Mobilfunk war und ist ein Thema mit vielen Widersprüchen. Fast 100 Prozent der Schweizer Bevölkerung nutzt heute Mobilfunk, trotzdem sind viele gegenüber Mobilfunksignalen kritisch eingestellt und äussern Vorbehalte. 5G hat diese Diskussion, nach den vorherigen Mobilfunkgenerationen, erneut aufflammen lassen. Sie wird oft hochemotional und mit technisch unhaltbaren Argumenten geführt.
Zu den Fakten: 5G ist ein besseres 4G. Es beinhaltet viel mehr als nur neue Antennen – das geht in der Diskussion oft vergessen. Denn ein Netz besteht aus zahlreichen Bausteinen. Die Antennen, in der Fachsprache der «Radio Access», sind nur eine Komponente davon. Aber auch Antennen unterscheiden sich untereinander, denn sie nutzen verschiedene Frequenzen zwischen 700 und 3600 Megahertz. Die von 5G-Gegener oft erwähnten Millimeterwellen mit Frequenzen ab 26 Gigahertz (26000 Megahertz) sind in der Schweiz derzeit nicht zur Verwendung für Mobilfunk zugelassen.
Zur Physik: Je höher die Frequenz, desto mehr Daten lassen sich naturgemäss übertragen. Dies geht jedoch zu Lasten der Reichweite. Auf tieferen Frequenzen lassen sich zwar pro Zeiteinheit weniger Daten übertragen, dafür reichen oder «reisen» sie viel weiter: in die Fläche, in Keller, Garagen oder in gut isolierte Häuser.