Start-ups haben Visionen für unsere Städte

Kickstart Accelerator Smart City 

Gemeinsam die Stadt der Zukunft gestalten


Elf Wochen, acht Start-ups, eine Vision: Smarte Städte. Gemeinsam mit Städten und Unternehmen testeten die Finalisten des Kickstart Accelerators Konzepte, die für mehr Lebensqualität in unseren Städten durch Technologie sorgen.


Text: Bigna Salzmann,
Bilder: Philippe Rossier




Innovationsbeschleuniger für Smarte Städte

Das Smart City Vertical war eine Premiere für den Kickstart Accelerator. Dementsprechend gross war die Spannung. Befassen sich bereits genügend Schweizer Städte mit Smart City als Zukunftsszenario? Welche Lösungen halten Start-ups für Smarte Städte bereit? Sind diese globalen Lösungen überhaupt auf den Schweizer Markt übertragbar und bieten dennoch genügend Potenzial zur Skalierung? Im Juni war klar, die Start-up Szene hat den Ball längst aufgenommen – knapp 200 Bewerbungen sind eingegangen. Auch bei Schweizer Städten und Verwaltungen steht das Thema auf der Agenda. In der Jury des Kickstart Accelerators waren somit neben Partnerunternehmen auch Städte und Verwaltungen vertreten. 16 Start-ups erhielten die Gelegenheit, innerhalb einer fünfminütigen Kurzpräsentation, einem sogenannten Pitch, ihre Lösungen der Jury vorzustellen. Die acht ausgewählten Finalisten überzeugten mit der Zusammensetzung des Teams, dem Marktpotenzial der Lösung sowie der Aussicht auf eine mögliche Zusammenarbeit mit mindestens einem der Partner. Der Kickstart Accelerator (KSA) wirkte nicht nur als Vermittler zwischen Problemsteller und Lösungsanbieter, sondern auch als Innovationsbeschleuniger. Die Finalisten wurden für drei Monate ins Kraftwerk in Zürich eingeladen, um die Zusammenarbeit zu vereinfachen. 





Smarte Daten für eine smarte Stadt

Eine smarte Stadt braucht smarte Daten, Konnektivität bildet dafür das Rückgrat. Swisscom bietet mit dem Low Power Network (LPN) ein komplementäres Netzwerk an, das speziell für das Internet der Dinge geschaffen ist. Diese Anwendungen versenden lediglich geringe Datenmengen zu ausgewählten Zeitintervallen, brauchen deshalb weniger Energie und verursachen geringere Kosten. So konnte zum Beispiel BikeLook, ein Start-up, das Velotracking zur Diebstahlprävention anbieten möchte, ihre Technologie aufgrund des Low Power Networks testen und kann dadurch in Zukunft die Batterielebenszeit der Tracking-Geräte massiv verbessern.



Mark Bennett, CEO BikeLook



Vier erfolgversprechende Ansätze für die Stadt der Zukunft

Die Monate September bis November glichen einem regelrechten Marathon, gemeinsame Ideen wurden entwickelt, getestet, verworfen oder zum Fliegen gebracht. Mit drei der Finalisten konnte Swisscom konkrete Projekte initiieren und zudem ein Intrapreneur Team mit Mitarbeitenden von Swisscom und AXA stellen. Innerhalb von 11 Wochen sind die Ideen zu greifbaren Projekten herangereift und schon jetzt ist klar, die Zusammenarbeit wird fortgesetzt.

Über den Kickstart Accelerator

Der Kickstart Accelerator (KSA) ist das grösste internationale branchenübergreifende Technologie-Accelerator-Programm. Entstanden ist der KSA unter der Führung von digitalswitzerland, einer Initiative, welche die Schweiz als attraktiven Start-up-Standort positionieren möchte. Der KSA unterstützt Start-ups darin, ihre Geschäftsidee zu schärfen und weiter voranzutreiben. Als Partner engagieren sich auch führende Institute aus der Finanzindustrie wie z.B. Swiss Life, Credit Suisse, UBS, Raiffeisen Schweiz, die Global Fintech Association und SIX. Swisscom ist Gründungspartnerin von DigitalZurich2025 und des KSA Schweiz. Swisscom ist Sponsor der Bereiche Fintech, Smart City und EdTech.   


Hawa Dawa: Luftqualität sichtbar machen

Hawa Dawa steht für lebenswerte und grüne Städte. Mithilfe von Echtzeitdaten der Luftqualität, Big Data Analytics und Machine Learning Algorithmen erstellt das Start-up ein Modell der Luftqualität. In einem Pilotversuch mit Swisscom verwendet Hawa Dawa frei verfügbare Echtzeitdaten der Stadt Zürich. Daraus wird ein Modell der Luftqualität der gesamten Stadt erstellt. Diese Informationen integriert Swisscom in der Swisscom Insight Plattform. Diese Plattform bildet Menschen- und Mobilitätsströme der Schweiz in Echtzeit ab. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienen Verwaltungen, Tourismus- und Marketingverantwortlichen als Entscheidungs- und Planungsgrundlage. Die nun integrierten Luftqualitätsdaten können beispielsweise in Kombination mit den Mobilitätsdaten bei der Planung von Verkehrsflüssen helfen oder für Gesundheitsverantwortliche von Interesse sein. Die Pilotphase läuft noch bis Mai 2018.



Karim Tarraf, CEO Hawa Dawa



Antavi: Ein Netz für Sicherheitskräfte

Die Sicherheit an Grossanlässen erhöhen durch Besucherstrommessungen und ein digitales Crowd-Management System, das ist die Lösung von Antavi. Die Lösung zur Analyse von Menschenströmen kann in jede Event App integriert werden. Sofern die Standortlokalisierung aktiviert ist, gibt sie den Sicherheitskräften in Echtzeit Einblicke, wie sich die Menschenmenge verhält. Dies erlaubt die rasche Identifikation von Hotspots und kritische Bewegungsdynamiken. Auf der anderen Seite können sich Crowd-Manager und Sicherheitskräfte über die App besser miteinander koordinieren. Gemeinsam mit Swisscom Broadcast hat das Schweizer Start-up eine Tracking Lösung entwickelt, die auf dem Low Power Network (LPN) und dem Mobilen Netzwerk (4G) basiert. Auf Bedarf trackt die App die Fahrzeuge der Sicherheitskräfte. So können Sicherheitskräfte ihre Einsätze besser koordinieren. Da das Tracking von Personen nur auf Aktivierung erfolgt, ist die Privatsphäre der Sicherheitskräfte jederzeit gewährleistet. Die Lösung wurde bereits erfolgreich am Swisscom Broadcast Experience Day präsentiert.


Rent'n'Share: Mobilität nach Bedarf

Von den Vorteilen eines eigenen Autos profitieren, auf der Basis eines monatlichen Festpreises und dieses zu teilen, falls es nicht gebraucht wird? Mit Rent'n'Share kann man ein Auto flexibel und digital mieten und bei Nicht-Gebrauch teilen. Das Intrapreneur Team bestehend aus Swisscom und AXA Mitarbeitenden hat während des Kickstart Accelerators den ersten Prototyp getestet. Dabei stand für die Teilnehmenden des KSAs ein Elektroauto zur Verfügung. Dieses konnte an der Ladestation, die von Spark Horizon vor dem Kraftwerk installiert wurde, aufgeladen werden. Spark Horizon ist ein Start-up, das Ladestationen für Elektroautos mit integrierter Werbung bereitstellt.


uHoo: Für ein gesundes Raumklima

Die Luft im inneren von Gebäuden ist gemäss Studien zwei bis fünf Mal so schlecht, wie die Luft draussen. Dies verursacht nicht nur müde Mitarbeitende, sondern kann auch zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen. uHoo hat sich dem angenommen und macht mir ihrem Gerät zur Luftmessung die Luftqualität in Innenräumen sichtbar. Ab dem 8. Dezember können uHoo's Geräte im Swisscom TestLab in Biel bewertet werden. Basierend auf den Kundenfeedbacks wird Swisscom die Aufnahme eines gemeinsamen Angebotes in das Smart Home Portfolio testen.

Der Kickstart Accelerator hat nicht nur vor Augen geführt, wie aktuell das Thema Smart City ist. Das Programm hat auch aufgezeigt, wie vielfältig die Lösungen sind, die unsere Städte attraktiver und nachhaltiger machen wollen. Welche der vorgestellten Konzepte sich langfristig durchsetzen, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.



Dustin Onghanseng, CEO uHoo



Alle Finalisten des KSA Smart City Batchs im Überblick







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