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Das Trainee-Programm als Sprungbrett nach ganz oben – ein klischeegetriebener Erlebnisbericht

"Huch, du hast Psychologie studiert – dann kannst du mich jetzt sicher durchschauen?", "Psychiater? Psychologe? Ist das nicht dasselbe?", "Aber ist das nicht eher so ein wenig Wischi-Waschi, also nicht so wissenschaftlich?" – mit solchen Aussagen sah ich mich im Frühjahr des vergangenen Jahres, als ich mich auf eine Beschäftigung nach dem Studium aufmachte, konfrontiert. Nun, ein knappes Jahr später, versuche ich, solchen Leuten zu erklären, was denn bitteschön ein studierter Psychologe bei Swisscom macht.
Rafael Bittel
Rafael Bittel, Business Developer
22 janvier 2018

Viele Leserinnen und Leser dieses Beitrags stehen wahrscheinlich vor dem Übertritt vom Studium in die Berufswelt. Viele von euch werden einen universitären Masterabschluss in der Tasche haben, einige vielleicht sogar in Psychologie. Eines vorneweg: Damit habt ihr bereits ein sehr wichtiges Kriterium erfüllt. Möglicherweise seid ihr euch dessen auch bewusst, sind junge Hochschulabgänger in Zeiten agiler, anglizierter und sich rasch transformierender Arbeitsumgebungen doch gesuchter denn je. Fachkräftemangel heisst das dann. Nun ja, wer von euch möchte denn nicht eines Tages eine Fach- oder Führungskraft sein?

 

Die Kehrseite, so nimmt man es als Student zumindest wahr, sind die unglaublich hohen Anforderungen der Arbeitgeber: Ein Masterabschluss ist Pflicht, besser noch einer mit ausgezeichneten Leistungen (lieber eine 6.0 als eine 5.9), Kenntnisse in mindestens sechs Sprachen und dazu noch zehn Jahre Berufserfahrung. Einverstanden, das ist ein wenig überspitzt formuliert, aber eines kommt dadurch besser zum Ausdruck: Der Mensch und dessen einzigartige Persönlichkeit wird zu häufig ausser Acht gelassen! Nicht so bei Swisscom, wie meine Erfahrungen zeigen.

 

Als Trainee für Swisscom arbeiten zu dürfen, ist ein Privileg. Gerade einmal zwölf Hochschulabsolventen kommen jährlich in den Genuss dieser Berufseinstiegsmöglichkeit. Die Anforderungen sind, wie bei vergleichbaren Arbeitgebern in der Schweiz, hoch. Nach Eingabe des Bewerbungsdossiers wird geprüft, ob die Bewerberin oder der Bewerber die Kriterien erfüllt. Wer diese erfüllt und überzeugen kann, wird zu einem ersten Kennenlern-Gespräch eingeladen. Was folgt ist ein Assessment und im besten Fall eine Zusage. Übrigens: Finger weg von langweiligen, verstaubten und standardisierten Bewerbungsunterlagen! Seid kreativ, zeigt Humor und vor allem: seid mutig! Es wird sich lohnen, denn die Assessoren interessiert in erster Linie eure Persönlichkeit.

Gruppenfoto vor dem Swisscom Gebäude

Wer es ins “Trainee-Team” von Swisscom geschafft hat, steht am Startpunkt einer spannenden und herausfordernden Reise. Rund einen Monat vor dem offiziellen Startschuss erhält man eine Liste mit verschiedenen Projekten. Die Bandbreite, die dabei zur Auswahl steht, ist enorm: Vom Schneesport-Sponsoring über Work Smart Coaching bis hin zur Verhandlung von Roaming-Verträgen ist alles dabei. Übrigens: Work Smart bedeutet so viel wie moderne, einfache und grenzenlose Kommunikation und Zusammenarbeit. Ein hochaktuelles Thema und echt hip – wie etwa auch das Thema Start-Ups, ein weiterer Bereich, in welchem Trainees frische, unverbrauchte Luft schnuppern können. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass die Auswahl der Projekte keine leichte Aufgabe ist, weil häufig mehrere davon unglaublich interessant sind. Ich stehe aktuell vor der Auswahl des zweiten Projekts und habe das Gefühl, dass es immer wie schwieriger wird…

 

Diese Möglichkeit, in viele verschiedene Geschäftsbereiche von Swisscom einen Einblick zu erhalten, ist ein grosser Pluspunkt des Trainee-Programms. Ein weiterer ist, wie eingangs kurz angetönt, dass die Persönlichkeit der Trainees wichtiger ist als deren Studienrichtung. Viele studierte Psychologen fürchten sich möglicherweise davor, zu wenig wirtschaftliches Know-how vorweisen zu können. Ebenso fürchten sich BWL-Studierende möglicherweise davor, dass das Trainee-Programm von Swisscom viel zu technisch sein würde. Nun ja, tief durchatmen: Alles Blödsinn! Egal welches Projekt man wählt, es wird stets viel Wert daraufgelegt, die Trainees einzuarbeiten und ihnen das nötige Grundlagenwissen beizubringen. Den Rest lernt man “on the job”, während dem Arbeiten. Was wirklich zählt, ist die Persönlichkeit. Swisscom sucht motivierte, wissbegierige und interessierte Studienabgänger. Fehlendes (theoretisches) Fachwissen ist keine Schande und schon gar kein Grund, sich nicht für das Trainee-Programm von Swisscom zu bewerben. “70-20-10” würde mein Mentor entgegnen – das Lernen durch Erfahrung ist viel wichtiger als das Eintrichtern theoretischer Annahmen.

Rote Ski vor dem Matterhorn

Zusätzlich zum Reiz einer spannenden und herausfordernden Arbeitsumgebung, weist das Trainee-Programm einen hohen sozialen Mehrwert auf. Obschon zwölf so unterschiedliche Menschen, die sich zuvor höchstens kurz beim Assessment gesehen haben, aufeinandertreffen, entstand sehr rasch ein Zusammenhörigkeitsgefühl (oder “need to belong”, wie der Sozialpsychologe es nennen würde). Man freut sich für die anderen (und natürlich auch ein wenig für sich selbst) und sieht sich direkt als Teil einer Gruppe, die viel bewegen kann. Was sich auf den ersten Blick wie eine Selbstverständlichkeit anhört, ist ziemlich erstaunlich – kommen die Trainees doch studientechnisch wie auch geografisch aus den unterschiedlichsten Richtungen. Von der studierten Erziehungswissenschaftlerin (die übrigens mehr kann, als Mandalas malen – um den Klischees treu zu bleiben) über den klassischen “HSGler” bis hin zum “Techie”, die Studienrichtungen könnten unterschiedlicher nicht sein. So unterschiedlich der “Wissensrucksack” bepackt ist, so erstaunlich sind die (entwickelten) Gemeinsamkeiten. Unser Trainee-Jahrgang beispielsweise, entwickelte urplötzlich eine Vorliebe für Ingwer. Ingwer, ein Gewürz mit dem die meisten zuvor vielleicht höchstens grippebedingt in Kontakt kamen – und dennoch entwickelte sich eine Dynamik, die dazu führte, dass ein regelrechter Ingwer-Hype unter den Trainees ausgebrochen ist: Vom Ingwertee über Ingwer-Kaugummis bis hin zu Ingwer-Schönheitsmasken – Hauptsache Ingwer. Und nein, selbst wenn ich Psychologie mit klinischem Hintergrund studiert hätte, ich käme nie auf die Idee, uns deshalb eine Therapie aufzuerlegen (das Ganze lässt sich bestimmt mit “groupthink” erklären).

 

Diese akute, spontanauftretende Ingwerphilie ist aber nur ein Beispiel dafür, wie einzigartig der Teamspirit der Trainees ist. So trafen wir uns – im Sinne einer önologischen Fortbildung – zur Weindegustation in Zürich, beim Weltcup in Adelboden oder bei einer Wanderung in den Walliser Bergen. Für die kommenden Monate sind weitere Events geplant, beispielsweise ein Ski-Weekend im Engadin oder ein Trainingslager im Süden – zur Vorbereitung auf die Swisscom Games (das Swisscom-interne Pendant zu den Olympischen Spielen).

 

Der einzige Wermutstropfen am Trainee-Programm ist dessen absehbares Ende. Auch wenn wir erst seit gut vier Monaten Teil des Unternehmens sind, fühlen wir uns bereits fest integriert. Die “Du-Kultur” erleichtert das Zugehen auf die vielen, sehr unterschiedlichen Menschen bei Swisscom. Ein wichtiges Ziel des Trainee-Programms ist es, dass die Trainees während dem einjährigen Einsatz ein grosses Netzwerk aufbauen. Wo sonst erhält man die Möglichkeit, in zwölf Monaten Einblicke in fast alle Unternehmensbereiche zu erhalten?

Gruppenfoto vor der Skipiste

Dieses einmalige Angebot, gepaart mit dem innovativen und erfrischenden Auftreten von Swisscom an Berufsmessen und Hochschulen, hat mich damals überzeugt, mich für das Trainee-Programm von Swisscom zu bewerben. Diesen Entscheid habe ich keine Sekunde bereut. Es ist jeden Tag spürbar, dass den Trainees im Unternehmen eine besondere Rolle zukommt – sie werden gefördert und auch herausgefordert. Das macht meinen Arbeitsalltag unglaublich spannend und abwechslungsreich!

 

Der Arbeitsalltag eines Arbeits- und Organisationspsychologen hat häufig also wenig mit Psychosen und Neurosen zu tun. Ebenso wenig ist die Studienrichtung der Bewerber für die Auswahl der Trainees entscheidend. Eine alte Weisheit aus der Welt des Sports besagt, dass der Ball nur ins Tor gehen kann, wenn man ihm die Chance dazu gibt. Wer den Ball nicht aufs Tor schiesst, wird kein Tor erzielen. Dasselbe trifft auf die Bewerbung für das Trainee-Programm zu: Wer es nicht versucht, wird es nicht schaffen. Was auch immer ihr studiert habt – bewerbt euch am besten heute noch, die Plätze sind rar!

 

PS: Falls ihr Fragen zum Trainee-Projekt habt, dürft ihr mich sehr gerne kontaktieren. Und falls ich euch bereits überzeugen konnte, euch für das Trainee-Programm zu bewerben, so drücke ich euch fest die Daumen! Vielleicht begegnen wir uns schon bald einmal – ich würde mich sehr freuen.

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Rafael Bittel

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