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Künstliche Intelligenz:
Chancen, Risiken und Anwendungen

KI-generierte Inhalte sind aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Der Kollege, der seinen Geschäftsbericht mit ChatGPT strukturiert. Die Schülerin, die sich eine Grafik für ihre Präsentation erstellen lässt. Oder das Werbevideo eines KMUs, das ohne Drehtag entstanden ist. Künstliche Intelligenz verändert, wie wir arbeiten, lernen und kommunizieren. Und das schneller, als wir erwartet hätten. Doch was steckt hinter der Technologie? Was kann sie wirklich, wo liegen die Grenzen? Und was bedeutet das für uns?

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Multimodale KI geht über Text und Bilder hinaus.

Thema

Wie funktioniert eine generative KI?

Eine generative Künstliche Intelligenz basiert auf Algorithmen, die sie nutzt, um bestimmte Aufgaben zu lösen. Es gibt mehrere Ansätze, so zum Beispiel das Maschinelle Lernen oder Deep Learning. Das tönt jetzt vielleicht kompliziert, doch im Grunde geht es immer darum, dass die Künstliche Intelligenz versucht, die Leistung unseres Gehirns nachzuahmen. 

Maschinelles Lernen, Deep Learning, Computer Vision oder die natürliche Sprachverarbeitung – was bedeuten diese Begriffe? 

Beim maschinellen Lernen versucht die KI, in riesigen Datenmengen bestimmte Muster zu erfassen. Indem sie diese Daten analysiert, lernt sie, stets die wahrscheinlichste Antwort auf eine bestimmte Frage oder Aufgabe zu finden. Die wahrscheinlichste Lösung bedeutet aber nicht zwingend die richtige. Es kann immer sein, dass eine generische KI einen Antwort erfindet, also halluziniert. Darum ist es wichtig, wichtige Informationen mit anderen Quellen gegenzuprüfen.  

Wie im menschlichen Gehirn, senden sich beim Deep Learning einer KI viele künstliche Gehirnzellen (sogenannte neuronale Netze) Signale zu. Durch die Verknüpfung dieser künstlichen Gehirnzellen baut die KI ihr Wissen auf. Auch wir Menschen lernen, indem wir unsere Gehirnzellen miteinander verknüpfen. 

Ein bereits früh verbreiteter Ansatz der KI war die natürliche Sprachverarbeitung. Dabei analysiert und verarbeitet die KI (zum Beispiel in Sprachassistenten oder Chatbots) die menschliche Sprache und lernt, intelligent auf Fragen zu reagieren.  

Bild-KIs funktionieren grundsätzlich anders als Sprachmodelle. Lange Zeit dominierten sogenannte Diffusionsmodelle: Sie starten mit einem zufälligen Bildrauschen. Stell dir eine graue, körnige Fläche vor. Diese wird schrittweise verfeinert, bis ein Bild entsteht, das zum Prompt passt. Modelle wie Midjourney oder Stable Diffusion arbeiten nach diesem Prinzip und sind besonders stark bei stimmungsvollen, künstlerisch gestalteten Bildern. 

Neuere Modelle wie GPT Image oder Nano Banana Pro hingegen sind autoregressive Modelle: Sie generieren ein Bild nicht durch Verfeinerung von Rauschen, sondern bauen es (ähnlich wie ein Sprachmodell einen Text) Schritt für Schritt auf. Da diese Modelle Text und Bild gemeinsam verstehen, folgen sie Anweisungen präziser und lassen sich im Gespräch einfacher anpassen: «Mach den Hintergrund dunkler» oder «Füge eine Person hinzu». Ein autoregressives Modell versteht das direkt.

Moderne Sprachmodelle wie ChatGPT, Gemini oder Claude basieren auf der sogenannten Transformer-Architektur, einem Durchbruch aus dem Jahr 2017, der die KI-Entwicklung grundlegend verändert hat. Ein Transformer versteht nicht einfach einzelne Wörter, sondern deren Bedeutung im Zusammenhang. Er erkennt, dass «Bank» im Satz «Ich sitze auf der Bank» etwas anderes bedeutet als in «Ich gehe zur Bank». Dieses Verständnis von Kontext macht moderne Sprachmodelle so leistungsfähig. 

Auf dieser Architektur aufbauend entstanden die sogenannten Large Language Models (LLMs). Das sind Modelle, die mit enormen Mengen an Texten trainiert wurden und dadurch gelernt haben, sprachliche Muster zu erkennen und vorherzusagen. Vereinfacht gesagt: Ein LLM berechnet bei jeder Antwort, welches Wort als nächstes am wahrscheinlichsten passt und tut das Schritt für Schritt, bis ein vollständiger Text entstanden ist.

Maschinelles Lernen, Deep Learning, Sprachverarbeitung, Transformer-Architektur und Bildgenerierung bilden gemeinsam die Grundlage für das, was du heute als generative KI im Alltag erlebst: sogenannte multimodale Systeme, die gleichzeitig lesen, schreiben, analyisieren und generieren können.

Thema

Welche generative KI gibt es für Bild, Text und Video?

Seit die erste Version von ChatGPT im Jahr 2022 veröffentlicht wurde, ist das Angebot an KI-Software auf dem Markt nahezu explodiert. Aufgrund der hohen Nachfrage entwickelt sich das Angebot seither rasend schnell weiter. Hier findest du eine Übersicht der aktuell bekanntesten Modelle.  

Sprachmodelle 

ChatGPT(öffnet ein neues Fenster)  ist ein multimodales Modell, das seinen Ursprung als Sprachmodell von OpenAI hat. Seine Hauptaufgabe besteht darin, natürliche Sprache zu verstehen und auf Anfragen in Textform zu antworten. Dies inkludiert auch Antwortformate wie Tabellen, Code oder mathematische Formen. Selbst Diagramme sind möglich. 

ChatGPT als Service bietet unterschiedliche Modelle an (u.a. GPT-5.2, GPT-4.1 oder gpt-oss), die sich in ihren Funktionen und Stärken unterscheiden. In ChatGPT ist seit Dezember 2025 das Bildmodell GPT Image verfügbar, um Bilder zu erstellen. Vorgängermodelle  wie GPT-4o oder DALL·E wurden dabei abgelöst. 

DeepSeek(öffnet ein neues Fenster) ist ein Sprachmodell aus China, das Anfang 2025 für Aufsehen sorgte: Es erreichte Top-Leistungen bei einem Bruchteil der üblichen Entwicklungskosten. 

Das Modell DeepSeek R1 (veröffentlicht im Januar 2025) wurde für komplexe Denkaufgaben entwickelt, spezialisiert auf mathematische Problemlösungen, anspruchsvolle Programmieraufgaben und logische Schlussfolgerungen. Den Denkprozess der KI konnte man erstmals mitverfolgen, da die KI ihre Zwischenschritte aufzeigt, reflektiert und sie selbständig korrigiert. Diese schrittweise Methode (Chain-of-Thought) führt zu präzisen Ergebnissen und ist heute in vielen Sprachmodellen Standard geworden. 

Das Allround-Modell DeepSeek V3 für alltägliche Aufgaben wie Texterstellung, Konversationen und allgemeine Fragen wurde im Dezember 2024 eingeführt. Aktuell ist DeepSeek V3.2 in Betrieb (Stand: Feburar 2026). Als Open-Weights-Modell (MIT-Lizenz) kann DeepSeek sowohl via Webseite und Smartphone-App als auch über eine lokale Installation (z.B. Hugging Face) installiert und genutzt werden.

Google Gemini(öffnet ein neues Fenster)  ist das multimodale KI-Modell von Google. Ursprünglich im März 2023 unter dem Namen «Google Bard» veröffentlicht, ist das Modell nach einem holprigen Start und Rebranding zu «Google Gemini» heute direkter Konkurrent von ChatGPT.

Gemini verarbeitet nicht nur Text, sondern auch Bilder, Audio, Video und Code. Damit kannst du zum Beispiel Fotos analysieren lassen, komplexe Dokumente zusammenfassen oder Code-Probleme lösen.

Aktuell (Februar 2026) bietet Google unterschiedliche Modellfamilien: Gemini Flash für schnelle Aufgaben, Gemini Pro für anspruchsvolle Anfragen und Gemini DeepThink für komplexe Denkaufgaben. Für die Bildgenerierung bietet Google Nano Banana (Gemini 2.5 Flash Image) und Nano Banana Pro (Gemini 3 Pro Image). Und auch in Sachen Videogenerierung steht Google in nichts nach: Mit Veo 3 (Mai 2025) ermöglicht das Unternehmen allen Nutzer*innen mit einem Google One AI Premium Plan die Generierung von Videos inklusive synchronisiertem Audio: Aus Textbeschreibung oder Bildern können 8-sekündige Videoclips in 4K-Qualität erstellt werden. 

Und auch in den Google Workspace-Apps (Docs, Gmail, Sheets usw.) lässt sich Gemini mit dem AI Premium Abo direkt integrieren. Ohne Abo kann Gemini kostenlos als Chatbot genutzt werden, allerdings mit eingeschränktem Funktionsumfang.

Llama(öffnet ein neues Fenster) (Large Language Model Meta AI) ist Metas KI-Modellfamilie, die seit 2023 laufend weiterentwickelt wird. Die aktuelle Generation Llama 4 (Stand: Februar 2026) ist multimodal (Text und Bild) und nutzt wie DeepSeek eine Mixture-of-Experts-Architektur. Das bedeutet, dass nur jene Teile aktiviert werden, die für eine konkrete Aufgabe benötigt werden. Das macht die KI schneller und ressourcenschonender.

Die Llama Modelle sind «openly available» und richten sich primär an Entwickler*innen, Forschende und Unternehmen. 

Seit März 2025 steht Meta AI, der Chatbot von Llama, auch in der Schweiz zur Verfügung. Du findest ihn in WhatsApp, Instagram, Facebook und Messenger: Suche einfach nach dem blauen Kreis-Symbol oder tippe @MetaAI in einen Chat. Die europäische Version hat aus Datenschutzgründen eingeschränkte Funktionen im Vergleich zur US-Version.

Claude(öffnet ein neues Fenster)  ist Anthropics KI-Modellfamilie, die besonders für ihre Sicherheitsausrichtung bekannt ist. Die aktuelle Generation Claude 4.5 (Stand: Februar 2026) bietet drei Varianten: Haiku (schnell und günstig), Sonnet (ausgewogen) und Opus (höchste Leistung). Im Februar 2026 folgte Opus 4.6 mit erweiterten Fähigkeiten. 

Claude brilliert bei kreativem Schreiben, beim Generieren von Code sowie bei analytischen Berichten und strukturierten Dokumenten. Mit der Funktion Extended Thinking zeigt das Modell seinen Denkprozess und reflektiert Zwischenschritte, um präziser antworten zu können.  Die neue Funktion Agent Teams (verfügbar ab Opus 4.6) ermöglicht es, komplexe Aufgaben auf mehrere KI-Agenten aufzuteilen, die parallel arbeiten. 

Anthropic legt grossen Wert auf Datenschutz und entwickelt Claude nach ethischen Prinzipien.

Mistral AI(öffnet ein neues Fenster) gilt als führendes europäisches Unternehmen für KI-Sprachmodelle. Das französische Start-up wurde im April 2023 von ehemaligen Google DeepMind- und Meta-Forschenden gegründet. Seither hat sich Mistreal mit seinen Open-Weight-Modellen bewusst als europäische, datenschutzfreundliche Alternative zu US-Chatsbots positioniert. 

Das aktuelle Modell Mistral Large 3 (Stand: Februar 2026) und die Ministral 3-Familie bieten multimodale Fähigkeiten (Text, Bild und Audio) und unterstützen Dutzende Sprachen. Der Chatbot «Le Chat» wurde im Februar 2024 lanciert und bietet Features wie Voice Mode für die Spracherkennung, Deep Research für strukturierte Recherchen und Think Mode für komplexe Denkaufgaben. 

Mistral AI legt grossen Wert auf DSGVO-Konformität udn bietet sowohl kostenlose als auch Enterprise-Versionen für Unternehmen an.

Microsoft 365 Copilot(öffnet ein neues Fenster) ist der KI-Assistent von Microsoft und ist direkt in alle Microsoft-Apps (Teams, Word, Excel, PowerPoint, Outlook) integriert. Der Assistent basiert auf OpenAI-Technologie (aktuell GPT-5.2, Stand: Februar 2026). 

Seit 2026 agiert Copilot im Agent Mode sogar als autonomer Agent, der mehrstufige Aufgaben selbständig und über mehrere Apps hinweg erledigen kann. Statt nur auf Befehle zu reagieren, arbeitet Copilot iterativ mit dir zusammen, erstellt Entwürfe, verfeinert diese und passt Dokumente schrittweise an. Thinking Mode aktiviert erweiterte Denkfähigkeiten für komplexe Analysen. Voice Mode ermöglicht die Sprachsteuerung. Implicit Grounding nutzt automatisch den Kontext offener E-Mails oder markierter Texte, um präzisere Antworten zu liefern. 

Damit ist Copilot ein toller Sparringpartner bei alltäglichen Aufgaben wie Excel-Formeln zu erstellen, Präsentationen mit Infos aus Word-Dokumenten zu gestalten, E-Mail-Konversationen zusammenzufassen oder Meeting-Notizen zu sammeln. Deine erteilten Berechtigungen und Sicherheitseinstellungen respektiert Copilot.

myAI(öffnet ein neues Fenster) myAI ist der KI-Assistent von Swisscom für den Schweizer Alltag. Er basiert auf dem Sprachmodell Claude von Anthropic  und ist speziell auf die Schweiz ausgerichtet.

myAI hilft dir zum Beispiel beim Verfassen, Übersetzen und Zusammenfassen von Texten, analysiert hochgeladene Dokumente (PDF, Word, Excel) und generiert Bilder. Die integrierte Web-Suche liefert aktuelle Informationen, wobei Schweizer Quellen priorisiert werden. 

Und auch Schweizer Services sind integriert, zum Beispiel SBB-Fahrpläne, Wetterprognosen von MeteoSchweiz, Schweizer Rechtschreibung und weil myAI ein Schweizer Produkt ist, versteht und spricht der Assistent auch Schweizerdeutsch. 

Die Daten bleiben unter vollständiger Kontrolle von Swisscom. Sie werden weder an Dritte weitergegeben noch fürs KI-Training verwendet. Du kannst alle deine Unterhaltungen jederzeit löschen. Verfügbar ist myAI für alle in der Schweiz wohnhaften Personen mit einem Swisscom Login.

Apertus(öffnet ein neues Fenster) ist das erste grosse Sprachmodell der Schweiz. Es wurde von EPFL, ETH Zürich und dem Swiss National Supercomputing Center (CSCS) entwickelt und im September 2025 veröffentlicht. 

Der Name ist Programm: apertus ist lateinisch und bedeutet offen. Passend gewählt, denn das Sprachmodell ist vollständig offen, was heisst, dass jede*r einsehen kann, mit welchen Daten die KI trainiert wurde, mit welcher Methode und wie sie technisch funktioniert. Damit erfüllt Apertus als erstes grosses Sprachmodell die Transparenzpflichten des EU AI Acts und wurde unter Beachtung des Schweizer Datenschutzgesetzes sowie Urheberrechts entwickelt.

Apertus ist zum Download auf Hugging Face(öffnet ein neues Fenster) verfügbar.

Als kostenlose Chat- und API-Demo-Schnittstelle dient PulicAI(öffnet ein neues Fenster).

Perplexity(öffnet ein neues Fenster) ist eine KI-gestützte Suchmaschine, die im Gegensatz zu herkömmlichen Chatbots nicht auf gespeichertem (antrainiertem) Wissen, sondern auf Echtzeit-Web-Recherchen basiert. Perplexity hat sich auf die faktenbasierte Informationssuche spezialisiert und wird besonders von Studierenden und Forschenden geschätzt. 

Perplexity ist eine Multi-Modell-Plattform und bezieht je nach Version unterschiedliche Modelle wie GPT-5, Claude, Gemini usw. ein. Mit Deep Research erstellt Perplexity umfassende Reports, zitiert Quellen sauber und exportierbar als PDF. Sogenannte Focus Modes passen die Suchergebnisse gezielt an.

Perplexity ist kostenlos nutzbar. Die Pro-Version bietet erweiterte Funktionen und die Modellauswahl.

Bild-KIs

GPT Image(öffnet ein neues Fenster) ist die aktuelle Modellfamilie zur Bildgenerierung von OpenAI. GPT Image ist damit der Nachfolger von DALL·E, das noch als separates Diffusionsmodell funktioniert hat. GPT Image ist nun nativ in das Sprachmodell integriert. Das bedeutet, dass Text und Bild in demselben neuronalen Netz entstehen. Das ist praktisch für dich, denn so kannst du im Chat direkt mit dem Bild weiterarbeiten, Anpassungen in natürlicher Sprache formulieren und das Modell versteht dabei den gesamten Kontext deiner Unterhaltung. 

Mit GPT Image kannst du Bilder auch bearbeiten. Das Modell ändert sehr präzis, was du verlangst (z.B. Bildinhalte) und lässt dabei Belichtung, Komposition und Gesichtszüge konsistent. 

GPT Image ist in ChatGPT verfügbar, es kann aber auch über Microsoft Copilot oder Apple Intelligence darauf zugegriffen werden.

Midjourney(öffnet ein neues Fenster) gilt seit seinem Launch 2022 für viele als der «Gold Standard» der KI-Bildgenerierung. Das Modell ist bekannt für seine aussergewöhnliche stilistische Tiefe und künstlerische Qualität. Damit eignet sich das Modell für dich, wenn du nicht einfach ein funktionales Bild, sondern etwas visuell Ausdruckstarkes und Einzigartiges schaffen möchtest.

Die aktuelle Version 7 (Stand: Februar 2026) wurde von Grund auf neu aufgebaut, mit mehr Präzision bei den Details, realistischerer Textur und Beleuchtung. Deine Bildwünsche kannst du auch per Spracheingabe formulieren. Mittels persönlicher Stil-Kalibrierung passt Midjourney sich deinem visuellen Geschmack an. 

Seit Juni 2025 ist auch Videogenerierung möglich: Du animierst ein bestehendes Bild in kurze Videoclips. Midjourney ist über das Webinterface und Discord zugänglich.

Nano Banana Pro(öffnet ein neues Fenster) ist das neue Bildgenerierungs- und Bearbeitungsmodell von Google, basierend auf Gemini 3 Pro. Es hebt sich durch seine fotorealistischen, natürlich wirkenden Ergebnisse von anderen Modellen wie GPT Image oder Midjourney ab. Ausserdem kannst du Kamerawinkel, Beleuchtung, Tiefenschärfe und Farbgebung sehr gezielt beeinflussen. Bilder können in bis zu 4K-Auflösung generiert und Texte innerhalb von Bildern in verschiedenen Sprachen, Schriftarten und Stilen korrekt abgebildet werden.

Nano Banana Pro ist in der Gemini-App, in Google Slides, NotebookLM und weiteren Google-Produkten verfügbar. Mit limitiertem Kontingent ist das Bildmodell kostenlos nutzbar.

Adobe Firefly(öffnet ein neues Fenster) ist der KI-Bildgenerator von Adobe und direkt in Photoshop, Illustrator und Premiere integriert. Alle Firefly-eigenen Modelle wurden ausschliesslich mit lizenzierten Inhalten trainiert und damit generierte Bilder können darum bedenkenlos kommerziell eingesetzt werden. Firefly fungiert aber auch als Modell-Hub und integriert Partnermodelle wie GPT Image oder Nano Banana Pro. 

Adobe Firefly ist über den Browser sowie die Adobe Creative Cloud verfügbar. Begrenzte Generierungen sind mit einem kostenlosen Adobe-Konto möglich.

Canva(öffnet ein neues Fenster) ist die beliebteste Design-Plattform für Einsteiger*innen oder Schüler*innen. Mit Dream Lab steckt inzwischen eine starke Bild-KI drin. Du generierst deine Bilder direkt im Flyer, deiner Präsentation oder deinem Social-Media-Post, ohne die Plattform verlassen zu müssen. Seit der Übernahme von Leonardo.ai liefert Dream Lab deutlich bessere Ergebnisse als vorher. 

Canva AI ist über den Browser und via App erreichbar. Mit einem kostenlosen Konto sind nur begrenzte Generierungen möglich.

Neben kommerziellen Bild-KIs gibt es eine lebendige Welt an Open-Source-Modellen, darunter Stable Diffusion, FLUX oder HunyuanImage. Sie sind alle kostenlos nutzbar, können frei angepasst und auf dem eigenen Computer betrieben werden. Das macht sie besonders interessant für technisch versierte Nutzer*innen und Datenschutz bewusste Institutionen, die keine Daten an externe Server senden möchten. 

Die Einrichtung und Wartung solcher KI-Bildmodelle erfordern technisches Können und eine leistungsstarke Hardware. Wer sich für Open-Source-Modelle entscheidet, profitiert von maximaler Kontrolle und einer aktiven Community, die laufend neue Modelle, Feinabstimmungen und Erweiterungen veröffentlicht.

Videogeneratoren 

Mit Sora 2(öffnet ein neues Fenster) hat OpenAI im September 2025 nicht nur ein verbessertes Videogenerierungsmodell veröffentlicht, sondern auch eine eigenständige Social App «Sora by OpenAI». Deren Feed zeigt ähnlich wie bei TikTok kurze, KI-generierte Videos, die du per Textprompt erstellen, remixen und teilen kannst. 

Sora 2 generiert Videos mit synchronisiertem Dialog und Soundeffekten und versteht, wie sich Personen oder Objekte im Raum verhalten und bewegen. Mit der Funktion «Characters» kannst du dich selbst oder Freunde (Achtung: Datenschutz) nach einer einmaligen Videoaufnahme direkt in jede Szene einsetzen lassen. 

Die App steht in ausgewählten Ländern für iOS und Android zur Verfügung (die Schweiz gehört noch nicht dazu). Wer weiterhin ohne Social App auf das Bildmodell zugreifen möchte, kann das über sora.com oder via ChatGPT tun.

Veo (öffnet ein neues Fenster)ist das Videogenerierungsmodell von Google DeepMind und kann Videos aus Text oder Bild erstellen. Das Modell zeichnet sich durch eine besonders realistische Bewegungsphysik und eine präzise Kamerasteuerung aus. 

Seit Version 3 kann Veo zudem Audio direkt mit dem Video zusammen generieren. Du kannst also Soundeffekte, Umgebungsgeräusche und sogar Dialoge im Prompt beschreiben und Veo erzeugt einen synchronisierten Soundtrack, der zum Bild passt. Seit Oktober 2025 werden mit Veo 3.1 die Lippenbewegungen und Sprache nochmal verbessert, sodass Figuren auch miteinander sprechen können. 

Mit einem Google AI Pro-Abo kannst du Veo 3.1 Fast in der Gemini App nutzen, für den vollen Zugang ist Google AI Ultra nötig. Entwickler*innen können via API oder Vertex AI auf  Veo zugreifen.

Runway(öffnet ein neues Fenster) ist einer der Pioniere der KI-Videogenerierung und richtet sich mit seinen Modellen an professionelle Filmschaffende, Content Creators und Studios. Das Modell Gen-4.5 (seit Dezember 2025) unterstützt die gewohnten Eingabemodi Text-zu-Video, Bild-zu-Video und Video-zu-Video. 

Gen-4.5 ist hinsichtlich physikalischer Genauigkeit nochmal besser als die Vorgänger: Personen und Objekte bewegen sich mit realistischem Gewicht und Schwung, Flüssigkeiten fliessen natürlich. Es entsteht Filmmaterial, das täuschend echt aussieht. Komplexe Szenen mit mehreren Elementen, präzise Komposition und ausdrucksstarke Figuren, die über mehrere Einstellungen in Gestik und Mimik konsistent bleiben, sind die Stärken des Modells. 

Runway ist via Web und App nutzbar. Gen-4.5 ist zudem in Adobe Firefly integriert, wodurch das Modell auch in professionellen Bearbeitungstools wie Adobe Premiere und Adobe After Effects ermöglicht.

WAN(öffnet ein neues Fenster) stammt aus China und gehört ebenfalls zu den fortschrittlichsten Video-KIs. Sie kann aus Text, Bild und kurzen Clips flüssige Videos erstellen. Die aktuelle Version WAN 2.5 (Stand: Februar 2026) baut auf den Stärken früherer Modelle auf und ergänzt diese um native Audiogenerierung. Dabei werden Dialoge, Soundeffekte und Umgebungsgeräusche zusammen mit dem Video erzeugt.

Als Open-Source-Modell steht WAN Entwickler*innen über die API zur Verfügung und kann in eigene Anwendungen integriert werden. Für alle anderen gibt es verschiedene cloudbasiserte Abo-Modelle.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Künstliche Intelligenzen für die unterschiedlichsten Anwendungszwecke, zum Beispiel medizinische oder Finanzassistenten. Und auch in der Forschung hilft die KI bei der intelligenten Datenverarbeitung und Auswertung.

Hier eine Übersicht an weiterführenden KI-Tools.(öffnet ein neues Fenster)

Thema

KI auf Social Media

Auch Social-Media-Plattformen haben begonnen, eigene KI-Assistenten in ihre Ökosysteme zu integrieren. Mit diesen digitalen Begleitern kannst du chatten und von ihnen plattformspezifische Inhalte generieren lassen. 

Meta AI(öffnet ein neues Fenster) ist Metas KI-Assistent und ist integriert in Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger. Seit März 2025 ist der Assistent auch in der Schweiz verfügbar. 

Der Assistent basiert auf Llama und hilft dir bei Fragen, Textverbesserungen und Recherchen direkt im Chat. Aktivieren kannst du die KI via blaues Kreis-Symbol oder indem du @MetaAI in die Nachricht schreibst. 

Die EU-Version von Meta AI ist aus Datenschutzgründen (DSGVO) nur als Text-Chat ohne Bildgenerierung und ohne Memory-Funktion verfügbar. Anders als in den USA wurden die Modelle auch nicht mit europäischen Nutzerdaten trainiert. Der KI-Assistent ist für alle Meta-Nutzer*innen kostenlos nutzbar.

Grok(öffnet ein neues Fenster) ist der KI-Assistent von Elon Musks Unternehmen xAI, das in X (ehemals Twitter) integriert ist. Damit hat der KI-Assistent Echtzeitzugriff auf die Daten des sozialen Netzwerks. Seit November 2025 ist Grok 4.1 in den Varianten Thinking und Non-Thinking im Einsatz. 

Neben Text kann Grok auch meme-artige Videoclips generieren. Markiere Grok hierfür einfach in Beiträgen, um Antworten zu erhalten. Du kannst Grok auch über die Chatbox im linken Menü deines Profils direkt anschreiben. Grok antwortet in einem humorvollen, direkten Ton, der sich deutlich vom neutralen Stil anderer Sprachmodelle abgrenzt. 

Grok geriet Ende 2025 in die Kritik, da die Bildbearbeitungsfunktion für nicht-einvernehmliche sexualisierte Bildmanipulationen missbraucht wurde – insbesondere von Frauen und Minderjährigen. Dies führte zu rechtlichen Schritten und verschärften Sicherheitsmassnahmen.

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Welche Chancen bietet generative KI?

Das Potenzial generativer Künstlicher Intelligenz ist gross und vielfältig. Eine generative KI kann personalisierte Erfahrungen ermöglichen, deine Effizienz steigern oder neue kreative Realitäten erschaffen.

Eine generative KI wird während ihres Trainings mit enormen Datenmengen gefüttert. Dieser grosse Datenpool und die gezielte Analyse der Daten schaffen ein nie dagewesenes Potenzial für dich persönlich, aber auch für uns als Gesellschaft sowie für die Forschung und Wissenschaften.

Das sind mögliche Chancen von KI:

Generative KI übernimmt zeitraubende Routineaufgaben und schenkt dir wertvolle Zeit. Wenn du als Lehrperson beispielsweise einen Elternbrief zum Semesterende verfassen musst, generierst du mit wenigen Eingaben eine erste Struktur und kannst dich gleich auf die inhaltliche Ausformulierung konzentrieren. 

Die KI kann auch als Ideengenerator dienen und dir helfen, kreative Blockaden zu überwinden. Lass dir von der KI zum Beispiel verschiedene Konzepte für ein Projekt bei der Arbeit oder in der Freizeit vorschlagen und nutze diese als Ausgangspunkt, um deine eigenen Ideen weiterzuentwickeln. (Bitte denk daran, den Datenschutz zu beachten und keine sensiblen Informationen zu prompten.) 

Mit Hilfe von generativer KI können Inhalte individuell auf deine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Ja, das geschieht dank der Algorithmen mit der Werbung, die dir auf sozialen Netzwerken angezeigt wird. Aber denk beispielsweise auch an einen Sprachkurs, der dank generativer KI genau deinem Niveau entspricht und dir massgeschneiderte Übungen anbietet, damit du bestmöglich vom Kurs profitierst.

Die generative KI demokratisiert auch den Zugang zu kreativen Tools und Wissen. Du möchtest vielleicht ein Familienalbum mit schönen Bildunterschriften oder ein Bild, das du in deinem Wohnzimmer über dein Sofa hängen kannst, gestalten? Mit generativer KI gestaltest du wie ein Profi, ohne ein*e begnadete*r Gestalter*in sein zu müssen.

Generative KI kann dir auch helfen, neue Interessen zu entwickeln und zu vertiefen. Vielleicht möchtest du für deinen persönlichen Ausgleich im Garten arbeiten, kennst dich aber nicht aus und weisst nicht, wo du beginnen sollst? Die KI kann dir nicht nur Pflanzvorschläge für deinen Standort machen, sondern dir zum Beispiel auch erklären, wie du deinen Garten gestalten kannst, damit übers Jahr verteilt immer etwas blüht.

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Welche Gefahren birgt generative KI?

Eine generative KI hat aber auch ihre Schattenseiten, die nicht ausser Acht gelassen werden dürfen. Wie bei jeder neuen Technologie ist es wichtig, diese Kehrseite der Medaille zu kennen, um bewusst damit umgehen zu können. Welche Risiken solltest du also im Blick behalten?

Generative KI tut sich schwer damit, «Ich weiss es nicht» zu sagen. Stattdessen erfindet sie lieber eine wahrscheinliche Lösung (eine sogenannte Halluzination) – die aber nicht zwingend korrekt sein muss. Wenn du also Informationen mit einem Sprachmodell recherchierst, bei denen du dich auf ihre Richtigkeit der Angaben verlassen können musst, gilt grundsätzlich: Prüfe wichtige Informationen immer über mehrere zuverlässige Quellen. 

Wenn mit wenig Aufwand täuschend echte Bilder, Videos oder Audiodateien generiert werden können – wie soll man da noch echt von gefälscht unterscheiden können? Das ist tatsächlich eine wichtige Frage, die mit der wachsenden Qualität der generativen KI immer schwieriger zu beantworten wird. Entscheiden ist, dass du dir dieser Tatsache bewusst bist und den gesunden Menschenverstand nutzt. Hier ein paar Hilfen, wie du Deepfakes in Videos erkennen kannst.  
 
Ein Blick auf die aktuellen technischen Entwicklungen: Die Unternehmen Adobe, Arm, Intel, Microsoft und Truepic haben eine Allianz gegründet, um die Herkunft von Medieninhalten mittels Wasserzeichen zu zertifizieren. Diese Coalition for Content Provenance and Authenticity (C2PA)(öffnet ein neues Fenster) hat bereits erste technische Standards entwickelt und implementiert, mit denen die Herkunft und Geschichte eines Medieninhaltes (z.B. Bild oder Video) nachverfolgt werden kann. Diese Massnahme soll helfen, Fake News oder Deepfakes zu entlarven.  

Auch wenn die Unternehmen hinter den generativen KIs in der Regel versuchen, ihre Modelle wertfrei zu trainieren, können durch einseitige Trainingsdaten bestimmte Meinungen Überhand nehmen. Problematisch kann es auch werden, wenn die KI selbst keine Werte verfolgt und so programmiert wurde, dass sie jegliche Meinungen der Nutzer*innen (und damit auch moralisch fragliche, rassistisch oder diskriminierende Aussagen) lobend bestätigt. Da die Relativierung und Diskussion der Meinungen fehlt, können diese immer radikaler und extremistischer werden.

Grundsätzlich kann eine generative KI die Informationen, die du mit ihr teilst, für weitere Zwecke (wie z.B. das Training) weiterverwenden. Eine KI ist immer nur so gut, wie ihre Trainingsdaten es auch sind. Darum sind Unternehmen wie OpenAI daran interessiert, viele Daten zur Optimierung der KI-Modelle zur Verfügung zu haben. Die gute Nachricht: Du kannst in den Datenschutzeinstellungen der verwendeten KI in der Regel Widerspruch zur Verwendung deiner Daten einlegen. Der beste Schutz ist und bleibt aber immer noch, dass du gar nicht erst persönliche Daten mit einer generativen KI teilst. 

Oft wird vergessen, dass das Training und der Betrieb einer generativen KI enorme Mengen von Energie verbrauchen. Stellst du einer KI eine Fragen wie zum Beispiel «Was soll ich heute zum Znacht kochen?» laufen im Hintergrund energiehungrige Rechenzentren auf Hochtouren. Die Konversation mit einer KI verbraucht in der Regel deutlich mehr Energie als eine herkömmliche Internetsuche.  
 
Mehr zum Thema? Watson schreibt Anfang Mai 2025 über: «Dieses Tool zeigt, wie viel Strom deine KI-Anfragen verbrauchen»(öffnet ein neues Fenster). Und auch SRF hat bereits 2023 einen Artikel zum Thema «Künstliche Intelligenz ist ein riesiger Stromfresser»(öffnet ein neues Fenster) veröffentlicht.  

Um Energie zu sparen, trainiert und behält unser Gehirn nur die Fähigkeiten, die wir regelmässig nutzen. Wenn wir (Haus-)Aufgaben komplett von einer KI erledigen lassen, ist das zwar bequem. Es besteht aber die Gefahr, dass wir verlernen, diese Aufgaben selbst zu erfüllen. Möglicherweise versäumen wir es auch, unsere Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Besonders Kinder sind gefährdet, die Entwicklung eigener Denkfähigkeit zu verpassen – die Fähigkeit, Probleme durch eigenes Nachdenken zu lösen.  

Auch das Europäische Parlament(öffnet ein neues Fenster) äussert sich übrigens zu den Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz.

Thema

Welche Regulationen gibt es? 

Das Phänomen der generativen künstlichen Intelligenz ist noch relativ jung. Regelungen und Richtlinien zur generativen KI sind daher erst im Entstehen. Hier ein kurzer Überblick.

Schweiz unterzeichnet Europaratskonvention zu KI (März 2025)

Bundesrat Albert Rösti bekräftigt mit der Unterzeichnung der Europaratskonvention(öffnet ein neues Fenster), dass die Schweiz sich für einen verantwortungsvollen und grundrechtskonformen Umgang mit KI-Technologien engagiert. Die Schweiz wird nun eine entsprechende Gesetzesanpassung vorbereiten. Eine erste Vernehmlassungsvorlage soll Ende 2026 vorliegen.
 
Eine Einschätzung der vom Bundesrat im Februar 2025 festgelegten Leitplanken durch Isabelle Oehrli, Dozentin und Projektleiterin an der Hochschule Luzern: KI-Regulierung: Schweiz positioniert sich – oder doch nicht?(öffnet ein neues Fenster)

EU Artificial Intelligence Act «AI Act»

Der EU AI Act ist das weltweit erste umfassende Regelwerk zur Regulierung Künstlicher Intelligenz. Es trat am 1. August 2024 in Kraft und wird gestaffelt bis August 2027 vollständig wirksam. Detaillierte Informationen zum Zeitplan und zur schrittweisen Umsetzung findest du auf der Implementation Timeline(öffnet ein neues Fenster)

Bei den festgelegten Regulierungen gilt ein risikobasierter Ansatz. Der EU AI Act ordnet KI-Anwendungen dazu in die vier Risikokategorien: 

  1. Inakzeptables Risiko – KI-Systeme, die EU-Grundwerte verletzen, sind verboten.
  2. Hohes Risiko – Systeme in kritischen Bereichen unterliegen strengen Auflagen. 
  3. Begrenztes Risiko – Systeme wie Chatbots müssen Transparenzpflichten erfüllen. 
  4. Minimales Risiko – Systeme wie Spamfilter oder KI-Games unterliegen keinen besonderen Vorschriften. 

Grundsätzlich gilt: Je grösser der Einfluss auf Sicherheit, Demokratie, Gesundheit und Umwelt, desto strenger sind die Regeln.   

Die SRF Arena diskutierte den EU AI Act im November 2024: Künstliche Intelligenz: Der Streit um die Regulierung geht los(öffnet ein neues Fenster). Das Erklärvideo zum EU AI Act(öffnet ein neues Fenster) aus der Sendung. 

Thema

KI und das Urheberrecht:
Wem gehören generierte Bilder?

Wenn du mit der Hilfe von KI ein Bild generierst – gehört es dann dir? Die Antwort scheint auf den ersten Blick klar: KI-generierte Inhalte sind grundsätzlich nicht urheberrechtlich geschützt. Doch umfassender betrachtet, ist die Sache etwas komplizierter.

Das schweizerische Urheberrecht schützt grundsätzlich die geistigen Schöpfungen von Menschen. Nach dem geltenden schweizerischen Recht gibt es darum noch kein Urheberrecht an reinen KI-generierten Inhalten, weil die von einer Software stammen. Was bedeutet das für dich?

  • Aus urheberrechtlicher Sicht kannst du die rein von einer Bild-KI generierten Bilder grundsätzlich frei verwenden.
  • Beachte dabei, dass du keine Marken- oder Persönlichkeitsrechte verletzt und weder geschützte Logos noch Personen ohne deren Erlaubnis zeigst.
  • Du kannst nicht verhindern, dass andere das von dir generierte KI-Bild ebenfalls verwenden, weil es dir nicht gehört.
  • Wenn du das KI-generierte Bild nachbearbeitest, fällt dein Werk wieder unter das Urheberrecht – nicht aber das ursprünglich generierte Bild in der Gestaltung.

Damit eine KI Bilder generieren kann, muss das Modell mit einer grossen Menge an Bildern trainiert worden sein. In den meisten Fällen ist davon auszugehen, dass auch mit urheberrechtlich geschützten Daten trainiert wird. Verbindliche Richtlinien oder Gesetze, welche die Urheber*innen explizit vor einer solchen lizenzfreien Verwendung ihrer Bilder als Trainingsdaten schützen, existieren zurzeit noch nicht.

Es gibt allerdings bereits erste Anbieter, die betonen, dass ihr KI-Modell nur mit Bildmaterial trainiert wurde, bei dem die Rechtsinhaber*innen zugestimmt haben, eine Open-Source-Lizenz existiert oder keine Urheberrechte bestehen.

Kreative Prompts können detaillierte Überlegungen erfordern: Welche Wörter erzielen welchen Bildeffekt? Wie sollen Stilrichtungen und Parameter eingesetzt werden? Ein Bild zu generieren, kann ein sehr kreativer Prozess sein, wobei viel geistige Schöpfungskraft mit einfliesst.

Die laufenden Debatten zum Urheberrecht von mit KI generierter Kunst werden auch die Frage thematisieren müssen, wo denn die eigentliche Kunst entsteht: ob bereits bei der Konzeption und beim Prompting (also bei der geistigen Schöpfung) oder erst bei der konkreten Ausführung der Anweisung (der Bildgenerierung durch die KI).

Manchmal werden generierte Bilder auch als Teil eines gestalteten Produkts genutzt. Etwa als Stimmungsbild auf einem Flyer oder in einer Animation. Sind diese Kreationen dann auch nicht urheberrechtlich geschützt?

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass bei einer solchen Nachbearbeitung ein Urheberrecht gilt – aber nur auf die nachträgliche Bearbeitung durch die Gestaltenden und nicht auf das KI-generierte Bild. Wir empfehlen dir anzugeben, dass die verwendeten Bilder von einer KI stammen – um der Transparenz willen.

«Wenn eine KI ohne meine Einwilligung in wenigen Sekunden meinen Stil nachahmt, für dessen Entwicklung ich viel Zeit und Mühen investiert habe, wofür braucht es mich dann noch?» Diese Sorge vieler Kreativschaffender ist verständlich. Verschiedene Fragen hinsichtlich des Stiltrainings einer KI im Zusammenhang mit dem Urheberrecht sind noch nicht abschliessend geklärt.

Die führenden KI-Unternehmen werden Lizenzmodelle entwickeln und einführen müssen, die verantwortungsbewusst mit den Urheberrechten von Künstler*innen und Autor*innen umgehen. Als Gesellschaft tragen wir die Verantwortung, diese Lizenzen dann auch zu nutzen und zu bezahlen, um die künstlerischen Berufe und Branchen langfristig zu schützen und zu stärken.

Das Urheberrecht rund um KI-generierte Inhalte wird aktuell weltweit in Gerichtsverfahren ausgehandelt. Klare und verbindliche Richtlinien fehlen noch. 

Der Fall von Getty images vs. Stability AI zeigt die Komplexität: Getty verklagte Stability AI, weil rund 12 Millionen Bilder ohne Erlaubnis für das Training von Stable Diffusion verwendet wurden. Das britische Gericht wies die Urheberrechtsklage ab (November 2025), das trainierte KI-Modell sei rechtlich keine Kopie der Originalbilder. Eine parallele Klage in den USA läuft weiter und prüft die zentrale Frage: Ist KI-Training «fair use»?

Der EU AI Act versucht, KI-Inhalte zu regulieren, zum Beispiel mit Transparenzpflichten bei generativer KI wie ChatGPT und Co. Viele Fragen bleiben aber noch weitgehend offen. 

2026 wird in diesem Thema vermutlich ein Schlüsseljahr, denn mehrere wegweisende US-Urteile stehen an. Einen Überblick über die wichtigsten Copyright-Verfahren findest du bei Reuters: «AI copygright battles enter pivotal year as US courts weigh fair use»(öffnet ein neues Fenster). Es lohnt sich, am Ball zu bleiben.

So gehst du verantwortungsvoll mit KI-Bildern um

  • Studiere die Nutzungsbedingungen von KI-Anbietern, wenn du generierte Bilder kommerziell nutzen möchtest.
  • Kennzeichne deine KI-generierten Inhalte der Transparenz willen, auch wenn es rechtlich nicht erforderlich ist.
  • Wertschätze menschliches Kreativschaffen, indem du faire Lizenzmodelle fürs KI-Training unterstützt, soweit du kannst.
  • Verzichte auf KI-generierte Inhalte, die urheberrechtlich geschützte Werke imitieren könnten, und wähle bewusst ethische KI-Anbieter, die urheberrechtlich nicht geschützte oder abgegoltene
    Trainingsdaten verwenden.

Thema

Was sollten Eltern rund um KI beachten?

Auch Kinder und Jugendliche nutzen KI schon heute im Alltag: In Sprachassistenten, Spielen mit KI-Elemente oder personalisierten Empfehlungen von Streaming-Diensten zum Beispiel.

Möglicherweise gehen dir nun allerhand Fragen durch den Kopf: Wird mein Kind seine Hausaufgaben nur noch mithilfe von KI-Tools erledigen? Soll KI in der Schule verboten oder integriert werden? Wie können Prüfungsthemen angepasst werden, dass KI den Lerneffekt nicht schmälert? Diese und weitere Fragen sind heute eine reale Herausforderung, die wir als Gesellschaft angehen müssen. 

Es ist wichtig, dass du als Eltern deine Kinder bei der Verwendung der intelligenten Systeme unterstützt und ihnen beibringen kannst, wie sie verantwortungsbewusst und sicher damit umgehen. Testet die KI-Anwendungen gemeinsam und achte auf Folgendes: 

Macht euch gemeinsam mit der Technologie vertraut. Probiert verschiedene KI-Modelle aus und tauscht euch aus, wie sie funktionieren. Stellt dieselbe Frage beispielsweise mehreren Modellen und vergleicht die Antworten. Oder testet, mit welchen Formulierungen sich Suchresultate optimieren lassen. Wie verändert sich eine Antwort, wenn ihr die Frage ändert?  

Ermuntere dein Kind, die Resultate einer generativen KI zu hinterfragen. Spielt beispielsweise ein Faktencheck-Spiel, bei dem ihr Resultate einer KI mit anderen Quellen aus der Google Suche, in Büchern oder mit dem eigenen Wissen abgleicht. Frage dein Kind «Woher weisst du, ob das stimmt?» und fördere damit ein gesundes Misstrauen gegenüber den KI-Antworten. 

Ist es okay, ein generiertes Bild als eigenes Werk auszugeben? Diskutiere auch solche Fragen mit deinem Kind. Ihr könnt zum Beispiel besprechen, warum und ab wann es problematisch sein könnte, wenn Hausaufgaben – oder um fair zu bleiben auch Aufgaben aus deinem Arbeitsalltag – mit KI erledigt werden. 

Klare Richtlinien, an die sich die ganze Familie hält, können bei einer verantwortungsvollen Nutzung generativer KI helfen. Legt am besten gemeinsam fest, wofür die KI genutzt werden darf und wofür nicht. Und warum. Ein Beispiel? KI darf bei Recherchen helfen, aber nicht die kompletten Hausaufgaben lösen. Weil ich selbst etwas lernen will. 

Um deinem Kind KI-Systeme näherzubringen, finde erklärende Medien, die für seine Altersgruppe geeignet sind. Es gibt fachlich korrekte Lernmedien, die extra für Kinder aufbereitet wurden. Zum Beispiel ZDFtivi: «Künstliche Intelligenz einfach erklärt»(öffnet ein neues Fenster) oder «Digitale Sprachassistenten»(öffnet ein neues Fenster).  

Wir Menschen (und Kinder ganz besonders) lernen bewusst und unbewusst durch Abschauen. Lebe deinem Kind also vor, wie du KI als Werkzeug nutzt, aber nicht total abhängig davon bist. Zeige beispielsweise, wie du dir Informationen von einer KI praktisch zusammenfassen lässt. Mache aber auch deutlich, dass du bei bestimmten Aufgaben bewusst auf die KI verzichtest und erkläre, warum.  

Und ja, auch über Privatsphäre und Datenschutz gilt es zu sprechen. Arbeite am besten mit anschaulichen Beispielen oder Analogien. Etwa: «Du schreibst einen Brief an eine*n liebe*n Freund*in. Doch er gerät an die falsche Adresse und wird stattdessen mit vielen fremden Menschen geteilt. Welche Informationen möchtest du nicht, dass sie darin enthalten sind?» Besprecht daraufhin gemeinsam, welche Informationen man beim Prompten am besten für sich behält. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Der im Alltag am weitesten verbreitete Ansatz ist die natürliche Sprachverarbeitung.  
  • Tools wie ChatGPT, Nano Banana Pro oder Veo haben unterschiedliche Qualitäten.  
  • Die KI bringt Vorteile wie Automatisierungen oder neue Chancen für die Forschung und Bildung. Aber die KI bringt auch Herausforderungen z.B. rund um den Datenschutz oder Diskriminierung infolge eines nie vorurteilsfreien Trainings mit sich.  
  • Die Begleitung unserer Kinder bei der Nutzung von generativer KI ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein fortlaufender Dialog. Bleibe als Elternteil offen für die Fragen und Erfahrungen deines Kindes und lernt gemeinsam, mit der KI umzugehen.  

Nützliche Links

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