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Porträt einer Software-Entwicklerin





Porträt: Die Hackathon Frau

Hacks als Herausforderung, Tanz als Leidenschaft


Marica Bertarini haut an einem Hackathon problemlos 40 Stunden lang Hunderte von Codezeilen in die Tastatur. Beim Programmieren von Mobilen Apps und Bauchtanz geht der ETH-Studentin das Herz auf.


Claudia Bardola




An meinen zweiten Hackathon, den HackZurich im vergangenen Jahr, bin ich zwar fast übervorbereitet herangegangen, aber trotzdem auch mit einer Spur Blauäugigkeit: Ich hatte eine vielversprechende Idee im Kopf, ein geniales Team an meiner Seite und auch meine Ausrüstung war eigentlich perfekt, um den 40-stündigen Programmiermarathon durchzustehen: Ein Rucksack mit Kleidern zum Wechseln, Waschzeug, Handtuch und Schlafsack. Letztendlich blieb die frische Wäsche unbenutzt und die Zeit hat gerade mal für ein Stunde Dahinösen auf einer Couch und hin und wieder eine Katzenwäsche gereicht. Aber da war ich schon die Ausnahme – die Waschräume hatte ich praktisch immer für mich alleine. Tja, nach Veilchen und Rosen duftet es in einem Saal mit über 350 Hardcore-Hackern nach vielen Stunden fokussiertem Dauerprogrammierens also nicht gerade. Und wenn wir schon bei Klischees sind: Energy Drinks, Cola, Kaffee, Fast Food und fettige Snacks sind tatsächlich die Hauptnahrungsquelle. Nicht gerade ideal, wenn man schon bald gegen die Müdigkeit ankämpfen muss. Auf der anderen Seite ist der Körper so mit Adrenalin geflutet, dass eine unglaubliche Energie freigesetzt wird und man es schafft, seinen Fokus kompromisslos auf die eine Sache zu richten.

So ist dieser zweitägige Ausnahmezustand unterm Strich gut auszuhalten. Zumal es bei so einem Hackathon in erster Linie um Fun, aber auch um Networking und das Sammeln von Erfahrungen geht und nicht zuletzt auch darum, den Kontakt zu Investoren oder interessanten Arbeitgebern wie Google oder Microsoft zu knüpfen, die bei solchen Veranstaltungen immer ihre Fühler nach neuen Talenten ausstrecken.


«Bei Hackathons geht es zuerst um Fun, aber auch darum, Kontakt zu Investoren oder interessanten Arbeitgebern wie Google zu knüpfen.»


Wenn ich ehrlich bin, hatte ich aber noch einen weiteren Grund, an diesem Hackathon teilzunehmen: Schon länger schwirrte in meinem Kopf die Idee für eine Webapp herum, die die Terminvereinbarung mit dem Coiffeur, dem Zahnarzt oder anderen Dienstleistern revolutionieren sollte. Neben meinem Studium und der Arbeit fehlte mir aber schlichtweg die Zeit dazu, diese App zu realisieren.

Am HackZurich schafften wir es schliesslich im Dreierteam, einen lauffähigen Prototypen zu entwickeln. Unser Projekt wurde sogar unter die Top 25 gewählt und wir konnten vor der Jury damit pitchen. Einen Preis haben wir letztendlich nicht abgestaubt. Die Idee war zwar neu und ziemlich cool, aus technischer Sicht aber wohl zu wenig anspruchsvoll.




1/5 Die quirlige Entwicklerin Marica Bertarini tanzt am liebsten auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig: Während sie den Schlussspurt in Sachen Masterstudium hinlegt, treibt sie gleichzeitig das Business um ihre eigene Terminreservierungs-App voran, pendelt zwischen Bologna und Zürich und pflegt bewusst ihre Hobbys.

2/5 Mit Stil, Style und ganz viel Herzblut entwickelt die 24-jährige Bologneserin am liebsten schicke Mobile Apps, die den Nutzern den Alltag erleichtern oder einfach für Unterhaltung sorgen.

3/5 Den nächsten HackZurich will Marica auf keinen Fall verpassen. Dieses Mal allerdings nicht, um ein eigenes Projekt zu realisieren, sondern mehr aus Spass an der Freude und um ihr Netzwerk zu erweitern.

4/5 Alles in Balance: Ihre Hobbys sucht sich die talentierte Programmiererin gezielt abseits von Bits und Bytes – sie hält sich unter anderem mit Bauchtanz fit.

5/5 Marica Bertarini schaut gelassen in ihre Job-Zukunft: «Als Entwicklerin sind mir kaum Grenzen gesetzt. Bereits heute flattern bei mir wöchentlich ein bis zwei Angebote von Firmen oder Entwicklerteams herein.»

1/5 Die quirlige Entwicklerin Marica Bertarini tanzt am liebsten auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig: Während sie den Schlussspurt in Sachen Masterstudium hinlegt, treibt sie gleichzeitig das Business um ihre eigene Terminreservierungs-App voran, pendelt zwischen Bologna und Zürich und pflegt bewusst ihre Hobbys.


Komplexe mathematische Modelle, intelligente Algorithmen und Statistik faszinieren mich zwar schon, mein Steckenpferd sind aber nun mal Mobile Apps. Ich brauche schnell Resultate und mir geht das Herz auf, wenn ich etwas schaffen kann, das Menschen den Alltag erleichtert oder diesen zumindest um einen fancy Aspekt bereichert. Ich liebe das Programmieren von Frontends, bei denen auch die Ästhetik eine Rolle spielt. Da kommt bei mir wohl die Italienerin - ich stamme ursprünglich aus Bologna – mit einem gewissen Faible für Stil und Style durch.

Nach dem HackZurich konnte ich mir einen Platz im Start up Campus der Kommission für Technologie und Innovation sichern und dort Businesspläne entwickeln und das Marktpotenzial meiner Idee erkunden. Zurzeit suche ich nach geeigneten Mitstreitern sowohl auf Business- wie auch Entwicklerseite, um die App weiter voranzubringen. Gleichzeitig steht der Abschluss meines Masterstudiums in Computerwissenschaften an der ETH an. Deshalb versuche ich auch, eine gewisse Balance zu schaffen. Und zwar bewusst mit Hobbies, die ganz weit weg von Tastatur und Bildschirm stattfinden. So bin ich beispielsweise ganz verrückt nach Bauchtanz und Salsa.

Ich bin gespannt, wohin es mich nach dem Studium verschlägt, als Programmierer sind einem ja kaum Grenzen gesetzt. Das habe ich gesehen, als ich meinen Freund während einer Studiumspause für ein halbes Jahr nach Shanghai begleitete. Ich hatte nichts zu tun, also fragte ich bei der nächstbesten Entwicklungsfirma, die mir cool erschien, nach einem Job. Ich konnte praktisch am nächsten Tag dort anfangen.

Feststeht, dass ich auch heuer wieder am HackZurich dabei bin. Dieses Mal allerdings ohne eigenes Projekt – ich will mich nicht zu stark verzetteln. Vielleicht schliesse ich mich spontan einem Team an, vielleicht geniesse ich aber auch nur die faszinierende, flirrende Atmosphäre am Event.





Marica Bertarini


Die 24-jährige Marica Bertarini stammt ursprünglich aus Italien und studiert an der ETH Zürich Computerwissenschaften. Das Spezialgebiet sind Mobile und Web Apps. Die talentierte Entwicklerin lebt in Bologna und Zürich.




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