mit der App lässt sich sogar ein Schlafplan festlegen. Damit erreicht man stets sein Schlafziel – und sorgt dadurch für einen gesunden Schlafrhythmus.

 

 

 

 

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