Skype Translator im Test

Zweisprachig telefonieren

Microsoft zeigt mit dem Skype Translator, zu was die Echtzeit-Sprachübersetzung heute fähig ist. Im Test klappt allerdings nicht alles zur vollsten Verständlichkeit.

Beat Hochuli (Text), 13. Juni 2016

Microsoft hat mit der Dolmetscher-Funktion «Skype Translator» einen veritablen Coup gelandet. Diese Einschätzung ist zwar subjektiv – wie übrigens alle sogenannten Translator-Tests in anderen (Fach-)Publikationen. Doch angesichts der Tatsache, dass sich die Translator-Funktion noch im Versuchsstadium befindet, ist sie schon recht gut in Form.

 

 

Microsoft demonstriert den Skype Translator. Video: YouTube/Tom Warren

 

Angemerkt sei hier, dass sämtliche Anwender, die sie jetzt schon nutzen oder ausprobieren, einverstanden sein müssen, dass die Konversationen von Microsoft/Skype auf deren Servern gespeichert werden. Zwecks Verbesserungsbemühungen, wie der Windows-Konzern zu Recht verlauten lässt. Denn zu verbessern gibt es in der Tat noch viel – aber das wird in den kommenden Jahren geschehen.

 

 

Erstaunlich bis «schockierend»

 

Fakt ist, dass meine drei «Versuchskaninchen», die vorher noch gar nicht gewusst hatten, dass es den Translator überhaupt gibt, echt – ja, wie soll man sagen? – überrascht, überwältigt, fast etwas schockiert und dann glücklicherweise auch noch sehr amüsiert waren. Warum?

 

Einerseits dolmetscht der Translator alle Standard-Sätze – Begrüssungen, einfache Fragen, einfache Sätze – erstaunlich exakt. Die Bedingung dafür ist allerdings, dass man nicht zu schnell redet, aber auch nicht zu langsam – und dass man deutlich prononciert. Und man muss Geduld haben: Anders als bei einem normalen Skype-Anruf, kann man im Gespräch nicht verbal dazwischenfahren. Tut man es trotzdem, dann fängt der Translator an zu «schwurbeln», weil er nicht mehr nachkommt.

 

 

Skype Translator, die Bedienungsanleitung. Video: YouTube/Skype

 

 

Die Regel Nummer Eins lautet deshalb: Überfordert den armen Translator nicht! Und die zweite Regel: Sprecht sorgfältig! Sonst macht er aus dem englischen Jesus schnell einmal Cheese. Oder aus Bob Dylan wird Bob Taylor (nichts gegen Robert Taylor, apropos!).

 

 

Damit der Skype Translator optimal dolmetschen kann: Immer schön langsam und deutlich reden.

 

 

Gute Slam Poetry

 

Meine vielsprachige Gesprächspartnerin und Testperson hat folgende Schlüsse gezogen: Erstens: Wenn es so weitergeht mit der Stimmenerkennung, werden viele Jobs (beispielsweise in Contact Centers usw.) obsolet. Zweitens: Gegenwärtig ist die Echtzeit-Übersetzung von Englisch auf Deutsch besser als umgekehrt – und sowohl Deutsch-Spanisch als auch Spanisch-Deutsch sind noch massiv verbesserungsfähig. Drittens: Der Translator sorgt automatisch für gute Slam Poetry – die er dann aber selber, je nach Zufall oder Einfall, als Lamp Poetry, Slamp Porti oder gar als Sam Pottery verstanden haben will. Aber wie gesagt, das wird sich ändern – bald.

 

 

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im Test

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