Schweizer Unternehmen haben GenAI zwar getestet, aber der grosse Produktivitätseffekt bleibt oft aus. Doch jetzt ist der Moment gekommen, um generative künstliche Intelligenz in Form von rechtskonformen, produktiven KI-Assistenten einzuführen. Wie dies gelingen kann.
Generative KI ist längst Realität – jetzt zählt die Umsetzung. Führungsteams müssen die Integration von KI-Assistenten in die Unternehmensumgebung vorantreiben. Wer damit wartet und in der Pilotphase bleibt, erhöht das Sicherheitsrisiko und verschenkt Produktivitätspotenzial.
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Schweizer Unternehmen haben GenAI zwar getestet, aber der grosse Produktivitätseffekt bleibt oft aus. Der Artikel zeigt, warum jetzt der Moment gekommen ist, generative künstliche Intelligenz in Form von rechtskonformen, produktiven KI‑Assistenten einzuführen und wie dies gelingt.
Auf organisatorischer Ebene ist weniger die Technologie als die Adoption entscheidend. Mit konsequenter Befähigung sowie Change-Management werden Mitarbeitende zum Hebel, damit KI-Werkzeuge zu messbaren Effizienzgewinnen führen. Im Artikel erhalten Sie zudem ein Framework, das die wichtigsten technologischen Implementierungsentscheide einordnet und übersichtlich darstellt.
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Woran es aktuell hapert: Pilotmodus statt greifbarer Fortschritte
Seit dem Durchbruch von ChatGPT von OpenAI im November 2022 haben viele Schweizer Unternehmen erste Erfahrungen mit GenAI gesammelt: Sie haben Testlizenzen erworben, Pilotprojekte gestartet oder erste KI‑Anwendungen wie intelligente Chatbots integriert. Doch die erhofften Effizienzsprünge blieben noch aus, beobachtet Christof Zogg, Co‑Lead Swisscom Software Products, Swisscom.
«2026 wird das Jahr sein, in dem Schweizer Unternehmen mit GenAI-Tools echten Business-Nutzen schaffen und davon profitieren können – oder anders gesagt: vom PoC- in den Produktionsmodus wechseln werden.»
Christof Zogg, Co-Lead Swisscom Software Products
Für Führungsteams wird GenAI zur Umsetzungsfrage
Auch die aktuelle Swiss IT‑Studie der «Computerworld» zeigt, dass es zunehmend um den konkreten Mehrwert von KI geht: Im Laufe eines Jahres ist ihre Relevanz stark gewachsen. Während die Technologie 2024 noch für 35.5 % der befragten Unternehmen entscheidend war, wird sie nun für über 60 % als «strategisches Werkzeug für datengetriebene Entscheidungen, Automatisierung und betriebliche Leistungsfähigkeit» gesehen.
Darüber hinaus geben die Befragten der Studie an, dass die Produktivitätssteigerung neben Security weit oben auf der Unternehmensagenda steht. Heisst eben: Visionäre Technologien rücken erst in den Fokus, wenn sie klare Vorteile bringen. Wird denn künstliche Intelligenz noch als visionäre Zukunftstechnologie betrachtet? Definitiv nicht.
«Die grössten Effizienzgewinne verzeichnen KI‑Assistenten in den Bereichen Wissensmanagement, Prozessautomatisierung und Content Creation», stellt Christof Zogg fest. Also dort, wo internes Unternehmens-Know-how auffindbar wird, Routinen automatisiert werden und die KI‑gestützte Inhaltserstellung (z. B. Text, Bild, Audio) Teams schneller zu qualitativ besseren Ergebnissen führt.
Warum jetzt der produktive Einsatz von KI-Assistenten zählt
Christof Zogg betont: Führungsteams sollten mit der Einführung von KI‑Assistenten im Unternehmen nicht länger warten – aus zwei Gründen:
- Wachsende Sicherheitslücken: Wer jetzt nicht handelt, riskiert Lücken in der Datensicherheit. Shadow AI bedeutet, dass Mitarbeitende inoffizielle KI‑Tools mit sensiblen Daten füttern. Die Data Privacy Benchmark Studie 2024 von Cisco legt dar, dass global bereits über die Hälfte der Mitarbeitenden sensible Unternehmensdaten in nicht autorisierte KI‑Werkzeuge eingegeben hat. Klare Leitplanken im Rahmen einer AI Governance (erlaubte Tools, Datenfreigaben, Zugriffskonzepte) reduzieren dieses Risiko.
- Verlorenes Potenzial: Damit KI‑Assistenten betrieblichen Mehrwert schaffen, müssen sie mit dem unternehmenseigenen Wissen verbunden sein. Der technische Ansatz dahinter nennt sich Retrieval-Augmented Generation (RAG): KI‑Modelle, die mit internen Daten und Dokumenten angereichert werden, liefern kontextrelevante Antworten und werden damit erst zum wirklich nutzbringenden Werkzeug.
Zusammengefasst: Wenn Unternehmen nicht handeln, bleibt das Potenzial von GenAI ungenutzt, während gleichzeitig Sicherheits- und Compliance-Risiken steigen. Mit rechts- und datenschutzkonformen KI‑Assistenten (z. B. Copilot Chat, Microsoft 365 Copilot, Swiss AI Assistantvon Swisscom) adressieren Unternehmen beides.
Wo anfangen – bei internen Prozessen oder an der Kundenfront? Im Video kurz erklärt von Christof Zogg.
Erfolgsfaktor Adoption: Mitarbeitende befähigen, Nutzung verankern
Bei der Einführung von KI‑Assistenten ist die kontinuierliche Befähigung der Mitarbeitenden zentral. Nur geschulte Kolleg*innen können diese zielführend anwenden – genau dies macht den Unterschied aus zwischen einem kurzfristigen Pilotprojekt und einer nachhaltigen KI‑Transformation.
In der Praxis zeigt sich nämlich oft: Zwei bis drei Monate nach dem Rollout nutzt ein Grossteil der Belegschaft die bereitgestellten KI‑Tools kaum noch. Zwar bestehen üblicherweise kleine Gruppe engagierter Anwender*innen mit hoher Nutzungsfrequenz, doch ohne Unterstützung und klare Impulse aus der Führungsebene bleibt der Mehrwert generativer KI punktuell.
Regelmässige Schulungen, klare Guidelines und konsequentes Change-Management sind folglich zwingend. Vermitteln Sie dabei insbesondere den sicheren Umgang mit Daten und Tools (welche Daten dürfen in welches KI‑Tool), gezieltes Prompting, Qualitätskontrollen des Outputs sowie – bei agentic AI – nachvollziehbare Regeln für Freigaben und Automationen.
Zusammengefasst: Die kontinuierliche Befähigung der Mitarbeitenden ist essenziell, damit sie KI-Assistenten produktiv einsetzen können und die Effizienzgewinne messbar werden. Diesen Umstand sollten Unternehmen keinesfalls unterschätzen – KI ist und bleibt also auch eine Führungsaufgabe.
Deep Dive: Framework für die technische Implementierung von KI‑Assistenten
Neben der Einführung von KI-Assistenten auf organisatorischer Ebene, wo Themen wie Change-Management und Befähigung der Mitarbeitenden für deren erfolgreichen Einsatz zentral sind, sind bei der technischen Implementierung Entscheidungen über die Nutzergruppe, Nutzungsart, Datenschutz und -souveränität sowie über den Dokumentenzugriff zu treffen.

- Die Nutzergruppe legt fest, wie viele Mitarbeitende mit welchen Rollen KI-Assistenten verwenden können. Je nach Nutzergruppe gestaltet sich der Preisplan entweder als Preis pro nutzende Person und Monat/Jahr, als nutzungsbasierte Abrechnung (Pay-per-Consumption) oder als Flatrate pro Monat oder Jahr.
- Der Nutzungsort bestimmt,wo Mitarbeitende KI-Tools nutzen können. Deployment Channels können eine Standalone-Webapp sein, eine in das Intranet integrierte Webapplikation oder direkt in die Productivity-Suite eingebettete KI-Assistenten (z. B. in M365/Teams, Google Workspace usw.).
- Datenschutz und Datensouveränität sind zentral. Sie bestimmen, wie strikt die Anforderungen an Datenhaltung und Datenverarbeitung ausgestaltet werden müssen. Unternehmen wählen je nach Bedarf zwischen Hyperscalern respektive Public Cloud, einer Schweizer Private Cloud mit Datenhaltung und Processing in der Schweiz oder On‑Premise im eigenen Datencenter.
- Der Dokumentenzugriff definiert erstens, auf welche Dokumente KI-Assistenten zugreifen dürfen, zweitens von welchen Speicherorten (z. B. SharePoint/OneDrive, Fileserver, interne Wissensdatenbanken) und drittens unter welchen Berechtigungen. Im Dokumentenmanagement muss deshalb entschieden werden, ob Inhalte manuell pro Assistenten bereitgestellt werden, ob ein sicherer Zugriff auf bestehende Ablagen/Fileshares möglich ist oder ob ganze Datenquellen angebunden werden sollen – stets inklusive Rechteverwaltung und Datenklassifizierung.
Weiterführende Informationen
KI-Assistenten und Produktivität
Das Thema wurde in einem Livestream diskutiert. Dabei sprachen die Expert*innen unter anderem über folgende Punkte:
- Kundencase: Kombinierte Einführung von KI-Assistenten in Form eines universellen und eines spezifischen Assistenten
- Beleuchtung zweier KI-Assistenten:
- Aktuelle Entwicklungen rund um den Microsoft 365 Copilot und das Thema Lizenzkosten
- Warum der Swiss AI Assistant eine einfache Einführung «out of the box» ermöglicht
- Und schliesslich: weshalb beide Tools rechtskonform sind