Basis-Technologie der Zukunft

Blockchain Einführung

Wie treibt Blockchain die Digitalisierung 2.0 voran?


Die nächste Welle der Digitalisierung kommt und bringt eine neue Dimension der Automatisierung. Blockchain-Technologie spielt eine entscheidende Rolle – es ist höchste Zeit, sich damit zu beschäftigen.


Text: Urs Binder, Fotos: © Keystone,




Die Blockchain-Technologie ist mehr als ein Hype und bildet nicht bloss die Basis für Kryptowährungen wie Bitcoin: Je weiter sich die Technologie entwickelt, desto mehr wird sie zum Treiber für die nächste Welle der Digitalisierung. Und diese rollt ungebremst auf uns zu – Geschäftsmodelle und Interaktionen zwischen Menschen, Gegenständen und Organisationen stehen vor radikalen Umbrüchen.



Neue Chancen, neue Sicherheit

Blockchain-Technologie hat einen Reifegrad erreicht, der neue Chancen eröffnet. Dabei spielen vier Hauptmerkmale eine Rolle:

 

  • Dezentralisierung: Eine Blockchain ermöglicht eine gemeinsame und konsistente Sicht auf verteilte Daten und Transaktionen. Die geografische Verteilung der Knoten, aus denen die Blockchain besteht, ist kein Hindernis.
  • Disintermediation: Anders als bei konventionellen Transaktionsmodellen mit einer zentralen, vertrauenswürdigen Kontrollinstitution ist das Vertrauen direkt in der Infrastruktur angelegt – es besteht weniger oder kein Bedarf für Intermediäre.
  • Monetarisierung: Jede Art von Vermögenswerten lässt sich mit einer Blockchain monetarisieren. Kryptowährungen unterstützen dies.
  • Smart Contracts: In der Blockchain gespeicherte Programmlogik ermöglicht Interaktionen, die nach festgelegten Regeln ablaufen. Als Bestandteil der Blockchain sind Smart Contracts vor unerlaubter Manipulation geschützt.

In einer Blockchain lässt sich jeder Art von Vermögenswerten eine eindeutige Identität zuordnen – egal ob es sich um physische Objekte wie Diamanten, digitale Assets wie Musikdateien oder immaterielle Güter wie eine Kilowattstunde Strom handelt. Der Vermögenswert wird in der kryptografischen Welt der Blockchain in Form eines so genannten Tokens dargestellt. Die Blockchain garantiert unwiderlegbar, dass der Token zu einem bestimmten Zeitpunkt existiert (Zeitstempel), zertifiziert die Herkunft des Tokens nachvollziehbar (Echtheitsnachweis) und legt unbestreitbar fest, wer den Vermögenswert besitzt und somit das Recht hat, ihn an eine andere Partei zu übertragen (Handel).


Mehrwert im Netzwerk

Den grössten Mehrwert bringt die Blockchain-Technologie in einem Ökosystem, dessen Erfolg auf der Anzahl Teilnehmer und den daraus resultierenden Netzwerkeffekten basiert. Teilnehmer können in verschiedenen Rollen partizipieren – etwa Verkäufer, Käufer und Anbieter von Funktionalität – und eine Vielzahl von Vermögenswerten austauschen. Alle Marktteilnehmer haben dabei die gleiche Sicht auf die Informationen und können die Historie vollumfänglich nachvollziehen. Verträge werden direkt im digitalen Code als Smart Contracts verankert. So lassen sich Interaktionen automatisieren und Streitigkeiten durch automatische Konsens-Algorithmen weitgehend vermeiden. Dieses offene, flexible Konstrukt ermöglicht zwei wesentliche Evolutionsschritte auf dem Weg zur «Digitalisierung 2.0»:


  • Barrieren verschwinden: Die Teilnehmer des Ökosystems können viel einfacher interagieren. Die Transaktionskosten und generell jede Art von Reibungsverlusten reduzieren sich.
  • Netzwerkeffekte entstehen: Es ist leicht, in ein solches Ökosystem zusätzliche Unternehmen zu integrieren, die Wert in Form von Vermögenswerten oder Funktionen anbieten.

Wie profitieren?

Doch wie verdient man in einem solchen Ökosystem Geld, und wie vermeidet man, von neuen Marktteilnehmern verdrängt zu werden? Eine einfache Antwort auf diese Fragen gibt es nicht. Eines ist aber auf jeden Fall essentiell: Entscheidungsträger müssen hier und jetzt die Auswirkungen der Blockchain-Technologie und deren potentiellen Nutzen für neue Geschäftsmodelle eruieren, sich vorbereiten und entsprechend handeln. Die Innovationszyklen werden unabhängig von der Branche immer kürzer – und plötzlich ist es zu spät, weil andere die Gelegenheit bereits ergriffen und die neuen Marktchancen besetzt haben.



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