Fruchtbarkeits-Tracker und Zyklus-Apps

Schwanger dank digitaler Hilfe

Wenn es mit dem Schwangerwerden einfach nicht klappen will, helfen vielleicht Messgeräte und Apps: Sie berechnen den Zyklus der Frau und zeigen die fruchtbaren Tage an.

Christoph Widmer (Text), 13. Juni 2017

Es ist wie verhext: Seit über einem Jahr versuchen Julia und Martin bereits, ein Kind zu kriegen. Schon mehrmals hat das Paar deswegen einen Arzt aufgesucht, unzählige Tipps befolgt und Bücher verschlungen. Doch es will einfach nicht klappen mit dem Schwangerwerden. Die beiden sind ratlos. Die einstige Vorfreude auf die eigene Familie verfliegt allmählich, stattdessen macht sich Verzweiflung breit.


Doch vielleicht könnten digitale Helfer den Kinderwunsch endlich wahr werden lassen: Inzwischen gibt es für Frauen verschiedene Apps und Geräte, die bei der Familienplanung helfen sollen. Sie geben Auskunft über Zyklus, zeigen Eisprung und fruchtbare Tage an, und erhöhen so die Chancen, schwanger zu werden.

 

 

Die App Clue gibt Auskunft über den Menstruationszyklus.  

 

 

Die App vom Berliner Start-Up Clue hilft Frauen dabei, ihren Menstruationszyklus zu berechnen. Dabei misst die Anwendung keine Körperwerte direkt. Vielmehr führt die Nutzerin Tagebuch über ihren Zyklus: In Form von Icons macht sie etwa Angaben zu Schmerzen, Stimmungsschwankungen und sexueller Aktivität. Aufgrund der gesammelten Daten berechnet die App ihren Monatszyklus: In der Grafik wird nicht nur der Zeitpunkt der Menstruation, sondern auch jener der fruchtbaren Tage oder des prämenstruellen Syndroms (PMS) angezeigt.

 


Körpertemperatur messen, Eisprung feststellen


Ähnliche Angaben liefert auch Trackle – mit einem Unterschied: Die fruchtbaren Tage werden mit einem Temperatursensor bestimmt, der die Daten an die Smartphone-App übermittelt. In der Regel ist die Körpertemperatur ein verlässlicher Wert, um die fruchtbaren Tage im Zyklus festzustellen. Die Temperatur steigt beim Eisprung, also wenn Frauen fruchtbar sind, an. Jedoch können etwa Schlafmangel, Alkohol oder eine Erkältung die Ergebnisse verfälschen. Deshalb wird der Mini-Sensor vaginal über Nacht getragen: So kann er über mehrere Stunden eine aussagekräftige Durchschnittstemperatur messen. Mit zusätzlichen Angaben, die Nutzerinnen in der Trackle-App festhalten, sollen die Ergebnisse noch genauer werden.

 

 

Trackle misst die Temperatur, die App berechnet die fruchtbaren Tage. Video: Youtube/trackle.

 

 

Ein Nachteil bleibt aber: «Die Körpertemperatur gibt eigentlich nur eine genaue Auskunft darüber, wann der Eisprung bereits passiert ist. So versäumt ein Paar die fruchtbaren Tage vor dem Eisprung», erklärt Franziska Salis, Country Managerin DACH von Ava. Das Zürcher Unternehmen ging aus der Start-up Challenge von Swisscom hervor und hat ebenfalls einen Fruchtbarkeits-Tracker entwickelt – in Form eines Armbands. Nutzerinnen tragen es über Nacht und synchronisieren die gesammelten Daten jeden Morgen mit der App.

 


Ava verpasst keine fruchtbaren Tage


Der Clou: Das Armband von Ava misst nicht nur einen, sondern insgesamt 9 verschiedene Parameter, um die fruchtbaren Tage zu berechnen. Darunter etwa den Ruhepuls, die Hauttemperatur, die Durchblutung – und auch die Qualität der gesammelten Daten: Der Körper muss vollständig ruhen, genaue Messwerte sind nur bei mindestens vier Stunden Schlaf möglich. Bei einer kürzeren Schlafphase verwirft der Tracker die Daten – ebenso bei leerem Akku, oder wenn der Sensor den Kontakt zur Haut verliert.

 

 

Das Armband von Ava schickt die gemessenen Werte an die Smartphone-App.  

 

 

Aufgrund der gesammelten Informationen ermittelt die App auch die fruchtbaren Tage vor dem Eisprung: «Ava erkennt im Schnitt 5,3 fruchtbare Tage pro Zyklus», erklärt Salis. «Ein Paar hat dadurch mehr Zeit für den Geschlechtsverkehr.» Der Haken: Wie alle anderen Fruchtbarkeits-Tracker liefert auch Ava nur bei Frauen mit regelmässigem Zyklus zuverlässige Werte.


Trotzdem ist das Ava-Armband mehr als eine nette Spielerei: «Uns ist es wichtig, dass der Fertilitäts-Tracker nicht als Gadget abgetan wird», erklärt Salis. Zu Recht: Klinische Studien untermauern die Genauigkeit des Fruchtbarkeits-Trackers. Und die Ergebnisse sprechen für sich: «Eine Nutzerin hat vorher drei Jahre lang vergeblich versucht, schwanger zu werden», erzählt Salis. «Mit dem Ava-Armband klappte es nach zwei Monaten.»

 

 

Tracker von Ava

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