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5G in der Praxis

Der geschäftliche Nutzen von 5G 

Vier konkrete Beispiele für 5G-Anwendungen im geschäftlichen Umfeld

5G ist mehr als einfach nur schneller. Diese vier konkreten Beispiele zeigen, wie ein 5G-Netz in der kommerziellen Nutzung Infrastrukturen vereinfacht und neue Anwendungen ermöglicht. Beispiele, die mit heutigen Technologien nicht realisierbar sind.

Text: Andreas Heer, 12

1. Breitbandinternet an abgelegenen Orten

Das Chalet Jolimont oberhalb von Champéry liegt in einer idyllischen Landschaft, eingerahmt von den Walliser Alpen. Die Gruppenunterkunft eignet sich bestens für Schul- und Ferienlager. Doch wie oft in der Schweiz, bedeutet idyllisch auch abgelegen und somit mässig gut erschlossen.

 

Die Gäste des Chalet Jolimont müssen deshalb aber nicht auf einen leistungsfähigen Internetzugang verzichten. Fixed Wireless Access (FWA) verbindet die Ferienkolonie breitbandig übers 5G-Netz mit der grossen weiten Welt. Und bietet genügend Bandbreite, damit die Feriengäste sich per Videotelefonie mit den Daheimgebliebenen unterhalten können und am Abschlussabend ein Film ruckelfrei via Streaming gezeigt werden kann. Dank der Bandbreite von 5G ersetzt FWA damit eine entsprechende Kabelverbindung und ermöglicht auch abgelegenen Gebäuden einen zeitgemässen Internetzugang.  

Fixed Wireless Access (FWA) bietet übers 5G-Netz auch abgelegenen Gebäuden einen guten Internetzugang.

2. Fernsehübertragung ohne Kabelsalat

Sportanlässe sind eine logistische Herausforderung. Temporär müssen kilometerweise Kabel verlegt werden, um Kameras und Kameraleute mit der Regie zu verbinden. Zeitmessanlagen müssen installiert werden, und für die Kommunikation zwischen den diversen Helfern braucht es heute eine Funkanlage. Damit all diese Geräte reibungslos kommunizieren, ist eine aufwändige kabellose und verkabelte Infrastruktur nötig.

 

Oft dauert ein Sportanlass nur einen oder wenige Tage. Für diese Zeit muss das gesamte Material vor Ort transportiert, aufgebaut und anschliessend wieder abgebaut werden. Dabei verbauen die Techniker ganze Lastwagenladungen voller Material. Hinzu kommt, dass diese Technik widriger Witterung ausgesetzt ist: Nässe, Kälte und Hitze strapazieren das Material. Das setzt insbesondere den Kabeln zu. Risse und Brüche sind die Folge. Defekte Kabel gilt es nach dem Anlass fachgerecht zu entsorgen und zu ersetzen.

 

Doch es geht auch anders. Im Rahmen der Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 hat Swisscom zusammen mit Partnern wie der EPFL, der HEIG-VD (Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurwissenschaften des Kantons Waadt) und der Neuenburger Firma NuLink in einem Pilotversuch eine drahtlose Kommunikationsinfrastruktur für die gesamte Technik getestet. Ein lokales, privates 5G-Netz verband dabei Kameras, Funkgeräte, Mikrofone und Zeitmessanlagen, aber auch die Arbeitsplätze der Medien. Die Herausforderung lag dabei nicht nur in den grossen Datenmengen, sondern auch in der möglichst verzögerungsfreien Übertragung von Bild und Ton an Regie und Schnitt sowie in der exakten Zeitmessung. Aufgebaut wurde die Infrastruktur für die Snowboard- und Skicross-Wettkämpfe in Villars.

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Erfolgreicher Pilotversuch mit einem privaten 5G-Netz an den Olympischen Jugend-Winterspielen 2020.

Der Mehrwert von 5G beim Broadcasting liegt in der Vereinfachung der Infrastruktur. Der Aufwand für Transport und Aufbau sinkt. Und wenn alle drahtlosen Geräte über dasselbe Netz kommunizieren, entfällt der Aufbau verschiedener Netzinfrastrukturen für unterschiedliche Anwendungsbereiche.  

3. Gezielte Unkrautbekämpfung

Die Firma ecoRobotix hat mit dem Unkrautroboter AVO ein Gerät zur effizienten Bekämpfung unerwünschter Gewächse auf Feldern entwickelt. Das vierrädrige, solarbetriebene Gerät fährt dank visueller und GPS-Navigation selbständig über ein Feld und erkennt mittels Bilderkennung Unkraut. Der Roboter besprüht dann in der Folge das Unkraut gezielt mit Herbizid. Damit soll dessen Bedarf um mehr als 90 Prozent gesenkt werden, eine ökologische wie ökonomische Massnahme.

 

Derzeit nutzt AVO kein 5G. Aber gemäss ecoRobotix-CEO Aurelien G. Demaurex würde die nächste Mobilfunkgeneration entscheidende Vorteile bringen: «Dank der besseren Abdeckung könnte AVO den Bauern bei besonderen Vorkommnissen wie etwa Pflanzenkrankheiten oder Nährstoffmangel direkt alarmieren.» Der Unkrautroboter könnte die Aufnahmen direkt übermitteln und Spezialisten geben dem Bauern eine Einschätzung. «Das würde uns in unserer Langzeitvision unterstützen: einen autonomen Roboter zu entwickeln, der sich um jede einzelne Pflanze auf dem Feld kümmert», sagt Demaurex. Die Bauern wiederum würden von einer effizienteren Bewirtschaftung profitieren und könnten den Ertrag steigern.

4. Autonome Roboter und Maschinen in der Produktion

In der industriellen Fertigung sind viele Arbeitsschritte schon lange automatisiert. Bei der Produktion unterstützen Roboter. Dabei ist es wichtig, dass die einzelnen Vorgänge aufeinander abgestimmt sind, um eine effiziente und qualitativ hochwertige Fertigung zu gewährleisten. Heute werden Industrieroboter und Maschinen meist über verschiedene Technologiestandards gesteuert und kommunizieren nicht untereinander. Das braucht sehr viel spezifisches Wissen, bietet Raum für Fehlerquellen und ist wenig flexibel. Eine einheitliche 5G-Verbindung schafft hier Abhilfe. Baut ein Schweizer Maschinenhersteller 5G in seine Produkte ein, kann er sich sicher sein, dass sie auf der ganzen Welt funktionieren, egal wo der Kunde die Maschine am Ende einsetzt.

 

Am World Economic Forum (WEF) in Davos haben Swisscom, ABB und Ericsson in einer Demo gezeigt, was mit 5G im Bereich autonomer Maschinen möglich ist. Besucher konnten auf einem Tablet Grüsse schreiben, die von zwei Industrierobotern fast in Echtzeit in Sand gezeichnet wurden. Diese Umsetzung erfolgte synchron, obwohl die beiden «Zeichner» in 1,5 Kilometern Entfernung standen. Die tiefe Latenz von 5G ermöglichte es, dass die Roboter trotzdem synchron arbeiteten.

 

In der Industrie bringt diese Echtzeitkommunikation über 5G zwei Vorteile. Einerseits lassen sich Maschinen einbinden, die sich autonom bewegen und deshalb nicht verkabelt werden können. Andererseits erlaubt die drahtlose Vernetzung ein flexibles Design von Fabriken und Montagestrassen und eine schnelle Anpassung – egal, ob die Anpassung in einer Fabrik erfolgt oder Maschinen zwischen Standorten verschoben werden. Flexibilität und Vereinfachung sind auch hier die grossen Vorteile eines 5G-Netzes.  

Die tiefe Latenz von 5G ermöglicht es, dass Roboter synchron arbeiten können.



Haben Sie noch Fragen? Wir sind persönlich für Sie da.

Dominik Fischer

Senior Product Manager



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