Auch eine Verschärfung der Grenzwerte, meist verpackt in die Forderung, Innen- und Aussenversorgung zu entkoppeln, führt zu einem ähnlichen Effekt. Denn es gibt schlicht keine Geräte, die für diesen Schweizer Sonderweg konzipiert wären. Alle Teile des Mobilfunks sind nach internationalen Standards ausgelegt. Würde man nun die Grenzwerte weiter senken, damit keine Signale mehr in Gebäude gelangen können, erhöht das wiederum die "Bestrahlung" durch das eigene Gerät, das den schwachen Empfang durch ein wesentlich höheres Sendesignal kompensieren muss. Oder um im Bildnis der beiden sprechenden Menschen zu bleiben: Je leiser es draussen ist, umso lauter wird’s drin.
Auch die oft von Gegnern kritisieren adaptive Antennen stehen bei diesen Gruppen zum Unrecht am Pranger. Denn auch sie senken die Strahlenbelastung, weil sie gezielter in die Richtung der Geräte senden können. Oder anders gesagt: Sie "beschreien" nicht einen ganzen Sektor, damit sie von einem einzigen Mobilfunkgerät gehört werden, sondern sprechen zielgenau dahin, wo sich das aktive Gerät befindet. Die adaptive Antenne registriert nämlich zuerst, in welcher Richtung sich ein Handy befindet, peilt es so direkt wie möglich an und kann es dann so zielgenau wie möglich, aber nur so stark wie nötig ansprechen. So vermeidet das Netz unnötigen Strahlung für alle diejenigen, die zu diesem Zeitpunkt ihr Gerät nicht nutzen.
Bei der adaptiven Antenne handelt es sich in Tat und Wahrheit um eine effizientere Technologie. Sie tut genau das, was gerade von strahlungskritischen Kreisen immer gefordert wurde: Sie sendet nur dann und dorthin, wo Signal gebraucht wird und verschont die Nicht-Nutzer.