Kolumne Coworking: Hört mal, wer da hämmert





Kolumne: Ruggero Crameri, Future Work Experience Developer, Swisscom

Hört mal, wer da hämmert


Wieder bin ich um einen Workshop in unserem Work Smart Room reicher. Und was für eine Bereicherung es doch jedes Mal ist, wenn unsere Kunden hin und weg sind vom spürbaren Spirit in einem Raum der anders ist als die Räume in denen sie bisher gearbeitet haben. Und was als Notlösung begann, geht mittlerweile schon fast als neues Raumkonzept durch.


Ruggero Crameri, 26. Mai 2017




Wie alles begann

Unser Team ist relativ schnell gewachsen, zuerst waren wir nur eine Handvoll Leute, dann kamen so zwanzig Lernende hinzu, dann begannen wir Erfolg zu haben und plötzlich waren wir rund sechzig Mitarbeitende! Wir sassen wie die Hühner auf der Stange in unserem kleinen Raum und akzeptierten, dass wir «einander nahe» waren.

Doch nach langem Kampf und endlosen Diskussionen haben wir an bester Lage in Bern 300 Quadratmeter bekommen. Sofort legten wir mit der Planung los, ein Showcase soll es werden, ein Vorzeigeobjekt das «the Future of Work» widerspiegelt. Alle waren natürlich hell begeistert – bis es dann darum ging Budget zu sprechen. Na ja, so wurde aus unserem Plan eine Notsituation, wir mussten einfach spontan eine kreative Lösung finden.


Raus den Hammer, fertig, los

Die nächsten Abende verbrachte ich im Baumarkt – bewaffnet mit einigen Skizzen in der Hosentasche. Bretter, Kanthölzer, Schrauben, Schleifpapier, Holzleim, Rollen, Zuschnitt und dann das nötige Werkzeug organisieren. Schraubzwingen, Kernbohrer, Akkuschrauber, Stichsäge, Kippfräse. Dann alles in den Bus und looos ging’s – Teamevent einmal anders.


Wir bauten unsere eigenen Tische! Eine tolle Erfahrung im Team, alle haben sich ins Zeugs gelegt, alles war noch einen Monat lang gelb vom Schleifstaub.




Wir ergänzten es mit einigen Sachen aus dem Lager, einem Teppich mit Loch, auf den wir ein Sofa stellten, einigen Kleinigkeiten von Ikea und dann der krönende Abschluss; das Graffiti. Auch da haben alle mitgemacht.


Der Raum bekam ein Eigenleben. Er gestaltete sich mit der Zeit von selbst und die Menschen die darin arbeiteten, stellten das Inventar immer wieder mal um. Dann noch ein paar Whiteboard-Bleche dort, eine alte Pinnwand da… alles auf die Seite für einen Event und am Abend wieder zurück. Das grösste Kompliment kam von neugierigen Kollegen, die meinten: «Da haben sie wieder viel Geld für Designer-Möbel ausgegeben.» Dabei waren es ja nur Baubretter. Mit wenig Geld haben wir Platz für rund fünfzig Menschen geschaffen.





Ruggero Crameri begleitet seit vielen Jahren Swisscom auf dem Weg zur grenzenlosen Zusammenarbeit. Mit Leidenschaft unterstützt er Organisationen und ihre Mitarbeitenden dabei, in neue, smarte Arbeitswelten einzutauchen.


Sein erklärtes Ziel: das Leben von Menschen zu vereinfachen und dabei Nutzen für Unternehmen zu stiften. Zusammen mit seinem Team erfindet Ruggero die Arbeitsplatzkonzepte von morgen, mischt Generationen auf und erfindet Regeln neu. 

Kundenerlebnis neu definiert

Unterdessen halten wir mitten im Raum Kunden-Workshops zum Thema «Future of Work» ab! Wir begegnen unseren Kunden auf einer völlig anderen Ebene, wir essen mit ihnen im Work Space «Lötschberg» Salat und in den Pausen wird "töggeled". Und sie lieben es! Wir lösen Emotionen aus und sie sehen uns aus einer anderen Perspektive.


Was ist nun bei diesem Experiment passiert? Ich habe instinktiv ein Team dabei begleitet, einen Raum nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Der Raum wurde «ihr» Raum und wenn ihn jemand betritt, spürt er die Vibes. Die Leute kommen gerne hier hin. Wir haben eine soziale Komponente in der physischen Arbeitsumgebung entdeckt und wir haben ein zusätzliches Modell geschaffen, das die uns bekannten Raummodelle wie das «Brain Gym» und das «Project Gym» (ich vergleiche diese mit einem Managed Service, also organisiert) durch eine selbstorganisierte Komponente ergänzt. Schon einige grosse Unternehmen, die das erlebt haben, sind fast vom Stuhl gekippt.


Räume neu denken

Stellen Sie sich nun «Work Space Facilitation» als ergänzende Leistung in Ihrem Unternehmen vor. Der Facilitator begleitet die Teams in der Umstellung oder besser gesagt in der Flexibilisierung ihrer zugeteilten Arbeitsflächen, er erarbeitet Grundlagen und Regeln um der Sicherheit und Gesundheit gerecht zu werden, zeigt was einfache Veränderungen bewirken können und steigert damit letztendlich die Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeitenden, egal ob Controller-Team oder agile Entwickler. Sie überlassen es ihnen, ihre Umgebung so zu gestalten, dass sie sich darin wohl fühlen – bottom up – jedoch begleitet. So decken Unternehmen alle Aspekte von Wirtschaftlichkeit, Wirksamkeit und Kommunikation ab und machen kreative Raumgestaltung erschwinglich.


In diesem Sinne:
«Let's work smart in spaces we love»








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