Haushaltsroboter beim Wäsche waschen
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Wenn sich die Hausarbeit von selbst erledigt

Kolumne: Was sich 5G Innovations Manager Matthias Jungen vom 5G-Netz im Haushalt wünscht.

Meine Partnerin und ich sind beide berufstätig. Für den Haushalt bleibt uns nur am Wochenende Zeit. Nebst allen anderen Aktivitäten, die wir dann geplant haben. Doch ehrlich gesagt ist mir alles andere wichtiger als das Putzen. Natürlich haben wir zuhause Maschinen, die uns Haushaltsarbeit abnehmen. Geschirrspüler oder Waschmaschine zum Beispiel – wie in den meisten Schweizer Haushalten. Aber keinen Staubsaugerroboter. Wir hatten mal einen. Doch kam der nicht über die Türschwelle und war ziemlich dumm. Er verschluckte sich immer an unseren Kabeln und strandete dann irgendwo in einer Ecke.

Humanoide Roboter

Im Vergleich zu Industrie- oder Servicerobotern sind humanoide Roboter dem Menschen nachempfunden. Sie ähneln uns mit ihrem Aussehen wie auch mit ihren Bewegungen. Meist gehen sie auf zwei Beinen und kommunizieren mit uns in derselben Sprache. Je nach Entwicklungsstand können sie heute bereits rennen, Bälle fangen, Geige spielen oder Getränke einschenken. Ein häufig anzutreffender humanoider Roboter ist etwa Pepper, der Superstar der humanoiden Roboter heisst Sophia.

Wenn ich dann am Samstag mal wieder mit dem Staubsauger im Wohnzimmer stehe, denke ich daran, wie schön es doch wäre, gäbe es richtige Haushaltsroboter. Humanoide Roboter, die nicht nur problemlos jede Schwelle überschreiten, sondern freundlich aussehen und mit Menschen interagieren. Ich würde meinen Hausroboter «Charlie» nennen, in Anlehnung an Charlie Chaplin aus dem Film «Modern Times», der mich als Kind zum Lachen brachte.

Abends in die saubere Wohnung

Während wir im Büro über Excel-Tabellen brüten (oder wie das dann heisst), dampft zu Hause die Wäsche in der Maschine. Charlie ist gerade mit der Buntwäsche beschäftigt. Dank seiner Sensoraugen kann er nach Farben sortieren. Und weil alle Haushaltsgeräte über 5G miteinander vernetzt sind, weiss unser Roboter auch genau, wann die Wäsche fertig ist. Ok, das Zusammenlegen der Socken stellt für seine Motorik noch ein Problem dar. Vor allem, wenn wieder mal die eine Socke in der Wäsche verschwunden ist. Aber dank der Vernetzung lernt Charlie online von anderen Robotern, wie komplizierte Handgriffe funktionieren. Und kann so sein Wissen selbständig erweitern.

Wenn wir abends heimkommen, ist die Wohnung blitzsauber und die Küche aufgeräumt. Weil mein Smartphone Charlie mitgeteilt hat, wann ich mit dem Bus zu Hause ankomme, empfängt er mich an der Tür. Ich bin versucht, ihm ein Küsschen zu geben. Aber nein, das ginge dann doch etwas zu weit.

Stattdessen begebe ich mich in die Küche und beginne zu kochen. Das mache ich dann doch zu gerne, um es einem Roboter zu überlassen – selbst wenn der besser wüsste, was in meinem Vorrats- und Kühlschrank dem Ablaufdatum näher rückt.

Frische Lebensmittel geliefert von der Paketdrohne

Ich wäre eigentlich schon sehr zufrieden, wenn mir ein Haushaltsroboter die lästige Hausarbeit abnehmen würde. Doch wenn ich mir so überlege, könnte ein Charlie noch viel mehr für mich erledigen. Er ist ja nicht nur mit meinen Haushaltsgeräten vernetzt. Sondern auch mit der Paketdrohne, die frische Lebensmittel bringt, die Charlie beim Bauern bestellt hat. Er füllt den Kühlschrank mit extra viel Gemüse, wozu ich ihn beauftragt habe. Mit dem Haushaltsroboter ist endlich das Dilemma gelöst, dass der Kühlschrank zwar selbständig fehlende Lebensmittel nachbestellen, sich aber nicht selbst auffüllen kann.

Jetzt, im Frühling, haben sich viel Staub und Pollen angesammelt. Und wenn die Sonne dann reinscheint… Ach ja, Fenster putzen sollte ich am Wochenende auch noch. Da wäre der intelligente Roboter schon sehr praktisch. Er hat sich nämlich mit seinen Kollegen online ausgetauscht und dabei herausgefunden, dass 62,3 Prozent im Umkreis von 100 Kilometern morgen auch Fenster putzen, der Tag also ideal dafür ist.

Schwarmintelligenz rettet das Wasserglas

Auch für einfache Reparatur-Arbeiten wäre so ein Charlie sehr praktisch. Manchmal fehlt mir einfach die dritte Hand. Letztens ist mir der Henkel einer Tasse abgebrochen. Ein Unikat, selbstgetöpfert, nicht schön, aber eine schöne Erinnerung – ein Geschenk von meinem Göttibueb. Auch bei so unspektakulären Haushalts-Unfällen geht mir Charlie rasch zur Hand. Einer hält, der andere klebt. Roboter werden sich untereinander austauschen und in der Zeit eines Wimpernschlages Dinge lernen, für die wir Menschen mehrere Jahre brauchen. Und ich kann mir sicher sein, dass Charlie nicht meinen Finger mit dem Henkel verwechselt und auch nichts vom Klebstoff überquillt – er hat ja die Menge exakt berechnet.

Und während ich so sinniere und gestikuliere, werfe ich doch glatt das Wasserglas auf dem Tisch um. Wäre Charlie jetzt da, er hätte es aufgefangen. Meine ungeschickte Bewegung hätte er dank Schwarmintelligenz und schnellem 5G-Netz erkannt und das Glas vorm Zersplittern gerettet. Ist das dann ausschliesslich praktisch oder schon Bevormundung? Wie weit sollen Roboter eigentlich selbständig handeln und das menschliche Leben unterstützen? Ich bin zuversichtlich, dass wir solche ethischen Fragen gelöst haben, bis Charlie serienreif ist. Aber was wollte ich schon wieder kochen?

Ich freue mich jedenfalls auf 5G, das vieles erlaubt, was heute noch unvorstellbar ist!

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