Porträt Roger Keller
KMU

KMU – bereit für die digitale Normalität

Wir haben digital angestossen, virtuelle Kurse besucht, online studiert und aus dem Homeoffice Strategien erarbeitet. Seit der Pandemie sind die digitalen Möglichkeiten exponentiell gestiegen. Aber nicht nur das: auch wir selbst sind digitaler unterwegs und haben uns - sind wir ehrlich - auch schon ziemlich daran gewöhnt. Roger Keller, Leiter KMU bei Swisscom ist überzeugt, dass diese neue Normalität gerade für KMU Chancen mit sich bringt –jedoch muss auch die IT-Sicherheit stimmen.
Armin Schädeli
Armin Schädeli, Stellvertretender Leiter Media Relations
31. März 2022

Roger Keller, als Leiter KMU beschäftigen Sie sich tagtäglich mit den Herausforderungen und Bedürfnissen von kleinen und mittelgrossen Unternehmen in der Schweiz. Für viele Betriebe waren die letzten Monate ungemein schwierig. Mit dem Wegfall der Zertifikatspflicht und der Home Office Empfehlung atmen viele Branchen erleichtert auf. Und nun? Findet alles seinen gewohnten Trott oder hat die Pandemie den KMU Markt nachhaltig verändert?

Keller: Da der KMU Markt sehr heterogen ist, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Wir wissen jedoch, dass viele KMU heute so digital sind wie nie zuvor. Die Pandemie hat einen regelrechten Digitalisierungsschub ausgelöst. Seit dem ersten Lockdown haben wir zum Beispiel tausende KMU mit Webshops ausgerüstet, tausende KMU Mitarbeitende fit gemacht fürs Homeoffice und etliche KMU digital aufgerüstet. Es ist zu hoffen, dass möglichst viele dieser digitalen Errungenschaften auch weiterhin Bestand haben, denn sie sind für KMU noch essenzieller geworden, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Inwiefern?
Die Ansprüche haben sich in den letzten Monaten stark verändert. Kunden sind es sich nach zwei Jahren Pandemie gewohnt, viele Dinge einfach online zu erledigen. Wer im Netz nicht auffindbar ist, existiert nicht. Und wird der Internetauftritt den Erwartungen nicht gerecht, ist rasch Ersatz gefunden. Die Gesellschaft ist quasi durch alle Altersgruppen hinweg digital gereift: auch Oma & Opa können jetzt WhatsApp. Und wer seine Mitarbeitenden wieder fix ins Büro zitiert, wird es je länger desto schwieriger haben, sich als attraktiver Arbeitgeber auf dem Markt zu positionieren.

«Wer seine Mitarbeitenden wieder fix ins Büro zitiert, wird es je länger desto schwieriger haben, sich als attraktiver Arbeitgeber auf dem Markt zu positionieren»

Ist die Digitalisierung im KMU Umfeld also noch wichtiger geworden?

Keller: Digitalisierung ist schon länger ein wichtiges Thema im KMU Markt. Die Pandemie hat den Prozess lediglich beschleunigt und den Druck erhöht. Insbesondere für KMU eröffnet die Digitalisierung grosse Chancen, da sich viele Betriebe noch am Anfang befinden. Denn mit kleinen Schritten - etwa der Automatisierung von Reservationsprozessen oder einer digitalen Warenbewirtschaftungen – lässt sich oftmals schon viel bewegen.

Hackerangriffe auf KMU haben insbesondere seit der Pandemie zugelegt. Ist das zurückzuführen auf den Digitalisierungsschub?

Keller: Ein infizierter E-Mail Anhang kann schon genügen, um Opfer einer Ransomware-Attacke zu werden. In den letzten Monaten sind einige solche Fälle publik geworden. Die Angreifer verschlüsseln die Daten und verlangen ein Lösegeld, um die Daten wieder freizugeben. Wir alle wissen, E-Mail gibt es bekanntlich schon länger. Der Anstieg von Angriffen ist daher vielmehr auf die Professionalisierung der Hacker zurückzuführen. Indem immer mehr Daten und Prozesse auch in KMU digital stattfinden, sind jedoch die potenziellen Auswirkungen von grösserer Tragweite. KMU sind in der Masse lukrative Ziele und meist leider auch einfach anzugreifen. Ob Bäckerei, Treuhandbüro oder Start-up - jedes Unternehmen und sei es noch so klein, kann Opfer eines Cyber Angriffs werden und dem muss man sich bewusst sein.

«KMU sind in der Masse lukrative Ziele und meist leider auch einfach anzugreifen»

Fehlt dieses Bewusstsein aktuell noch?

Keller: Es gibt sicher noch Luft nach oben. Ich würde jedoch behaupten, dass sich gerade in den letzten Monaten einiges getan hat, unter anderem beschwingt durch die gehäufte Thematisierung in den Medien. Entsprechend stand IT-Security schon 2021 bei der Mehrheit der KMU ganz oben auf der Liste*1. Zuversichtlich stimmen mich auch die Erkenntnisse einer aktuelle Kundenumfrage. So ist IT-Security neben dem Themen Mobil Arbeiten und Cloud eines der Top Themen, mit denen sich unsere KMU Kunden auch in diesem Jahr konkret beschäftigen*2.

«IT-Security ist eines der Top Themen, mit denen sich KMU im 2022 konkret befassen.*2»

Aktuelle Studien zeigen aber, dass gerade IT-Sicherheit und Compliance eine der schwierigsten Aufgaben von IT-Abteilungen in KMU sind*3 Was können KMU tun, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, ohne dabei ins Visier von Hackern zu geraten?

Keller: Digitalisierung und Schutz gehen Hand in Hand. Cybersicherheit ist wichtiger denn je in digitalisierten KMU. Zwar gibt es keine 100% Sicherheit jedoch sollte sich jedes KMU mit den Risiken eines möglichen Angriffs auseinandersetzen - sei es noch so klein – und allfällige Sicherheitslücke zB. im Rahmen eines Assessments identifizieren. Dazu gehört auch, die Mitarbeitenden regelmässig zu schulen und für die Gefahren aus dem Netz zu sensibilisieren – denn insbesondere Ransomware Angriffe auf KMU sind sehr beliebt. KMU, die sich frühzeitig mit ihrer digitalen Sicherheit befassen, sind bereit, die Chancen einer deutlich digitaleren Normalität einfach zu nutzen.

*1 MSM, IT Markt Briefing, Herbst Update 2021 – Schweizer KMU // IDC Swiss IT Studie 2021
*2 Kundenumfrage Swisscom, 2021
*3 IDC, Swiss IT Studie 2021

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