Interaktive Whiteboards im Vergleich

Interaktive Whiteboards

Screen-Giganten für Meeting-Raum und informelle Gruppenarbeit


Schluss mit altbackenen Sitzungszimmern und komplizierten Videokonferenzen: Multitouch-Whiteboards fördern die Gruppendiskussion und aktivieren Skills, die in der Arbeitswelt immer wichtiger werden.


Text: Urs Binder,




Kollaborations-Tools sollen Spass machen. Das fordert über die Hälfte aller Mitarbeitenden, schenkt man einer Forrester-Studie von Herbst 2016 Glauben. Gleichzeitig meidet jeder Dritte die herkömmlichen Meeting-Räume. Gründe dafür sind schlechtes Raum-Design, veraltete Anschlüsse, komplizierte Videokonferenzsysteme und ungenügende Tools.

 

Heute sind Tools für die Zusammenarbeit wesentlich besser, als sie es einmal waren. In der Folge wird ein Konferenzraum auch anders genutzt: Früher handelte es sich um einen Ort, wo sich Mitarbeitende physisch trafen und eine Sitzung abhielten, wo sie lediglich besprochene Inhalte an Whiteboards oder Flipcharts festhielten. Es folgten Videokonferenzen, und heute wird dort vermehrt Laptop-basiert zusammengearbeitet. Den Teams stehen Kommunikations-Tools wie Skype for Business zur Verfügung, die Mitarbeitenden haben Zugriff auf Inhalte aus der Cloud und nutzen digitale Werkzeuge wie beispielsweise digitale Notizzettel – Sticky Notes oder Post-its – zum Kommentieren und Brainstormen. Das Problem: Die Meeting-Räume selbst haben sich kaum verändert. Traditionelle Konferenzräume oder «Sitzungszimmer», wie sie heute noch oft genannt werden, sind nicht für die digitale Arbeitsweise ausgestattet.

 

Dabei wünschen sich die Teilnehmer die gleiche kollaborative Arbeitsweise, die sie sich auch aus ihrem Alltag gewohnt sind. Sie möchten physische Konferenzen mit digitalen Anwendungen kombinieren, was in traditionellen Räumen kaum möglich ist. Dort ist nämlich simples Brainstorming im Team mit rein Laptop-basierten Werkzeugen unmöglich. In der Folge mögen die Mitarbeitenden die Meeting-Räume noch weniger.

Höchste Zeit also für etwas Neues: Mit dem Surface Hub von Microsoft und dem Spark Board von Cisco betreten zwei grossflächige Multitouch-Bildschirme die Collaboration-Arena. Sie bieten weit mehr und sind bedeutend einfacher zu bedienen als klassische Videokonferenzsysteme. Diese Lösungen sind für eine optimale Unterstützung der Team-Arbeit konzipiert. Teilnehmer klinken sich unkompliziert in eine Konferenz ein, und Anmerkungen bringen sie mit einem Stift direkt auf dem Bildschirm an. Tools für Terminvereinbarung, Workflow-Integration und Cloud-Speicher sind von Haus aus integriert. Und die Bildschirme sind genügend gross, um bequem darauf zu schreiben und zu zeichnen.


Microsoft Surface Hub

Der Surface Hub gilt als erster Vertreter seiner Art und ist seit Anfang 2016 erhältlich. Wahlweise mit 55- oder 84-Zoll-Diagonale für HD respektive UHD zu haben, beherbergt das Gerät neben dem Multitouch-Bildschirm einen kompletten Windows-10-PC, der allerdings mit der speziellen Betriebssystem-Version Windows 10 Team arbeitet: Der Surface Hub ist als Whiteboard für die spontane Gruppenarbeit gedacht. Die Teilnehmer können die integrierten Anwendungen ohne Anmeldung nutzen und Elemente aus anderen Anwendungen oder Webseiten direkt von ihrem Windows- oder Android-Mobilgerät in das Whiteboard einbringen. Und zwar kabellos, etwa via Near Field Communication (NFC) oder Miracast.

 

Externe Teilnehmer nehmen über Skype for Business an der Diskussion teil. Der Surface Hub verfügt dafür über zwei HD-Kameras mit 100-Grad-Gesichtsfeld, vier Mikrofone und Stereo-Lautsprecher. Mit an Bord sind auch Office 365 und OneDrive.



Microsofts Surface Hub eignet sich für die spontane, standortübergreifende Gruppenarbeit. Eine Anmeldung ist nicht nötig.


Mit dem Surface Hub kann ein über mehrere Standorte verteiltes Team «die Köpfe zusammenstecken» und am gleichen Whiteboard arbeiten. So wird kreative, standortübergreifende Zusammenarbeit in Echtzeit möglich: Die Teilnehmer entwerfen, kreieren, zeichnen, markieren, kommentieren und teilen Inhalte auf unkomplizierte Weise – noch nie war Teamarbeit so einfach.

 

Zwar verfügt der Surface Hub über lokalen Speicher, jedoch müssen alle Inhalte, die während eines Meetings neu entstehen, vor dem Beenden der Session in der Cloud gesichert werden, wozu sich OneNote oder OneDrive anbieten. Abgesehen davon funktioniert der Surface Hub auch ohne Cloud-Anbindung, und die Teilnehmer eines rein lokalen Meetings benötigen keine eigenen Cloud-Zugänge. Das dürfte allerdings nur in der Theorie eine Rolle spielen, denn Office 365 und OneDrive haben sich in vielen Unternehmen als Standard für alle Mitarbeitenden etabliert.


Cisco Spark Board

Anfang 2017 hat Cisco das Spark Board lanciert, ebenfalls in zwei Grössen mit 55- und 70-Zoll-Diagonale erhältlich, beide mit UHD-Auflösung. Die Grundidee ist die gleiche wie beim Surface Hub: spontane, unkomplizierte Gruppenmeetings, Whiteboard-Funktionen und Video-Conferencing. Cisco setzt dafür allerdings durchgängig auf seine Kollaborationslösung Spark: Jeder Teilnehmer benötigt ein Spark-Konto, und auch das Board selbst braucht eine eigene Spark-Lizenz. Sämtliche Anwendungen und Inhalte sind cloudbasiert. Ohne Spark und ohne Cloud-Anbindung läuft also nichts.



Beim Spark Board von Cisco sind sämtliche Anwendungen und Inhalte cloudbasiert.


Die Anmeldung am Spark Board geht denkbar einfach über die Bühne: Mit «Proximity Pairing» verbindet sich das Mobilgerät via Ultraschall vollautomatisch, wenn man sich dem Spark Board nähert. Einmal angemeldet, stehen sämtliche Inhalte des Spark-Bereichs eines Teilnehmers für die Verwendung auf dem Board bereit – das Board wird gewissermassen zum eigenen Spark-Gerät. Alles, was im Meeting geändert oder neu geschaffen wird, landet ohne weiteres Zutun im persönlichen Spark-Bereich und muss nicht explizit gesichert werden. Für Videokonferenzen – auch externe Teilnehmer kommunizieren über den Spark-Service – bietet das Spark Board eine 4K-Kamera und eine «akustische Antenne» (Mikrofon-Array) mit zwölf Elementen. So werden die Stimmen der Teilnehmer unabhängig von ihrer Position klar erfasst und in hoher Qualität übertragen.


Google Jamboard

Google hat ein vergleichbares Produkt namens Jamboard angekündigt, das jedoch erst 2018 verfügbar sein wird. Das Jamboard integriert vergleichbare Features wie Whiteboard, Direktzugang zu Cloud-Speicher und Video-Conferencing. Wie der Surface Hub und das Spark Board ist auch das Jamboard Teil eines umfassenderen Ökosystems – in diesem Fall der Google G-Suite. Es basiert darauf, so dass es sich nicht für Anwender mit einer Cisco- oder Microsoft-Infrastruktur eignet.


Die Kollaboration-Tools im Vergleich




Fazit

Der Meeting-Raum selbst hat nicht gross geändert, aber die Art und Weise, wie man ihn nutzt. Cloudbasierte Anwendungen machen es möglich, mit dem persönlichen Tablet den Raum zu betreten, sofort mit der standortübergreifenden Zusammenarbeit zu beginnen und die grosse Bildschirmfläche voll zu nutzen. Die Team-Mitglieder können ganz einfach mit einem Stift ihre Ideen skizzieren und teilen. Mit Skype for Business, Cisco Spark und Google Hangouts funktioniert das nicht nur vor Ort im Meeting-Raum, sondern auch global.

Die interaktiven Whiteboards sind ein wichtiger Evolutionsschritt auf dem Weg zu einer modernen Arbeitsumgebung, wenn es um gemeinsame Projektarbeit, Ideenfindung und die Kommunikation mit den Kollegen geht.






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