GS-H: Bereit für den Einsatz

Als Nachfolgelösung von SAP IS-H ist mit GS-H eine stabile, zukunftsgerichtete Anwendung zur qualitativ hochstehenden Patientenadministration und -abrechnung entstanden. Die Lösung verfügt über einen hohen Integrationsgrad, effizienzsteigernde Automatisierungsmöglichkeiten und die volle Funktionalität für die Schweizer Abrechnungssysteme. GS-H wird ständig feinjustiert, ist aber schon einsatzbereit für die Schweizer Leistungserbringer.

Februar 2026, Christoph Widmer, Bild: Swisscom            4 Min.

Mit der Entwicklung der Softwarelösung GS-H steht für Schweizer Spitäler, Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen eine innovative Alternative für die weit verbreitete Branchenlösung IS-H von SAP bereit. Bei der Weiterentwicklung auf Basis IS-H waren Standardisierung und Integration wichtige Aspekte. Neben den Kernfunktionen, die von IS-H nahtlos in GS-H übernommen wurden, konnten auch bisherige Zusatzfunktionen, welche durch die Leistungserbringer entwickelt wurden, und Add-ons direkt durch die Lösung ins S/4HANA integriert werden. 
Die zukunftssichere Anwendung ist zudem hoch integrierbar und interoperabel mit der klinischen, versicherungstechnischen und behördlichen Aussenwelt. Die Interoperabilität ist durch die Unterstützung von Standards wie HL7, FHIR oder SHIP gewährleistet. GS-H wird auch mit kommenden Branchenstandards mithalten.

Interview mit Raúl Suarez, Co-Lead Hospital Business Consulting & Development, Swisscom

Wie ist der aktuelle Stand der Lösungsentwicklung und die Implementierung in Schweizer Systeme?
Raúl Suarez: Die Spezifika der Schweizer Patientenabrechnung sind bereits eingebaut, ebenso konnte die Funktionalität für den SAP-Core, der GS-H beispielsweise mit Finanzen und Controlling verbindet, implementiert werden. Bei der Helvetisierung gibt es grundsätzlich zwei Herausforderungen: Erstens müssen restlos alle gesetzlichen Vorgaben aus den Sozialversicherungssystemen implementiert werden, und zweitens gilt es, alle Schweizer Spezialitäten rechtzeitig zur Verfügung zu stellen, sodass sie bei Inkrafttreten neuer Tarife und Behördenauflagen getestet und ausgereift bereitstehen. Paradebeispiel sind die Kataloge und Regelwerke rund um die ab 2026 geltenden neuen ambulanten Arzttarife.

Welches sind die wichtigsten Features von GS-H als Nachfolgelösung von IS-H?
GS-H basiert auf dem Datenmodell von IS-H und hat alle relevanten Prozesse ins S/4HANA übernommen. Dies gilt als Basis für eine sichere Datenmigration und die Gewährleistung der Integration mit bestehenden Drittanbieterlösungen. Der Sourcecode wurde auf S/4HANA portiert und verbessert. Zudem lässt sich GS-H mit verschiedenen Cloud-Betriebsmodellen verwenden. Durch die Verbesserung übernimmt GS-H zahlreiche Funktionen, die bei IS-H zurzeit noch ausserhalb des Standards mit Kundenerweiterungen und Add-ons gelöst werden mussten. Herausragende neue Features gibt es eine Reihe, beispielsweise eine Echtzeit-Leistungsbewertung, welche den Abrechnungsbetrag immer sofort ermittelt oder die Möglichkeit, Anwendungen von Drittanbietern problemlos anzubinden. Paradebeispiel ist hier der Codierarbeitsplatz.

Migrieren Sie Ihre SAP IS-H ERP-Lösung auf die Nachfolgelösung GS-H, dem zukunftsfähigen Patientenmanagement für Schweizer Spitäler.

«GS-H basiert auf dem Datenmodell von IS-H und übernimmt alle relevanten Prozesse.»

Raúl Suarez, Co-Lead Hospital Business Consulting & Development, Swisscom

Was würden Sie als USP der Lösung bezeichnen?
Da gibt es mehrere: Im Kern verfügt GS-H über eine Event-Steuerung, welche die flexible Automatisierung von Workflows zulässt. Ohne diese Steuerung ist eine Voll- oder Teil-Automatisierung der Prozesse in der Patientenadministration und -fakturierung nicht denkbar. Ein weiterer USP ist die um einiges flexiblere und individualisierbare Navigation, die viele kundeneigene Entwicklungen in Zukunft obsolet macht. GS-H integriert zudem zahlreiche Themen, die bis dato mit Zusatzentwicklungen abgedeckt werden mussten. Sehr interessant ist ausserdem die integrierte eChat-Funktion, die fallbezogen eine interdisziplinäre, synchrone Bearbeitung erlaubt und diese gleichzeitig auch innerhalb von GS-H dokumentiert. 

Was müssen Gesundheitseinrichtungen tun, wenn sie die neue Lösung nutzen wollen? 
Die von der Allgemeinheit finanzierten Spitäler sind verpflichtet, die IS-H-Nachfolge öffentlich auszuschreiben. Dazu bedarf es eines vorgängigen Checks der aktuellen Installation, um deren Schwachstellen und nicht benötigten Erweiterungen zu erkennen. Swisscom bietet ein bewährtes Screening nach der SAP-Activate-Methode an, das zu Lieferergebnissen führt, die in der Ausschreibung direkt verwendet werden können. Es nennt sich «Discover & Prepare», andernorts wird es IS-H-Assessment genannt.

Welches sind die nächsten Schritte zur finalen Lösungsentwicklung?
Im Rahmen des Entwicklungsplans von GS-H war die Listung der Lösung im SAP-Store als einer der wichtigsten Meilensteine definiert. Die Lösung hat inzwischen einen Reifegrad erreicht, der eine Listung im 4. Quartal 2025 ermöglicht, und der Antrag an SAP wurde fristgerecht eingereicht. Nach Abschluss des Verifizierungsprozesses mit SAP wurde GS-H Ende Dezember 2025 erfolgreich gelistet.
Damit steht jedem interessierten Leistungserbringer eine umfassende Beschreibung der Produktfunktionen, der Kompatibilität mit anderen SAP-Lösungen sowie der ergänzenden Add-ons zur Verfügung. Die Kompatibilität des Produkts ist bereits sowohl für On-Premises als auch für Cloud-Implementierungen anerkannt.

Zusätzlich fokussieren Swisscom und der Software-Hersteller von GS-H auf die Anpassungen im Bereich der neuen Abrechnungstarife sowie auf die Ergänzung noch fehlender Schweizer Fall-Informationen. Bald schon kommt dann der Schritt in Richtung höherer Automatisierung, auch mittels KI. Hier steht auch die Ertragsoptimierung im Fokus, denn KI lässt die Identifizierung von Abrechnungs-Lücken zu.

Nachfolgelösung mit signifikanten Vorteilen

GS-H wurde bezüglich Patientensicherheit, Integration und Automatisierung optimiert. Gerade die Hyper-Automatisierung von Geschäftsvorfällen, die täglich hundert- oder tausendfach in den Gesundheitseinrichtungen auftreten, ermöglicht kürzere Durchlaufzeiten und somit mehr Effizienz in den Prozessen. Beispiel: vollautomatisierte, elektronische Kostgengutsprachen binnen Stunden. Auch KI-Anwendungen von Drittanbietern können standardmässig an GS-H andocken. 

GS-H zeichnet sich durch eine besonders einfache Bedienung und schnelle Navigation aus. Die flexibel gestaltbare Oberfläche bietet im Vergleich zu IS-H eine intuitivere Bedienung, sodass Benutzer*innen in kürzester Zeit einen Überblick über Patient*innen und deren Behandlungsfälle erhalten. Die Lösung generiert qualitativ bessere Auskünfte, kann Lücken und Fehler transparent machen und ermöglicht den Patientenmanager*innen mehr Zeit für die persönliche Betreuung komplexer Fall-Konstellationen und der darin involvierten Personen. Die einfache Bedienung der Software dient aber auch der Patientensicherheit. 

So lassen sich etwa Patientendubletten verhindern sowie Einträge rund um die Behandlungsfälle bereinigen. Generell optimiert GS-H die Tiefenintegration mit Behörden, Versicherern und klinischen Systemen über Schnittstellen und automatisierte Datenprozessierung. 

Fazit

Mit GS-H besteht eine Lösung, die IS-H nicht nur ersetzt, sondern übertrifft. Sie ebnet den Patientenadministrationen den Weg in die digitale Zukunft – insbesondere dank der nahtlosen Integration in die komplexe Systemlandschaft des Schweizer Gesundheitswesens. Die Lösung bietet die Chance, Prozesse neu zu denken, die Digitalisierung voranzutreiben und Schweizer Gesundheitseinrichtungen effektiv zu unterstützen. 

GS-H: Neue Spitallösung für die Schweiz

Mit GS-H entwickelt Swisscom eine Nachfolgelösung für SAP IS-H, mit der Spitäler patientenbezogene Prozesse optimieren und die Patientenversorgung verbessern.

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