Gemeinsames Low Power Network von Post und Swisscom

LPN

Das Low Power Network als Grundlage für das Internet der postalischen Dinge


Die digitale Vernetzung von Dingen bietet unzählige Möglichkeiten für neue Dienstleistungen – gerade auch in den Tätigkeitsfeldern der Post. Seit Frühjahr 2017 arbeiten die Post und Swisscom für ein gemeinsames Low Power Network (LPN).


Text und Bilder : Die Schweizerische Post, 08. November 2017




Die Post stellt Swisscom geeignete Standorte für die Platzierung von weiteren Empfangsstationen (Gateways) zur Verfügung. Im Gegenzug kann die Post das Netz für ihre eigenen Dienstleistungen nutzen und sich auf die Entwicklung neuer Anwendungen konzentrieren.

In der Zwischenzeit hat die Post unterschiedliche Anwendungsfälle auf dem Low Power Network umgesetzt und in einem Proof of Concept auf deren Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit getestet.


«Smart Ordering» in der Lagerlogistik

Ein Zürcher Spital hat zahlreiche Medizinalgüterschränke mit Smart Buttons ausgestattet. Die Pflegekräfte betätigen jeweils den entsprechenden Knopf, wenn medizinisches Verbrauchsmaterial zur Neige geht. Der Lieferant erhält via Internet eine Meldung und schickt Nachschub. Die Bestellung wird zu einer raschen und unkomplizierten Angelegenheit.



«Service on Demand» – ein Knopfdruck und das Facility Management ist zur Stelle

Mit «Service on Demand» bietet Post Immobilien die Lösung für effizientes Facility Management. Am Hauptsitz der Post hat das Facility Management im Gebäude an Geräten Smart Buttons platziert, die über die Funktechnologie LoRaWAN mit dem Internet verbunden sind. Muss beispielsweise etwas gereinigt werden oder ist eine Kaffeemaschine defekt, wird mit einem simplen Knopfdruck das Servicepersonal aufgeboten. Geplante Rundgänge zu aufgefüllten Geschirrtheken und leeren Aktencontainern, intakten Kaffeemaschinen oder funktionierenden Druckern gehören der Vergangenheit an. «Service on Demand» ruft das Facility Management nur nach Bedarf zum Einsatz. Für diesen Service wurde die LPN-Konnektivität mittels lokalen internen Empfangsstationen (Indoor Gateways) ergänzt, um eine vollumfängliche interne LPN-Abdeckung zu gewährleisten.



«Service on Demand» ruft das Facility Management nur nach Bedarf zum Einsatz.



Intelligenter Briefeinwurf

Die Post hat einen Prototypen eines intelligenten Briefeinwurfs erstellt. Der Prototyp ist mit Sensoren ausgestattet und über die Funktechnologie LoRaWAN mit dem Internet verbunden. Damit können mit minimalem Energieverbrauch Werte gemessen und periodisch übermittelt werden. Dazu gehören z.B. Lärm- oder Luftwerte, die für Behörden von Nutzen sein können. Weiter misst der Briefeinwurf die Klappenbewegungen. Aufgerechnet mit einer durchschnittlichen Einwurfmenge, kann von diesem Wert der Füllstand abgeleitet werden.

Eine Anzeigeeinheit basierend auf der von E-Books bekannten E-Ink-Technologie ist ebenfalls integriert. Bei stehender Bildanzeige verbraucht dieses elektronische Papier keine Energie. Einzig bei einem Bildwechsel ist ein Stromfluss nötig. Auf diesen Anzeigen können verschiedene Arten von Informationen dargestellt werden – z.B. Leerungszeiten, die nächsten Daten der Altpapiersammlung und Grünabfuhr oder weitere Gemeindeinformationen.

In einem gemeinsamen Projekt mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) erprobt die Post ausserdem den Briefeinwurf als Publikationskanal im Krisenfall. Aufgrund der völlig unabhängigen Stromversorgung könnte dieser Kanal insbesondere im Falle eines länger andauernden nationalen Stromausfalls zweckmässig sein, um die Bevölkerung zu informieren. Der Briefeinwurf würde noch Wochen im Batteriebetrieb funktionieren und aktuelle Ereignismeldungen des BABS bzw. der zuständigen Führungs- und Einsatzorganisationen im Bevölkerungsschutz könnten übertragen werden.




Smarte Pakete als weiteres Anwendungsfeld

Auch in der Sendungsüberwachung und -verfolgung eröffnet das Internet der Dinge für die Post neue Perspektiven. So kann ein mobiler Sensor, welcher einem Paket beigelegt wird, während des Transports laufend Werte wie etwa die Temperatur messen und übermitteln. Dadurch kann beispielsweise ausgewiesen werden, dass die Kühlkette verderblicher Waren nie unterbrochen wurde. Falls doch, löst der Sensor eine Benachrichtigung aus. Und im Falle sensibler Sendungen verschickt er eine Warnung, falls ein Paket unerlaubterweise geöffnet wird.



Wege zur Smart City

Durch solche Anwendungen trägt das LPN-Netzwerk auch dazu bei, eine Smart City tatsächlich smart zu machen. Postdienstleister und Logistikanbieter können hierfür einen ganz zentralen Beitrag leisten. Sie fahren täglich mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen durch die ganze Schweiz und betreiben teilweise ein grosses Netz an Zugangspunkten. Wird diese dichte physische Präsenz noch besser vernetzt, hat dies grosses Potenzial. So könnten in Zukunft z.B. Briefeinwürfe oder PostAuto-Haltestellen Daten zur Luftqualität oder Lärmbelastung erheben, um davon ausgehend smarte Lösungen für die Probleme und Bedürfnisse von Städten zu entwickeln.



Über die Zusammenarbeit mit Swisscom

«Mit Swisscom haben wir einen kompetenten Partner im Bereich der LoRaWAN-Technologie. Die Zusammenarbeit mit den technischen Ansprechpartnern von Swisscom und Swisscom Broadcast ist ausgesprochen gut und wir erhalten bei der Implementierung der LoRa-Geräte jeweils enge Unterstützung. Allfällige Änderungswünsche innerhalb des LPN-Portals (Management Software) werden bei Swisscom entgegengenommen und in Abhängigkeit mit deren Network Server Provider Actility nach Möglichkeit umgesetzt. Besonders schätzen wir, dass wir für punktuelle Erweiterungen des Empfangsbereiches des Low Power Networks eine direkte Ansprechstelle haben und unsere Bedürfnisse dann auch in die Rolloutplanung von Swisscom einfliessen. Darüber hinaus können wir bei der Planung und Positionierung von Indoor Gateways jederzeit auf das technische Know-how von Swisscom zurückgreifen und werden im Hinblick auf die Installation dann auch mit Test-Devices bedient. Insgesamt blicken wir auf eine bislang sehr gelungene Kooperation zurück und schätzen die angenehme Zusammenarbeit mit Swisscom.» - Dominic Bögli, Projektleiter IoT, die Schweizerische Post.





LPN Experience Center

Die obere Etage des Swisscom Shops am Zürcher Stauffacher (Badenerstrasse 18) ist ganz dem Low Power Network gewidmet. KMU- und Enterprise-Geschäftskunden können sich für eine Führung anmelden. Interessante Live-Demos und Einblicke in zahlreiche interessante Anwendungsmöglichkeiten warten auf Sie. Interessiert? Kontaktieren Sie Roger Kaspar.





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