Energieverbrauch

6 Tipps zum Stromsparen mit Gadgets und Apps

Gadgets und Apps unterstützen uns dabei, Energie zu sparen: Die digitalen Helfer informieren über den Energieverbrauch, bringen einen Motivationsschub für energieeffizientes Verhalten und vereinfachen die Steuerung der Stromfresser.

Urs Binder (Text), 18. Oktober 2016

In unserem Alltag verbrauchen wir viel unnötige Energie: Geräte laufen weiter und ziehen Strom, weil man vergessen hat, sie auszuschalten. Man lüftet zu oft und zu lange, obwohl die Luftqualität einwandfrei ist. Beim Duschen hat kaum jemand eine Ahnung, wie viel Wasser durch den Schlauch geht. Und auf jedem Haushaltsgerät prangt im Laden eine bunte Etikette mit Stromverbrauchsklassen – aber was bedeutet das wirklich? Verzweiflung ist nicht angesagt: Für all diese Probleme gibt es nützliche Helfer in Form von Gadgets und Apps.

 

 

Smart duschen


Das Zürcher ETH-Spin-off-Unternehmen Amphiro hat den ersten Smart Meter für die Dusche auf den Markt gebracht: Die intelligente Verbrauchsanzeige Amphiro B1 Connect lässt sich ohne Werkzeug zwischen Duschschlauch und Handbrause montieren. Das Gadget misst beim Duschen den Wasserverbrauch und die Temperatur, präsentiert die Ergebnisse auf einem Display und leitet die Messungen via Bluetooth an die Amphiro-App weiter. Eine Batterie ist dazu nicht nötig: Im Inneren des Gadgets ist ein Mikro-Wasserkraftwerk eingebaut, das den Strom für die Elektronik liefert.

 

 

Amphiro B1 Connect informiert, wie viel Wasser mit welcher Temperatur man beim Duschen verbraucht.

 

 

Wenn man den Verbrauch kennt, so die Idee von Amphiro, geht man bewusster mit Energie und Wasser um. Das Realtime-Feedback soll zum Sparen motivieren. Laut einer internationalen Studie mit 3200 Haushalten funktioniert das tatsächlich: Im Schnitt verbrauchten die Amphiro-Nutzer im Vergleich zur Kontrollgruppe pro Dusche 0,6 Kilowattstunden weniger Energie. Das ergibt pro Haushalt und Jahr eine Einsparung von 452 kWh. amphiro.com, Preis: Fr. 89.90

 

Aussen- und Innenklima im Griff

 

Die Internet-Wetterstation von Netatmo misst nicht nur die Aussentemperatur und erfasst optional auch Wind- und Niederschlagsdaten. Das Indoor-Modul gibt auch exakte Auskunft über das Raumklima mit Temperatur, Luftfeuchte und CO2-Belastung. Das hilft beim korrekten Lüften: Statt viel zu lange das Fenster offen zu halten, lüftet man nur, bis das CO2-Level wieder in der Komfortzone angelangt ist.

 

Im Set ist ein Indoor-Modul enthalten, bis zu drei weitere lassen sich mit der Basisstation verbinden. An der Wetterstation selbst kann man nichts ablesen – alle Messergebnisse werden im Netatmo-Webportal oder in der Smartphone- und Tablet-App anschaulich dargestellt. Die App zeigt sogar Verlaufskurven und Alarmmeldungen an, etwa wenn das CO2 ein ungesundes Mass erreicht.

 

 

Das Indoor-Modul erfasst das Raumklima mit Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Belastung. Das hilft beim korrekten Lüften.  

 

 

Wer mit der blossen Messung der klimatischen Bedingungen nicht genug hat, greift zum neuesten Netatmo-Produkt. Der intelligente Heizkörperthermostat (designed by Philippe Starck) eignet sich für die meisten Heisswasser-Heizkörper der gängigen Marken – er kann via WLAN per Smartphone-App programmiert werden: Mit der App kann man zum Beispiel die gewünschte Raumtemperatur einstellen oder einen detaillierten Heizplan für den ganzen Tag festlegen.

 

Auf Wunsch auch abhängig vom Wetter, von der Anzahl Personen im Raum und der aktiven Elektrogeräte, denn die heizen ja auch mit. Der Thermostat erkennt zudem offene Fenster und regelt den Heizkörper passend. Und er ist mit Apple Homekit kompatibel. Auf diese Weise lässt er sich dank Siri auch mit Sprachbefehlen steuern.


netatmo.com, Preis Wetterstation: ab ca. Fr. 160.– (Basisstation, Aussen- und Indoor-Modul); Preis Heizkörperthermostat: ab ca. Fr. 200.– (Set mit zwei Thermostaten und Relais).

 

 

1/3 Der Heizkörperthermostat von Netatmo passt an die meisten Heisswasser-Radiatoren, lässt sich per App bedienen und erkennt offene Fenster.

2/3 Der myStrom Energy Control Switch misst den Stromverbrauch und ermöglicht das Ein- und Ausschalten von Elektrogeräten.

3/3 Die Maxsmart Power Station ist mit Steckdosen versehen, die sich per App ein- und ausschalten lassen.

1/3 Der Heizkörperthermostat von Netatmo passt an die meisten Heisswasser-Radiatoren, lässt sich per App bedienen und erkennt offene Fenster.

 

 

Elektrogeräte intelligent geschaltet


Es passiert viel zu oft: Ein Gerät läuft, obwohl es nicht mehr benötigt wird. Wenn man es merkt, ist man aber schon unterwegs und flucht leise vor sich hin, weil man es nicht ausgeschaltet hat. Der Standby-Modus ist zwar praktisch. Aber jedes einzelne Gerät auszuschalten oder gar unter den Tisch zu kriechen, um den Stecker zu ziehen, ist mühsam.

 

 

Die myStrom-App liefert Stromverbrauchsdaten und ermöglicht das Ein- und Ausschalten von Elektrogeräten.  

 

 

Auch für diese ärgerlichen Probleme gibt es Abhilfe: Der myStrom Energy Control Switch fügt sich elegant zwischen Steckdose und Gerätekabel ein, misst den Stromverbrauch und ermöglicht das Ein- und Ausschalten per Smartphone-App. Auf dem iPhone geschieht dies dank Home-Kit-Integration sogar per Siri-Sprachbefehle. Das Gerät wurde in der Schweiz für die Schweiz entwickelt: Das Gehäuse ist so konzipiert, dass an eine Dreifachsteckdose drei myStrom-Stecker passen. mystrom.ch, Preis: Fr. 39.–


Noch mehr Schaltmöglichkeiten bietet die Maxsmart Power Station, ebenfalls ein Schweizer Produkt. Die Steckdosenleiste bietet sechs einzeln per App schaltbare T13-Dosen und misst laufend den Energieverbrauch. Dazu kommen Master/Slave-, Timer- und Zufallsgeneratorfunktionen. So lässt sich durch unterschiedliche Schaltzeiten Anwesenheit simulieren, wenn man beispielsweise in den Ferien oder in der Oper ist.

 

Die Power Station lässt sich mit dem integrierten Powerline-Modul übers Stromnetz in ein PowerLAN-Netz integrieren oder über das mitgelieferte Ethernet-Kabel an den Internet-Router anschliessen. maxsmart.ch, Preis: Fr. 139.–

 

 

Die Maxsmart Power Station hat per App steuerbare Steckdosen.  

 

 

Heizkosten senken, Komfort erhöhen


Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Wunderbox, die Ihnen hilft, die Heizkosten und gleichzeitig den CO2-Ausstoss fürs Heizen um rund einen Drittel zu senken. Es gibt diese Box. Sie wurde in der Schweiz entwickelt, heisst NiQ und stammt von der Firma Neurobat. Das Gerät schafft es, durch die intelligente Nutzung von Wetter- und Gebäudedaten den Heizenergieverbrauch im Durchschnitt um 28 Prozent zu senken.

 

Besonders bei Einfamilienhäusern mit Ölheizungen rechnet sich die Installation nach wenigen Jahren und ist deutlich günstiger als beispielsweise der Einbau von besser gedämmten Fenstern oder als eine Verbesserung der Isolation. Die Box schont aber nicht nur das Portemonnaie und die Umwelt, sondern optimiert auch den Raumkomfort. Ist die gewünschte Raumtemperatur einmal festgelegt, entfällt für den Hauseigentümer jeglicher Aufwand. myniq.net

 

 

Die clevere Box NiQ nutzt Wetter- und Gebäudedaten, um den Heizenergieverbrauch automatisch zu senken.  

 

 

Klarheit bei Haushaltsgeräten


Waschmaschinen, Trockner, Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Fernseher, Lampen – alle verbrauchen viel Strom und sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die mehrfach preisgekrönte Ecogator-App bringt Übersicht in den Gerätedschungel und gibt Einblick in die Verbrauchsdaten von tausenden Elektrogeräten. Ecogator wartet als einzige Kaufberatungs-App mit einem Energielabel-Scanner auf: im Laden einfach das Energieklassenlabel einscannen und den Stromverbrauch der verschiedenen Geräte vergleichen und bewerten. Allerdings ist der Gerätekatalog der App auf den deutschen Markt fokussiert. Manche Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernseher & Co. sind zwar auch hierzulande erhältlich, die Einbaugeräte nach CH-Norm 55 cm sind jedoch nicht enthalten. Mehr zu energiesparenden Elektrogeräten in der Schweiz findet sich unter www.topten.ch.

 

Darüber hinaus berechnet sie die Stromkosten pro Jahr oder über die gesamte Lebensdauer eines Geräts, liefert Energiespartipps und prüft das Energiesparwissen mit einem abwechslungsreichen Quiz. Praktisch, oder? ecogator.de, App gratis im iTunes App Store oder Google Play Store verfügbar.

 

 

Die Ecogator-App kennt taustende Elektrogeräte und ihren Stromverbrauch. Sie dient als Kaufberater und beinhaltet ein Energie-Quiz.

Smart Home

Intelligente Beleuchtung, Sicherheit, Unterhaltung: Swisscom Smart Home Services informiert über die Möglichkeiten, das eigene Heim smart zu machen.

 

 

Stromspar-Gadgets

Netzwerkfähige Geräte und Gadgets, die beim Stromsparen helfen, gibt es auch im Swisscom Shop.  

 

 

 

 

 

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