SAP Business Technology Platform

Integration und Erweiterung in der Cloud einfach gemacht

Die SAP Business Technology Platform bietet einfache und effiziente Möglichkeiten, SAP- oder Drittanbieter-Software in bestehende Systeme zu integrieren und in ihrer Funktionalität zu erweitern. Mit der PaaS-Lösung lassen sich SAP-Anwendungen unkompliziert verbinden und den eigenen Anforderungen anpassen – ohne aufwändige Softwareentwicklung.

Text: Felix Raymann, Bilder: istock, 31

Die SAP Business Technology Platform (BTP) ersetzt die bisherige SAP Cloud Platform. Sie bildet als Platform-as-a-Service (PaaS) eine einheitliche Technologiebasis für alle SAP-Anwendungen und deren Integration in Umsysteme. Über die Plattform lassen sich auch systemfremde Anwendungen integrieren – sogar solche, die auf modernen Technologien wie IoT, Machine Learning oder Blockchain basieren. Zudem können SAP-Lösungen auf einfache Weise in ihrer Funktionalität erweitert werden. Für die Nutzung der BTP ist keine eigene Infrastruktur notwendig und es entstehen weder Anfangsinvestitionen noch hohe administrative Aufwände. Zwei wichtige Dienste der Plattform sind die SAP Integration Suite und die SAP Extension Suite.

SAP Integration Suite: Einfache Integration unterschiedlichster Komponenten

Die SAP Integration Suite dient als Integrationsschicht der BTP, um Anwendungen und Systeme miteinander zu verbinden – und zwar, ohne sich dabei mit komplexen Schnittstellen und langwierigen Kompatibilitätsproblemen herumschlagen zu müssen. Die Praxis zeigt, dass die Lösung Integrationen in SAP-Systeme dank standardisierter Konnektoren und Templates massgeblich beschleunigt. «Integrationen sind bei jedem SAP-Projekt ein grosses Thema – insbesondere dann, wenn beim Kunden verschiedene SAP-Lösungen im Einsatz stehen oder wenn beispielsweise eine CX-Cloudlösung an das ERP eines Drittanbieters angebunden werden soll», sagt Mark Eichmann, Head of SAP CX Solutions bei Swisscom. Viele Kunden hätten bezüglich der Integration in Fremdsysteme grosse Bedenken, dass es Schwierigkeiten geben könnte. «Doch auch wenn im Betrieb sonst keine SAP-Lösungen verwendet werden, kann ich den Kunden immer wieder versichern, dass es absolut kein Problem ist, die bestehende IT-Landschaft mit den SAP-CX-Lösungen zu erweitern.»

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Komfortable Shopping-App, automatisierter Fashion-Katalog

Die kundenbezogenen Daten der CX-Software entfalten ihr volles Potenzial dann, wenn sämtliche Informationen aus verschiedenen Quellen verbunden und zusammen mit den restlichen Unternehmensdaten genutzt werden können. Patrick Büschi, SAP CX Chief Solution Architect bei Swisscom, kennt die Vorzüge, die die Integration Suite für die SAP Customer Experience bietet, aus verschiedenen Projekten. Für einen Schweizer Retailhändler sollte zum Beispiel eine innovative Shopping-App in möglichst kurzer Zeit eingeführt werden. «Für dieses Projekt mussten wir verschiedene SAP-Anwendungen miteinander verbinden und die vom Kunden entwickelte App als Bestell- und Bezahlmöglichkeit integrieren», erzählt Patrick Büschi. Beteiligt war auch ein SAP ERP sowie die CX-Lösungen SAP Commerce Cloud, Marketing Cloud und Customer Data Cloud. Die Entscheidung, auf die SAP Integration Suite auf Basis der SAP BTP zu setzen, ersparte enorm viel Aufwand. «Dank Standardintegrationen konnten wir die SAP-Systeme schnell und einfach integrieren. Es waren weder komplexe Schnittstellen noch Veränderungen an den Kernsystemen notwendig», erklärt Patrick Büschi.


Doch die SAP Business Technology Platform mit der Integration Suite eignet sich nicht nur für Grossprojekte. So konnten etwa die Prozesse im Digital Asset Management eines Fashion-Onlinehändlers auf einfache Weise automatisiert werden, was die Aufwände für mehrere beteiligte Mitarbeitende stark reduzierte. «Unmittelbar nachdem die neusten Artikel in wöchentlichen Fotoshootings aufgenommen werden, gelangen Sie automatisch in eine Datenbank und von dort in die SAP Commerce Cloud, wo sie im Onlinekatalog am richtigen Ort platziert werden», sagt Patrick Büschi.

Viele Vorteile gegenüber dem Data Hub

Noch immer wird für Integrationen in SAP-Umgebungen auch der Data Hub verwendet. Doch dessen Möglichkeiten sind im Vergleich zur moderneren SAP Integration Suite sehr beschränkt. «Oft sind speziell entwickelte Schnittstellen oder eine Middleware notwendig, um beispielsweise eine CX-Lösung an ein ERP anzubinden», sagt Patrick Büschi. Die von SAP bereitgestellten Templates für die Integration via Data Hub basieren auf XML-Files und Java-Code. Eine Anpassung an die kundenspezifischen Bedürfnisse ist entsprechend aufwendig. «Die Integrationen mit dem Data Hub sind komplex, benötigen viel Know-how und Kunden melden immer wieder Probleme und Prozessausfälle», sagt Patrick Büschi.

 

Dank sogenannten Integration Flows (iFlows) sind Anpassungen an den von SAP bereitgestellten Standardintegrationen ohne Entwickler-Skills möglich. So können erfahrene User einzelne Integrationsschritte über eine grafische Oberfläche selbst anpassen, Mappings ändern und sogar neue Prozessschritte hinzufügen oder nicht benötigte entfernen.

 

Ein weiterer Vorteil der Integration Suite: Sie bietet ein umfassendes Monitoring, mit dem Fehler umgehend gefunden und somit schnell behoben werden können. «Im Gegensatz dazu ist der Data Hub eine wahre Blackbox-Lösung, bei der man meist nicht weiss, warum gerade die Preise im Onlineshop fehlen oder die Kundendaten nicht im ERP ankommen», sagt Patrick Büschi. «Aufgrund dieser Vorteile und der Tatsache, dass der Data Hub auch nicht weiterentwickelt wird, raten wir unseren Kunden dringend, vom Data Hub auf die SAP Integration Suite zu wechseln.»

SAP Extension Suite: Anwendungen anpassen und erweitern

Die SAP Extension Suite dient zur Anwendungsentwicklung und Erweiterung von SAP-Softwarelösungen auf der SAP Business Technology Platform. Mittels vorkonfigurierter Tools können Applikationen erweitert oder an die eigene Businesslogik angepasst werden. «Wo die Standardfunktionen nicht passen, können mit der Extension Suite auf einfache Weise massgeschneiderte Lösungen entwickelt werden, ohne dabei den Kern der Software anzutasten,» erklärt Patrick Büschi. Dank diesem Vorgehen sind beispielsweise auch Software-Updates und Upgrades ohne Risiko möglich.


Für weitergehende Veränderungen lassen sich mithilfe von Extensions zusätzliche Funktionalitäten und individuelle Eigenentwicklungen generieren. Patrick Büschi macht auch hier ein Beispiel: «Für einen Kunden musste eine App für Dynamic Pricing integriert werden, die gemäss den Anforderungen der B2B-Onlineplattform Preise in Echtzeit individuell pro Kunde berechnet. Die externe Applikation generiert die Preise anhand verschiedener Parameter wie Rabatte, Firmengrösse, Margen, Standort etc. für die SAP Commerce Cloud, also für den Onlineshop. Anstatt diese App nun kompliziert per Schnittstellen zu integrieren, läuft die Applikation auf der Business Technology Platform – mitsamt dem Backend und der ganzen Logik. So bleibt die App selbst schlank und flexibel.» Damit nun die Preise beispielsweise auch an der Kasse im stationären Handel verfügbar sind, bietet sich eine Entwicklung auf der SAP Extension Suite an, woran jegliche Systeme angehängt werden können.


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