TV 2.0: interaktiv, kommunikativ, flexibel.

Die Fernseh-Zukunft ist schon ziemlich nah

Das lineare TV-Programm, wie wir es heute kennen, ist ein Auslaufmodell. TV und Internet werden in den nächsten Jahren verschmelzen – und zwar zu einem neuen Supermedium.

Michael Frischkopf (Text), 19. Mai 2016

Schon bald werden wir uns fragen: Ist das noch Fernsehen, was ich da gerade mache? Oder bin ich am Surfen, Shoppen, Chatten. Oder alles zugleich? Sechs mögliche Szenarien des Fernseh-Schauens in der Zukunft, die bereits nicht mehr nach Science-Fiction tönen.

 

 

1. Das Fernsehprogramm bestimmst du

 

Was Swisscom-TV 2.0 mit dem digitalen Videorecorder und der Replay-Funktion heute bereits bietet, ist erst der Anfang. In wenigen Jahren ist (fast) alles «On Demand». Die TV-Stationen brechen ihr lineares Programm weiter auf. Alle Sendungen sind jederzeit auf allen Kanälen verfügbar. Live-Ereignisse wie das EM-Finale sind mit diversen Zusatzinhalten angereichert konsumierbar auf weiteren Geräten wie iPad oder iPhone. Nur das Resultat des Spiels ist und bleibt live – es wird noch immer erst nach dem Abpfiff endgültig bekannt sein.

 

 

2. Am Sonntagabend wird Tatort geschaut

 

Singuläre und bewusst auf eine Uhrzeit programmierte Ereignisse wie der Tatort am Sonntagabend bleiben Strassenfeger. Sie erhalten den Nimbus der Einmaligkeit, welche die Strassen «leerfegen».

 

 

Bei manchen TV-Sendungen bleibt das gemeinsame Erleben auch trotz Zeitunabhängigkeit noch wichtig.  

 

 

Man nimmt sich also auch in Zukunft eine festgesetzte Zeit, Inhalte in Ruhe zu konsumieren; setzt sich quasi ans «elektronische Lagerfeuer der globalen Dorfgemeinschaft». Ein Begriff übrigens, den der Kommunikationstheoretiker Marshall McLuhan bereits 1962 erfand. Und weil auch am Lagerfeuer heftig diskutiert und getratscht wird, läuft parallel die Twitter-App mit den pointiertesten Reaktionen.

 

 

3. Ich bin Teil des Programms

Die Fernseh-Zukunft belässt es nicht beim Kommentieren. Bereits heute gibt es in den USA Sendeformate, die täglich die User-Kommentare und Webtrends aufgreifen. Bis die momentane Zuschauerschaft in Echtzeit eingebunden wird, ist nur noch eine Frage der Zeit. Ich werde Teil des Programms sein. Spannend, da live und exklusiv!

 

 

TV wird interaktiver und ausgedehnt auf Tablets und Smartphones.  

 

 

4. Das Supermedium braucht eine neue Fernbedienung

 

Wie beim Smartphone das Telefonieren, wird auch beim TV das Fernsehen künftig nur noch eine Anwendung von vielen sein. Also nur noch eine App. Wenn ich aber Tausende von TV-Kanälen, Apps, Games und weitere integrierte, interaktive Dienste mit einer Fernbedienung bedienen muss, wird klar: Die Fernbedienung muss neu erfunden werden – die Zapp-Logik des TVs vereint sich mit der Klick-Logik des Internets. Ob dies durch ein Touchpad oder durch eine Gesten- oder Sprachsteuerung geschieht? Wir werden sehen.

 

 

Herkömmliche Fernbedienungen reichen für das Fernsehen der Zukunft nicht aus.  

 

 

5. Personal TV – das massgeschneiderte Programm

Die Währung im Internet sind bekanntlich meine Daten. Von mir als TV-Nutzer gibt es künftig ebenfalls ein klares Nutzerprofil. Unternehmen werden das nutzen, um auf mich zugeschnittene Angebote zu kommunizieren. Eine echte Revolution für Werbung und Vertrieb, da die heimische Stube zu einem Verkaufspunkt wird!

 

Andere Anbieter werden mir helfen, mein eigenes Programm zusammenzustellen – indem sie meine Sehgewohnheiten auswerten und mein Surfverhalten im Netz analysieren, also meine Gewohnheiten kennen. Ich werde auch auf die Playlisten anderer Nutzen zugreifen können.

 

 

Der Fernseher wird immer mehr auch zum Kommunikationsmedium. Foto: Skype.

 

 

Denken wir noch weiter: Ein Suchroboter, der aufgrund meiner Kalendereinträge mein Freizeitverhalten analysiert, schlägt mir Sendungen vor oder Videos, die nicht von TV-Stationen produziert wurden, sondern von Unternehmen oder Amateuren, zu finden auf Youtube oder anderen Webseiten. Ob ich davon Gebrauch machen will? Ob ich es gut finde, immer mehr in eine eigene Nische gedrängt zu werden? Die Zukunft wird es zeigen.

 

 

6. Service-TV – mit dem Fernseher den Alltag steuern

Alle TVs werden Kameras haben. Und was bisher auf dem Laptop möglich war, wird bald in gross möglich sein. Der Supporter von IKEA hilft in Echtzeit, ein Gestell aufzubauen. Auf Zalando kann ich Kleider virtuell anprobieren und die Farbe per Klick verändern. Alles in Echtgrösse. Ein Skype-Chat mit Freunden, ein virtueller Arztbesuch, die Kamera, die das Baby beobachtet und in einem Fenster rechts oben eingeblendet werden kann? Alles mögliche Services – im Fernseher der Zukunft.

 

Swisscom TV 2.0

Swisscom TV 2.0 nimmt die Zukunft vorweg und bietet neuste Services wie Replay TV, Apps und Multiscreen-Funktionen.  

 

 

 

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