Unzimperliche Geräte und Schutzhüllen

Wie Smartphones den rauen Alltag überstehen

Wie schützt man Mobilgeräte gegen Wasser, Staub, Stösse und Kälte? Robuste Hüllen machen Smartphones und Tablets allwettertauglich. Spezielle «Ruggedized»-Geräte sind von Haus aus vor Umwelteinflüssen gefeit.

Urs Binder, 11. Januar 2017

Kälte, Nässe, Dreck: Smartphones und Tablets mögen harsche Umweltbedingungen nicht wirklich. Ebenso empfindlich sind unsere Mobilgeräte auf harte Stösse und Herunterfallen. Davon zeugt die Schadenstatistik: Displayschäden machen laut einer Onlineumfrage der deutschen Fernsehsender ARD und ZDF 76 Prozent der gemeldeten Schäden an Smartphones aus. Ein kurzer Blick auf die Mitpassagiere in einer S-Bahn bestätigt es – zerbrochene Touchscreen-Glasfronten im «Spiderman-Muster» sind häufig zu sehen.

 

 

Akkus mögen’s körperwarm


Im Winter spielt ein anderes Phänomen die Hauptrolle. In der Kälte gibt der Akku gerne mal den Geist auf. Die chemischen Prozesse in der Batterie laufen langsamer ab, die nötige Spannung wird nicht mehr erreicht. Dagegen hilft nur eines: Den Akku warm halten. Das Smartphone in einer Jacken- oder Hosentasche aufbewahren und nur dann herausnehmen, wenn es wirklich sein muss. Zum Telefonieren nutzt man ein Headset, dann kann das Mobilgerät an der Wärme bleiben.

Temperaturschocks verträgt die Elektronik schlecht. Vor allem deshalb, weil sich Kondenswasser bildet.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn das Gerät aus der Kälte in eine wärmere Umgebung kommt, zum Beispiel von der Skipiste in die Hütte. Temperaturschocks verträgt die Elektronik schlecht. Vor allem deshalb, weil sich Kondenswasser bildet. Das Gerät auf keinen Fall auf die Heizung legen oder gar mit dem Fön aufwärmen, sondern langsam akklimatisieren lassen.

 

 

Griffin Survivor All-Terrain: Umfassender Stoss- und hinreichender Staub- und Wasserschutz.

 

 

Im Gehäuse stossgeschützt


Vor Dellen und Displaybruch schützen Smartphone- und Tablet-Hüllen. Grundsätzlich bringt jede Hülle ein gewisses Plus an Stossfestigkeit, und Schutzfolien helfen Glasbruch zu vermeiden. Noch besser sind spezielle «Rugged Cases», die typischerweise aus mehreren Kunststoff- und Gummischichten bestehen. Ein Beispiel ist die «Survivor»-Serie von Griffin Technologies. Je nach Ausführung überstehen Survivor-geschützte Geräte einen Fall aus 1,2 bis 3 Meter schadlos. Griffin-Cases findet man im Fachhandel oder in Online-Shops, die Preise bewegen sich je nach Mobilgerät zwischen 40 und 100 Franken.


Das Modell Fré von Lifeproof, für iPhone 6, 6S und 7 für 99 Franken im Swisscom-Shop zu haben, bewältigt Fallhöhen bis 2 Meter. Ebenso das Modell Nüüd vom gleichen Hersteller. Lifeproof offeriert zudem Zubehör wie den Bike & Bar Mount zur Montage des Smartphones an der Lenkstange oder den Suction Mount für die Befestigung an der Windschutzscheibe.

 

 

Auch ohne Display-Schutzfolie dichtet das Nüüd-Case von Lifeproof gegen Staub und Wasser ab.

 

 

Auch der Anbieter Urban Armor Gear (UAG) offeriert robuste Hüllen. UAG gibt jedoch keine konkreten Fallhöhen an, sondern verweist schlicht auf Test gemäss dem Standard MIL STD 810G 516.6 des US-Militärs. Diese Angabe allein informiert allerdings weder über die genaue Testmethode noch über den tatsächlich erzielbaren Schutz.

Bei der IP-Schutzart informiert die erste Ziffer über den Staub- und die zweite über den Wasserschutz.

Von Staubschutz bis Tauchgang

 

Wasserschäden sind nach Displaybruch die häufigste Ursache für Smartphone-Defekte. Und eindringender Staub ist nicht nur lästig, sondern kann die empfindliche Elektronik beeinträchtigen. Robuste Hüllen bieten deshalb auch Staub- und Wasserschutz. Die IP-Schutzart gibt Auskunft, wie weit der Schutz geht. IP55 wie beim Griffin Survivor bedeutet Schutz gegen «Staub in schädigender Menge» und gegen «Strahlwasser aus beliebiger Richtung». Völlig staubdicht sind IP55-geprüfte Hüllen jedoch nicht, und ins Wasser tauchen kommt auch nicht in Frage.


Bei der IP-Schutzart informiert die erste Ziffer über den Staub- und die zweite über den Wasserschutz. Je höher die Ziffer, desto besser der Schutz. Die besten Hüllen erreichen IP68: Vollständige Staubdichtigkeit und Schutz gegen dauerndes Untertauchen ist bei den Lifeproof-Cases Fré und Nüüd gegeben. Aber auch hier steckt der Teufel im Detail: Unbegrenzt lange Tauchgänge erlaubt auch IP68 nicht zwingend. Für die Nüüd-Hülle gilt «Zwei Meter unter Wasser für eine Stunde» – nur das wurde getestet. Die Angabe gilt überdies ausschliesslich für Süsswasser. Im aggressiveren Salzwasser ist der Schutz geringer – oder auch, wenn man Cola oder Kaffee über das Gerät schüttet.

 

 

Robustes Gerätedesign


Einige Smartphone-Modelle sind von Haus aus staub- und wassergeschützt. Zum Beispiel die Modelle Xperia Z5, XZ und X Performance von Sony (IP68), das Samsung Galaxy S7 und S7 Edge (IP68) und das HTC Evo (hier nur IP57, also nicht absolut staubdicht und nur gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt). Auch das iPhone 7 darf mit IP67 nur kurz ins Wasser, und die iPhone-6-Modelle verfügen gar nicht über eine IP-Zertifizierung.

 

 

Das Sony-Flaggschiff Xperia XZ ist nach IP68 sehr gut staub- und wasserdicht.

 

 

Spezielle Outdoor-Handys sind noch besser geschützt. Das Paradebeispiel ist das CAT S60, das Swisscom für 729 Franken oder mit Abo ab 1 Franken anbietet. Es ist nicht nur IP68-geschützt, sondern ohne zusätzliche Hülle dank robustem Gehäuse und Gorilla-Glas-Display auch bis 1,8 Meter fallsicher. Ausserdem enthält es neben der 13-Megapixel-Fotokamera als einzigartiges Feature eine Wärmebildkamera. Und es ist mit Handschuhen bedienbar – also ideal für die Arbeit auf der Baustelle oder für den Wintersport. Vergleichbar robust ist das Samsung Galaxy Xcover 3 (IP67), das sich jedoch mit der 5-Megapixel-Kamera und einem 800x400-Pixel-Display vor allem als Zweitgerät eignet.


Robust gebaute Tablets wie das Dell Latitude Rugged Tablet, das Panasonic Toughpad FZ-F1 oder der Xplore Xslate D10 sind mit Preisen um die 2000 Franken für den professionellen Einsatz gedacht. Private Tablet-Besitzer greifen am besten zu einer robusten Hülle für ihr iPad oder Galaxy Tab.

 

 

Das Latitude Rugged Tablet von Dell hält Einiges aus und lässt sich mit Handschuhen bedienen.

 

 

 

 

Covers bei Swisscom

Viele verschiedene Smartphone-Schutzhüllen gibt es auch im Swisscom Shop.

 

 

 

Swisscom Repair Center

In den Repair Centers bietet Swisscom Reparaturen vor Ort zu Fixpreisen an. Defekte Geräte werden innerhalb von 24 Stunden repariert, bei einer Express-Reparatur sogar in 3 Stunden.

 

Infos über die Swisscom Repair Centers

 

 

Diskutieren Sie mit

 

Wie gut schützen Sie Ihre Geräte im Alltag?

 

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir publizieren Leserkommentare von Montag bis Freitag.