Generative künstliche Intelligenz (GenAI) hat sich vom Zukunftsthema zur konkreten Produktivitäts-Technologie entwickelt. Tools wie Microsoft Copilot oder andere KI‑Assistenten unterstützen Mitarbeitende bereits heute im Arbeitsalltag – von der Texterstellung über die Datenanalyse bis zur Planung neuer Geschäftsfelder.
Für Unternehmen, insbesondere für KMU, stellt sich deshalb nicht mehr die Frage, ob GenAI eingesetzt werden sollte, sondern wie. Dieser Überblick zeigt, welche Potenziale KI bietet, wo sie einen Nutzen bringt und welche Risiken Unternehmen im Blick behalten müssen.
Was bedeutet KI im Unternehmenskontext?
Künstliche Intelligenz beschreibt Technologien, die Aufgaben übernehmen, die bisher menschliches Denken erforderten. Besonders relevant für Unternehmen ist derzeit generative KI, die auf grossen Sprachmodellen (LLM, Large Language Model) basiert. Diese sind bereits mit grossen Datenmengen trainiert und lassen sich sofort einsetzen. Das im Unterschied beispielsweise zu Machine-Learning-Anwendungen (ML), die vorgängiges Training erfordern.
GenAI kann Texte, Bilder, Videos oder Code erstellen. Als Eingabe dient meistens Text («Prompts»). Viele Modelle können aber auch Bilder analysieren oder Audiodateien transkribieren (gesprochenes Wort in Text umwandeln). Solche Modelle sind sogenannt multimodal.
Der Betrieb eines LLM erfordert enorme Rechenleistungen. Anbieter wie Google (Gemini), Anthropic (Claude) oder OpenAI (ChatGPT) bieten GenAI deshalb als Software as a Service (SaaS) an: Die Nutzer kommunizieren mit einem Sprachmodell, das in der Cloud des Anbieters läuft. Abgerechnet wird mit einer Monatspauschale oder nach Gebrauch.
Ein prominentes Beispiel für ein Unternehmensangebot ist Microsoft 365 Copilot: Der KI‑Assistent integriert sich direkt in Office-Anwendungen wie Word, Excel, Outlook oder Teams und unterstützt Mitarbeitende bei alltäglichen Aufgaben wie:
- Zusammenfassen von Dokumenten und Meetings
- Verfassen von E-Mails, auch mehrsprachig
- Analysieren von Daten
- Erstellen von Präsentationen
Welche Vorteile bringt KI für Unternehmen?
Der grösste Mehrwert von KI liegt in der spürbaren Produktivitätssteigerung im Arbeitsalltag.
Typische Vorteile sind:
- Zeitersparnis: Routineaufgaben werden automatisiert
- Fokus auf Wertschöpfung: Mitarbeitende konzentrieren sich stärker auf strategische Aufgaben
- Entscheidungshilfe: KI analysiert Daten schneller und umfassender
- Kreativitäts-Boost: Ideenfindung und Content-Erstellung werden erleichtert
- Automatisierung von Abläufen: Der Trend geht weg von reinen Chatbots hin zu KI-Agenten, die selbständig mehrere Aufgaben oder ganze Prozesse ausführen und dabei auf unterschiedliche Systeme und Daten zugreifen (agentic AI)
Studien wie der Microsoft Work Trend Index zeigen: Mitarbeitende nutzen KI vor allem, um effizienter zu arbeiten und sich auf wichtige Aufgaben zu fokussieren.
Wie KMU konkret von KI profitieren
Gerade für KMU ist GenAI relevant. Denn sie hilft, begrenzte Ressourcen auszugleichen, Fachwissen zu erweitern und mit grösseren Unternehmen mitzuhalten.
KI‑Tools wie Copilot übernehmen dabei Rollen, die sonst Spezialwissen erfordern:
- Unterstützung bei Analysen (Management)
- Erstellung von Inhalten (Marketing)
- Strukturierung von Prozessen (HR, IT)
- Vorbereitung von Entscheidungen
Wichtig dabei ist: KI ersetzt keine Mitarbeitenden, sondern wirkt als digitaler Assistent und Wissensverstärker.

Typische Einsatzbereiche von KI im Unternehmen
GenAI ist in vielen Bereichen einsetzbar, wobei der Schwerpunkt heute auf der Erzeugung von Texten aller Art liegt. Häufig sind folgende Use Cases:
Marketing und Kommunikation
- Erstellung von Rohtexten (Website, Newsletter, Social Media)
- Optimierung von SEO-Inhalten
HR und Administration
- Erstellung von Stelleninseraten
- Zusammenfassung von Bewerbungen
- Automatisierung von Standardprozessen
IT und Entwicklung
- Unterstützung bei Programmierung («vibe Coding») und Dokumentation
- Analyse von Systemdaten
Kundendienst
- Chatbots zur Beantwortung von Standardfragen
- Automatisierte E-Mail-Antworten
Wissensmanagement
- Schnelles Auffinden von internen Informationen
- Zusammenfassung interner Dokumente
Diese Anwendungen entsprechen der ersten Stufe der KI‑Nutzung: der Integration von bestehenden Tools in den Arbeitsalltag.
Wie Unternehmen KI erfolgreich einführen
Der Einstieg in KI gelingt am besten schrittweise über Pilotprojekte mit interessierten Mitarbeitenden über die Schulung bis hin zur Nutzung im gesamten Unternehmen.
Für KMU empfiehlt sich in der Regel der Einstieg über Standardlösungen – schnell, kosteneffizient und ohne grosse IT-Projekte.
Erfolgsfaktoren:
- Klare Anwendungsfälle definieren
- Mitarbeitende einbeziehen und schulen
- Governance früh mitdenken
Ein bewährtes Modell unterscheidet drei Reifegrade:
- Nutzung von SaaS-Angeboten (z. B. Copilot, ChatGPT)
- Integration in eigene Anwendungen
- Entwicklung eigener KI-Lösungen mit eigenen Daten
KI-Agenten sind dabei je nach Ausprägung auf Stufe 2 oder 3 angesiedelt.
Risiken von KI im Unternehmen (inklusive Shadow AI)
Neben den Chancen bringt KI auch neue Risiken – insbesondere im Bereich Datenschutz und Compliance.
Ein zentrales Thema ist Shadow AI (Schatten-KI): Wenn das Unternehmen keine KI-Tools zur Verfügung stellt, nutzen Mitarbeitende ihre privaten KI-Tools eigenständig – oft ohne offizielle Freigabe.
Die häufigsten Risiken von Shadow AI sind:
- Datenabfluss: Sensible Informationen gelangen in externe Systeme und können dort unter Umständen von Unbefugten wieder abgefragt werden
- Compliance-Verstösse: gesetzliche Vorgaben werden nicht eingehalten, wenn beispielsweise Kundendaten in privat genutzten KI-Tools verarbeitet werden
- Kontrollverlust: Unternehmen wissen nicht, wie und wozu KI genutzt wird
Da KI-Tools leicht über den Browser oder eine Smartphone-App zugänglich sind, lässt sich ihre Nutzung kaum verhindern. Es ist deshalb sinnvoller, den Mitarbeitenden eine offizielle Alternative anzubieten.
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Wie Unternehmen KI sicher nutzen
Der richtige Umgang mit KI besteht nicht darin, sie zu verbieten, sondern sie kontrolliert einzusetzen.
Empfohlene Massnahmen:
- Autorisierte Tools bereitstellen (z. B. Copilot)
- Klare Richtlinien definieren
- Mitarbeitende sensibilisieren und schulen
- Governance-Strukturen etablieren
Ziel ist es, Innovation und Sicherheit miteinander zu verbinden – und die Vorteile von KI ohne unnötige Risiken zu nutzen.
KI als strategischer Erfolgsfaktor
Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsalltag nachhaltig. Für Unternehmen bietet sie die Chance, effizienter zu arbeiten, besser zu entscheiden und innovativer zu werden. Oder, wie es Microsoft im aktuellen jährlichen Work Trend Index formuliert: GenAI erweitert den Handlungsspielraum der Mitarbeitenden.
Gleichzeitig erfordert der Einsatz von KI ein Umdenken, insbesondere bei Governance, Sicherheit und Unternehmenskultur.
Für KMU gilt: Der Einstieg ist einfacher als oft angenommen, sollte aber geplant erfolgen. Wer heute erste Schritte macht, kann sich einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten.
Für KMU: Ihre nächsten Schritte
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Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um künstliche Intelligenz
Was bringt künstliche Intelligenz im Unternehmen?
Künstliche Intelligenz hilft Unternehmen, Routineaufgaben zu automatisieren, Zeit zu sparen und bessere Entscheidungen zu treffen. Mitarbeitende können sich stärker auf strategische und kreative Aufgaben fokussieren, während KI repetitive Tätigkeiten übernimmt.
Ist KI auch für KMU sinnvoll?
Ja. Gerade KMU profitieren besonders von KI, da sie fehlende Ressourcen und Fachwissen kompensieren kann. KI‑Assistenten unterstützen bei Analysen, Kommunikation und Prozessen – ohne grosse Investitionen.
Was ist generative KI (GenAI)?
Generative KI bezeichnet Systeme, die Inhalte wie Texte, Bilder oder Code automatisch erzeugen. Sie basiert auf grossen Sprachmodellen (LLM) und wird in Tools wie ChatGPT, Claude, Gemini oder Microsoft Copilot eingesetzt.
Was ist Shadow AI (Schatten-KI)?
Shadow AI beschreibt die Nutzung von KI-Tools durch Mitarbeitende ohne offizielle Freigabe des Unternehmens. Dadurch entstehen Risiken für Datenschutz, Compliance und die Kontrolle über Unternehmensdaten.
Welche Risiken hat KI im Unternehmen?
Zu den wichtigsten Risiken gehören:
- Fehlerhafte Ergebnisse durch KI (z. B. Halluzinationen)
- Datenabfluss durch unsichere Tools
- Verstösse gegen Datenschutz und Compliance
Wie können Unternehmen KI sicher nutzen?
Unternehmen sollten autorisierte Tools einsetzen, klare Richtlinien definieren und Mitarbeitende schulen. Ziel ist eine kontrollierte Nutzung, die Innovation ermöglicht und gleichzeitig Risiken reduziert.