Tipps Arbeit im Homeoffice: flexibel Arbeiten
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Sieben Tipps für die Arbeit im Homeoffice

Im Homeoffice arbeiten Mitarbeitende produktiver als im Büro. Doch dazu braucht es die passenden Rahmenbedingungen – und die passenden Tätigkeiten. Sieben Tipps für erfolgreiches flexibles Arbeiten.

Etwa ein Viertel der Mitarbeitenden in Unternehmen arbeiten regelmässig bis zu einem Tag pro Woche im Homeoffice oder unterwegs. Aber rund zwei Drittel würden es sich wünschen, flexibel arbeiten zu können. Das sei auch eine Kulturfrage, meint dazu Hartmut Schulze, Professor an der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW und Leiter des Instituts für Kooperationsforschung und -entwicklung. In seiner Forschungstätigkeit untersucht er die Vorteile, aber auch die Risiken und Grenzen des flexiblen Arbeitens.

Das Fazit: Von Homeoffice und flexiblem Arbeiten profitieren beide Seiten, Mitarbeitende und Unternehmen. Die Rahmenbedingungen müssen aber klar abgesteckt sein. Die folgenden Tipps helfen dabei, Bildschirmarbeit ausserhalb des Büros sinnvoll umzusetzen.

1. Planung der Arbeit

Planen Sie vorgängig die Arbeiten, die Sie im Homeoffice erledigen möchten. Hierzu eignen sich insbesondere Tätigkeiten, die hohe Konzentration und Kreativität erfordern. Dazu gehören beispielsweise das Vorbereiten eines Referats, die Zusammenstellung einer komplexen Offerte oder das Erstellen einer Verkaufsdokumentation.

Im Homeoffice erledigen Sie vorzugsweise grössere Blöcke, also Aufgaben, die längere Zeit beanspruchen. Denn an diesem Arbeitsort können Sie in Ruhe und ungestört nachdenken. Umgekehrt eigen sich Routineaufgaben wie kurze Telefonate oder die Bearbeitung von E-Mails besser fürs Büro. Bei solchen Tätigkeiten ist es ein Vorteil, wenn Ihre Mitarbeiter präsent sind. Wenn andere um Sie herum konzentriert arbeiten, schweifen Sie weniger ab.

Wenn Sie Routinearbeiten im Homeoffice erledigen, können Ihnen fix eingeplante Zeitblöcke helfen. Legen Sie beispielsweise die Beantwortung von E-Mails auf die Zeit direkt nach dem Mittagessen.

2. Arbeitsorganisation

Der grosse Vorteil am Homeoffice liegt darin, dass Sie sich Ihre Arbeitszeit frei einteilen können. Beispielsweise können Sie eine erste Tranche am Morgen früh erledigen und sich dafür um den Zmittag für die Kinder kümmern. Doch dabei ist es wichtig, dass Sie Pausen einplanen, in denen Sie sich kurz entspannen – und nicht nur Hausarbeiten erledigen.

Abhängig davon, wie intensiv Sie im Team arbeiten, sollten Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Ihren Arbeitsort und die Verfügbarkeit informieren. Dazu nutzen Sie Kommunikationsmittel wie Microsoft Teams, Lösungen für IP-Telefonie und Unified Communications & Collaboration (UCC) oder den Kalender.

3. Arbeitsplatz einrichten

Richten Sie sich zuhause einen Arbeitsplatz ein, den Sie gut ausstatten. Vielleicht benötigen Sie einen grossen Bildschirm oder eine schnelle Internetverbindung. Sorgen Sie dafür, dass die Infrastruktur Sie beim Arbeiten unterstützt und nicht behindert.

4. Behalten Sie Ihre Rituale bei

Benehmen Sie sich vor Arbeitsbeginn im Homeoffice so, wie wenn Sie ins Büro fahren würden. Trinken Sie Kaffee, putzen Sie sich die Zähne und ziehen Sie sich an. Das hilft Ihnen, im Kopf auf den «Arbeitsmodus» umzuschalten.

5. Teamarbeit organisieren

Homeoffice führt zwangsläufig dazu, dass Sie Ihre Arbeitskollegen weniger häufig treffen. Der informelle Austausch ist aber wichtig für das Wohlbefinden, weshalb auch geübte «Heimwerker» nicht mehr als ein bis zwei Tage pro Woche ausserhalb des Büros arbeiten.

Wenn Sie dennoch häufiger im Homeoffice arbeiten, organisieren Sie virtuelle Treffen. Dazu gehört zum Beispiel ein virtueller «Kaffeeklatsch» zu einer fixen Zeit. Nehmen Sie sich einen Kaffee (oder ein anderes Getränk) und tauschen Sie sich via Online-Konferenz mit Ihren Arbeitskollegen aus.

6. Die Kultur pflegen

Untersuchungen zeigen, dass Mitarbeiter, die Homeoffice nutzen, eher zu viel arbeiten. Das kann zu einer Überbelastung mit den bekannten Folgen bis hin zu Burnout führen. Die Arbeitsorganisation im Homeoffice ist deshalb ein Thema, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Vorgesetzten und im Team mit ihren Kolleginnen und Kollegen besprechen sollten. Denn diese kriegen es gar nicht mit, wie viel Sie zuhause wirklich arbeiten. Um das gesunde Mass zu wahren, helfen die folgenden zwei Empfehlungen weiter:

  • Schreiben Sie die Arbeitszeit im Homeoffice auf und besprechen Sie sie mit Ihrem Chef.
  • Vereinbaren Sie eine dreimonatige «Probezeit» fürs Homeoffice. Danach besprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten, ob Form und Umfang so passen oder ob Anpassungen nötig sind.

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7. Zuletzt: ein Wort an den Chef

Flexibles Arbeiten verlangt eine Führungskultur, die von Vertrauen und nicht von Kontrolle geprägt ist. Wenn Sie Homeoffice in Ihrer Firma neu eingeführt haben, hilft es besonders am Anfang, regelmässiges Feedback über den Stand der Arbeiten zu verabreden. Hierzu können Sie aktuelle Kommunikations- und Kollaborations-Tools nutzen, wie etwa eine gemeinsame Dateiablage oder eine Chat-Funktion. So können Sie sich über den Stand der Arbeiten austauschen. Und nicht zuletzt lohnt es sich, Homeoffice auch als Chef mal selbst auszuprobieren!

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Hartmut Schulze, FHNW

Prof. Dr. Hartmut Schulze leitet das Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung an der Hochschule für Angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Das Institut beschäftigt sich mit der Analyse und Gestaltung der Zusammenarbeit in Teams, Organisationen und Netzwerken.

Hartmut Schulze studierte Psychologie mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie in Marburg und Hamburg. Er war unter anderem an der Universität Hamburg und bei DaimlerChrysler tätig und ist in verschiedene Forschungsprojekte involviert. Diese Tipps entstanden in Zusammenarbeit mit Hartmut Schulze.


Aktualisierte Version eines Artikels vom November 2018.

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