Ich bin CEO meines Produkts - getIT
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Swisscom Job

«Als Produkt Manager bin ich der CEO meines Produkts.»

Vor kurzem feierte Selina ihr sechzehnjähriges Jubiläum bei Swisscom. Heute als Senior Product Manager Cloud Services. Aber angefangen hat ihre Reise völlig woanders.
Marion Gloor
Marion Gloor, Product & Technical Communication Manager
10 novembre 2022

Marion:

Liebe Selina, erzähl uns doch, wie du in deiner Rolle als Produkt Managerin bei Swisscom gelandet bist?

Selina:

Nach der obligatorischen Schulzeit habe ich nach einem kurzen Abstecher in die Romandie und nach England meine Informatiklehre bei der Suva gestartet. Nicht nur die Ausbildung selbst hat mir viel Spass gemacht, auch der Arbeitgeber war für mich absolut top. Aber leider war zu dem Zeitpunkt keine Festanstellung nach der Lehre in Sicht. Eine Berufsschulkollegin hat mir dann eher zufällig von ihrer Lehrzeit bei Swisscom erzählt und triggerte damit meinen Entschluss, mich auf eine ausgeschriebene Stelle im Callcenter zu bewerben. Und von da aus kam der Ball ins Rollen: Ich entwickelte mich von der telefonischen Betreuung unserer IT-Partner hin zum Application Manager bei IT Services. Dieser Zwischenstopp war für mich das Sprungbrett ins Ressourcenmanagement, das mir eine gewisse Zeit lang zwar gefiel, aber irgendwann pendelte sich eine Routine ein in meinem Arbeitsalltag, die mir keine Ruhe mehr liess. Ich brauchte etwas Neues, etwas anderes. Also habe ich mich nach internen Stellenausschreibungen umgeschaut, und da war eine, die für mich theoretisch unerreichbar war: Product Manager Cloud Services, schulische Voraussetzung: Uni oder FH Abschluss. Ich bewarb mich trotzdem, im Wissen, nichts verlieren zu können – und gewann.

Marion:

Was ein wenig Mut doch manchmal bewirken kann – danke für's Teilen. Was glaubst du war ausschlaggebend, dass du die Stelle trotz der fehlenden gewünschten Ausbildung erhalten hast?

Selina:

Jede meiner vorangehenden Rollen hat hier ein kleines Stück beigetragen: Ich war bereits vertraut mit der Komplexität unseres Portfolios, habe die vielen Facetten der Kundenbetreuung kennengelernt und gelernt, die Anforderungen diverser Stakeholder zu jonglieren. Aber das wichtigste Kriterium war meines Erachtens, dass ich direkt an der Kundenfront und viel operativ gearbeitet habe und somit sehr bewusst in meiner Denkart den Kunden ins Zentrum stellte. Das ist in diesem Job, wie ich heute bestätigen kann, effektiv das A und O.

Marion:

Das führt mich gleich zu meiner nächsten Frage: Was machst du als Product Manager Cloud bei Swisscom Tag ein Tag aus?

Selina:

Da kann ich nahtlos an die obige Antwort anknüpfen: Ich stelle jeden Tag aufs Neue unsere Kunden ins Zentrum meiner Aktivitäten. Als Produkt Manager geht es insbesondere darum, die Bedürfnisse unserer Kunden zu erkennen und entsprechend zu decken. Als Kunde möchte ich jederzeit davon überzeugt sein, dass Swisscom alles daransetzt, dass die genutzten Produkte und Services reibungslos funktionieren. Im Grundsatz bin ich als PM der CEO meines Produkts. Das heisst im Umkehrschluss, dass ich verantwortlich bin für die gesamte Lieferkette: von der Weiterentwicklung, über die Prozesse und Delivery, bis hin zur korrekten Rechnung, die beim Kunden auf dem Tisch landet. Darüber hinaus bedeutet es auch Teamarbeit, denn nur gemeinsam mit den Entwicklern und Architekten drehen wir an den richtigen Schrauben.

Marion:

Insgesamt klingt das sehr anspruchsvoll und vielschichtig. Was ist deine Motivation, jeden Morgen für die Arbeit aufzustehen?

Selina:

*lacht* Nun ja, meine Kinder sind Frühaufsteher, aber das beantwortet deine Frage wohl nicht. Ich liebe es, Menschen zu begeistern. Sei es, um ein Projekt zum Fliegen zu bringen, eine Umsetzung voranzutreiben, oder einen Kunden von unserer Lösung zu überzeugen: Wenn ich merke, dass die Leute in mein Boot steigen und wir am selben Strickende ziehen, dann gibt mir das ein gutes Gefühl. Und dafür stehe ich gerne auf.

Marion:

Das heisst also insofern, dass das auch in einer anderen Rolle und in einer anderen Branche genauso der Fall sein könnte. Oder wie wichtig ist dabei der Faktor der Branche, in der du tätig bist? Anders gefragt: Was hat dich initial in die IT gebracht?

Selina:

Das triggert lustige Erinnerungen. Ich war fünfzehn, als ich die Sek abschloss. Fünfzehn und ahnungslos, was ich mit meinem Leben machen sollte. Also ging ich zuerst ein paar Monate in die Romandie, um mein Französisch aufzubessern und tat anschliessend dasselbe in England für mein Englisch. Naja, danach war ich nicht viel schlauer als davor, entschied mich jedoch dazu, dem Lehrer Seminar eine Chance zu geben. Damals musste man noch eine Aufnahmeprüfung machen. Die habe ich jedoch erfolgreich nicht bestanden und war quasi back to Square 1. Da meinte mein Vater in einem Nebensatz "Ach, ein Profil mit Zukunft wäre wohl was in der IT. Mach doch eine Informatiklehre". Ich hatte nichts zu verlieren und konnte kurzfristig noch bei der Suva eine Schnupperlehre absolvieren. Und den Rest kennst du ja. Die Branche habe ich bis heute nicht geändert, mein Vater hat wohl recht behalten (schmunzelt).

Marion:

Da hatte dein Vater effektiv den richtigen Riecher - coole Story! Wenn wohl auch eher stressig für dich, als du mittendrin gesteckt hast. Erzähl uns doch mal noch etwas über eines deiner Kundenprojekte?

Selina:

Eins meiner letzten Projekte war auf Prozessoptimierungen ausgerichtet. Das mag auf den ersten Blick vielleicht sehr theoretisch klingen, ist es aber in der Tat nicht. Allenfalls ist in diesem Zusammenhang noch wichtig zu erwähnen, dass ich erst kürzlich, mit der Rückendeckung meiner Organisation, eine Weiterbildung zum Thema Lean Management absolviert habe und nun auch entsprechend Projekte in Angriff nehme. Das Ziel des Projekts war es, in Bezug auf eines unserer Produkte eine klare Verbesserung punkto Prozesse und Durchlaufzeiten zu erzielen, so dass unsere Kunden künftig wertvolle Zeit und Ressourcen zurückgewinnen. Wir begannen also mit der Recherche am System: Wer ist alles involviert, wo haben wir Knotenpunkte, die es zu lösen gilt, was sind die Ursachen dafür, etc. etc. Mit anderen Worten haben wir eine Wertstromanalyse des gesamten Prozesszyklus erstellt und eine Ursachenanalyse nach Ishikawa gemacht. Das Resultat: Wir konnten in der Praxis die Prozesse um über 60% und die Durchlaufzeit um rund 50% kürzen – ein Riesengewinn für unsere Kunden, und in zweiter Linie auch für uns intern ein grosser Mehrwert.

Marion:

Die Zahlen sprechen Bände. Kannst du mir für mein Verständnis noch ein Beispiel geben von einer Verbesserungsmassnahme, die ihr aufgrund eurer Analyse umgesetzt habt?

Selina:

Ja klar. Wir agieren in einem sehr dynamischen und schnell wachsenden Umfeld. Vieles geschah in der Vergangenheit noch manuell, so auch beispielsweise gewisse Preiskalkulationen. Diese umfangreichen Excelberechnungen haben wir nun in ein online Tool überführt und im gleichen Zuge sogleich auch automatisiert.

Marion:

Wenn du künftigen potenziellen Arbeitskolleg*innen etwas mitgeben kannst, bevor sie bei Swisscom ihre Stelle antreten, was wäre das?

Selina:

Ich finde es enorm wichtig, einen breiten Rücken zu haben. Wie vorhin erwähnt, ist das Umfeld, in dem wir uns bewegen, sehr dynamisch und verändert sich schnell. Das fordert ein gewisses Mass an Flexibilität. IT ist auch komplex, und es ist sehr einfach, sich in den Details zu verlieren. Deshalb mein Tipp, nicht das Gesamtbild aus den Augen verlieren. Mir gelingt das am besten, indem ich immer wieder den Kunden ins Zentrum stelle. Und last but not least: Nicht immer gleich den Ferrari bauen wollen, sondern klein starten, immer dranbleiben, und langsam darauf hinarbeiten.

Marion:

Liebe Selina, vielen Dank für deine Zeit und wertvollen Insights in deinen Job als Produkt Manager Cloud!

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Steckbrief Selina Antony-Blättler

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Marion Gloor

Product & Technical Communication Manager

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