Smartphones – Teil 2

Wie sie unser Leben verändert haben

Das Smartphone verbunden mit einem Hochleistungsnetz veränderte unser Leben in den letzten zehn Jahren nachhaltiger, als wir es auf den ersten Blick wahrhaben wollen.

Hansjörg Honegger, 5. Oktober 2015

Kritische Geister beklagen den Verlust von fundamentalen Werten wie Freundschaft und Geselligkeit durch den übertriebenen Gebrauch von Handys und anderen mobilen Geräten wie Tablets. Doch ganz so schlimm scheint die Welt doch nicht zu sein. Eine neue Studie zeigt, dass Kinder nach wie vor mehr lesen als surfen. Vielleicht tun sie es nicht mehr in einem Buch, sondern auf dem Smartphone. Aber immerhin. Storys zeigt Ihnen im zweiten Teil acht von 15 Lebensbereichen, die durch die mobile Technologie völlig verändert wurden.

 

 

8 Social Media


Das wollen wir hier mal auf Facebook beschränken, obwohl bei jüngeren Nutzern Snapchat schwer am Aufholen ist. Facebook ist aber noch Platzhirsch und wird vor allem unterwegs genutzt: Rund 1,189 Milliarden Menschen weltweit greifen via ihr Smartphone auf das Portal zu. Und wo wir schon dabei sind: Rund die Hälfte davon ist jeden Tag auf Facebook. Zukunft: Gefühle und Gedanken werden künftig nicht mehr per Mausklick geteilt, sondern per Gedankenübertragung, ist Mark Zuckerberg überzeugt. Klar, dass Facebook dabei die Finger im Spiel haben soll. Wer mehr über diese unheimliche Prognose lesen will, kann das auf Welt.de tun.

 


9 Bezahlen


Apple, Google und Samsung bieten es an: das Bezahlen mit dem Smartphone via App. Grundsätzlich ist die Sache einfach: Dank NFC (Near Field Communication) oder einer ähnlichen Technologie kann das Handy einfach in die Nähe der Kasse gehalten werden, und der Betrag wird vom Konto des Käufers abgezogen. Doch der Anbieterwildwuchs vergällte den Anwendern bisher den Spass an der Lösung. In der Schweiz sind im Moment die Post und die Migros mit einer eigenen Lösung am Start. Banken und Swisscom konzentrieren sich gemeinsam auf Paymit. Zukunft: Das bargeldlose Zahlen mit dem Handy wird sich durchsetzen, sobald es für die Konsumenten einen klaren Standard gibt und nicht jeder Anbieter mit einer eigenen App antritt. Ein Artikel der NZZ.ch tut einen Blick in die Bezahlzukunft.

 

 

 

Damit sich das bargeldlose Zahlen durchsetzt, braucht es einen klaren Standard.

 

 

10 Einkaufen


Bereits heute ist das Smartphone ständiger Begleiter beim Einkauf. Die am meisten genutzte Funktion: der Barcode-Scanner zur Identifikation eines Produkts. Ebenfalls beliebt: Preisvergleich vor Ort. Apps für Einkaufslisten, Produktvorschläge und für Allergiker gibt es wie Sand am Meer. Zukunft: Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt: Wearables und Einkaufen passen wunderbar zusammen. Ein Produkt wird via Datenbrille im Schaufenster identifiziert und mit einem Wort bestellt. Handynutzer werden vermehrt von Geschäften in unmittelbarer Umgebung beworben. Das Gottlieb Duttweiler Institut GDI untersuchte in einer Studie die Zukunft des Einkaufens.

 


11 E-Banking


Postfinance machte es vor, alle anderen Banken zogen mit Vehemenz nach: Heute ist es einfach möglich, mit dem Handy Zahlungen abzuwickeln, das Konto zu überwachen und Geld zu verschieben. Sogar Aktienhandel via Handy ist heute kein Problem mehr. Vermehrt machen den Banken auch Online-Vermögensverwalter das lukrative Geschäft streitig. Zukunft: Nicht wenige Auguren prophezeien in den nächsten Jahren einen dramatischen Umbruch des Bankwesens. Crowdfunding und Online-Dienste graben den Banken traditionelle Geschäftsfelder schon heute ab. Die Banken investieren denn auch Milliarden in die neuen Technologien. Interessant dazu der Beitrag von 10vor10.

 

 

12 Musik hören


Erst waren es LPs, dann die Kassetten und CDs, dann die iPods und Downloads und jetzt: Streaming. Für läppische 10 Dollar im Monat stehen Abonnenten von Google Play, Spotify, Deezer, Xbox Music oder Apple Music Millionen von Songs zur freien Verfügung. Gerade Spotify prägt das Angebot: 20 Millionen zahlende Abonnenten und 55 Millionen Gratisnutzer (die mit Werbeeinblendungen «zahlen»). Zukunft: Streaming-Abos sind nicht mehr aufzuhalten. Wer sich nicht anpasst, muss sich eine Nische suchen. Einen umfassenden Vergleich der grossen Streaming-Dienste finden Sie auf Spiegel.de.

 

 

Dank Streaming-Abos hat man von überall aus Zugriff auf Millionen von Songs.

 

 
13 Lernen


Handys werden von Lehrern vermehrt in den Unterricht einbezogen. Viele spezialisierte Apps und Lehrmittel ermöglichen einen abwechslungsreichen und zeitgemässen Unterricht. Educa.ch, das Schweizer Medieninstitut für Bildung und Kultur, bietet zahlreiche Tipps und Hilfsmittel für den Umgang mit dem Handy im Unterricht an. Zukunft: Die Erwachsenenbildung wird sich noch stärker in die Online-Medien verlagern. Mobile Lösungen – vor allem auf Tablets – werden sich mittelfristig durchsetzen. Podcasts sind tolle Möglichkeiten, um Sprachen zu lernen. Die Klubschule bietet auf Podclub.ch eine ganze Sammlung – inklusive Vokabeltrainer.

 


14 Überwachung


Ein Handy lässt sich mit wenig Aufwand überwachen. Eltern beispielsweise können immer sehen, wo ihre Kinder sind, Mails, SMS, Chat und Facebook lassen sich lückenlos mitlesen. Wie sinnvoll solche Erziehungsmethoden sind, sei jetzt mal dahingestellt. Die Verwendung der Spionage-Software ist nur auf dem eigenen Gerät gestattet oder nur mit der ausdrücklichen Genehmigung des Handybesitzers. Zukunft: Wir geben es zu, diese Form des Fortschritts finden wir nicht sympathisch. Was die Zukunft bringt, möchten wir gar nicht wissen. Wer sich trotzdem für die Überwachungs-Software interessiert, findet auf der Seite Handyueberwachung.com eine Übersicht über die gängigsten Angebote.

 

 

15 TV schauen


Netflix brachte den Durchbruch für TV am Smartphone. Heute ist in den USA bereits ein Drittel des Datenverkehrs von Netflix belegt. In der Schweiz ist Swisscom mit TV Air Marktführer. Das Mobile-TV ermöglicht den Zugriff auf alle Sender auch unterwegs. Aber: Ohne 4G läuft nicht viel. Zukunft: Die Fernsehsender müssen sich überlegen, wie sie mit den veränderten Sehgewohnheiten umgehen. Eine interessante Analyse von Stefan Nünlist lesen Sie in seiner Kolumne.

 

 

Diskutieren Sie mit

 

Und wie hat das Smartphone Ihr Leben verändert?

 

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir publizieren Leserkommentare von Montag bis Freitag.