So erkennen Sie Phishing-Mails
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So erkennen Sie Phishing-Mails

Phishing-Mails haben es auf Ihren Rechner, Ihre Kontodaten oder Ihre Kreditkarte abgesehen. Mit diesen Tipps erkennen und melden Sie solche Angriffsversuche von Cyberkriminellen und verhindern Schaden.

Während der Corona-Pandemie boomt Online-Shopping wie noch nie. Und mit «Black Friday» und den Festtagen dürfte das Einkaufsvolumen im Internet neue Spitzenwerte erreichen. Wie auch die Angriffe von Cyberkriminellen, die dabei ebenfalls ihr Geschäft wittern. Mit Phishing-Mails versuchen sie, ans Geld oder an die Kontodaten ahnungsloser Empfänger*innen zu kommen oder Computer und Smartphones mit Schadsoftware zu verseuchen. Aktuell sind viele Phishing-Mails im Umlauf, die angeblich von einem Paketzustelldienst stammen – nicht die schlechteste Masche in einer Zeit, in der viele Menschen tatsächlich Pakete erwarten.

Im Privaten auf ein Phishing-Mail hereinzufallen, ist schon ärgerlich genug und mit Umtrieben und allenfalls finanziellen Verlusten verbunden. Doch im Geschäft kommt noch eine weitere Komponente hinzu: Erbeutete Kontodaten können missbraucht werden, um vertrauliche Daten zu stehlen. Oder, Phishing-Mails dienen als Einfallstor, um ein Unternehmen mit Schadsoftware wie beispielsweise Ransomware zu verseuchen.

Was sind Phishing-Mails?

Phishing – abgeleitet vom englischen Wort «fishing» für «angeln» ist eine Betrugsmasche von Cyberkriminellen. Dabei täuschen sie in einer Nachricht per Mail, SMS oder Telefon einen falschen Absender vor, meist ein bekanntes Unternehmen, um Empfänger*innen auf betrügerische Webseiten zu locken oder zum Öffnen eines angehängten Dokuments mit Malware zu bewegen.

Um die Wirkung des Mails zu verstärken, bedienen sich die Cyberkriminellen psychologischen Tricks, die als Social Engineering bekannt sind: Sie gaukeln Autorität vor (bekanntes Unternehmen als Absender), setzen Empfänger*innen mit kurzen Fristen oder einem angeblich knappen Angebot unter Zeitdruck oder machen Angst («handle jetzt, sonst wird das Konto gelöscht»).

Wie raffiniert die Phishing-Mails gemacht sind, ist unterschiedlich. Am einfachen Ende der Skala stehen Mails auf Englisch mit vielen Schreibfehlern, die angeblich von einem Schweizer Unternehmen stammen. Schwieriger zu erkennen sind dagegen Mails, die als Antwort auf eine bestehende Kommunikation daherkommen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, Phishing-Mails zu entlarven und die Absichten der Cyberkriminellen zu durchkreuzen.

Phishing-Mails erkennen

Das sind die wichtigsten Erkennungsmerkmale für betrügerische Post:

  • Kryptische Mail-Adresse: Buchstabensalat und eine Domain (der Teil nach dem @-Zeichen), die nicht zum vorgegaukelten Absender passt, sind ein eindeutiges Zeichen. Doch Vorsicht: Es ist einfach, Absenderadressen zu fälschen. So können auch Phishing-Mails mit einem vordergründig legitimen Absender daherkommen.
Phishing-Mail: Paketzustellung
Aufgrund des Absenders stammt dieses Mail eindeutig nicht von der Post.
  • Aufforderung, sofort zu handeln: Wenn Sie sofort beispielsweise die Kreditkarte aktivieren oder eine Sendebestätigung überprüfen sollen, ist das vielleicht nur ein psychologischer Trick eines Cyberkriminellen: Denn wir Menschen neigen unter Stress dazu, mehr Fehler zu machen. Beispielsweise, auf einen Phishing-Link zu klicken.
  • Sie sind gar nicht Kunde: Wenn Sie Post mit einer Handlungsaufforderung von einem Finanzinstitut erhalten, bei dem Sie gar nicht Kunde sind, handelt es sich um ein Phishing-Mail.
  • Link-Text und Link stimmen nicht überein: Der Text im Mail zeigt eine vertrauenswürdige Adresse an, der Link führt aber auf eine ganz andere Seite. Das ist der klassische Trick eines Cyberkriminellen. Die immer raffinierter werden. Viele Phishing-Seiten verbergen sich hinter einer legitimen Adresse auf einem gehackten Server. Oder die Betrüger verwenden einen URL-Kürzungsdienst wie «t.ly», der zum eigentlichen Ziel weiterleitet. Eine Adresse wie «https://t.ly/irgendwas» kann Zeichen eines Betrugsversuchs sein, muss aber nicht. Das Ziel eines Links in einem Mail erkennen Sie, wenn Sie mit der Maus über den Link fahren – ohne zu klicken!
  • Vorsicht, ein Schloss im Browser heisst nicht automatisch vertrauenswürdig: Früher liessen sich viele Phishing-Mails daran erkennen, dass die Adresse mit «http:» begann statt mit «https:». Ersteres steht für eine unverschlüsselte, unsichere Verbindung – und wird von aktuellen Webbrowsern auch so vermerkt. Dagegen zeigen Browser bei sicheren Verbindungen (https:) ein Schloss links neben der Adresse. Doch mittlerweile setzen auch Cyberkriminelle auf sichere Adressen, um nicht aufzufallen.
  • Schreibfehler und einfache Sprache: Schlechtes Deutsch oder Englisch – oder beides gemischt – und eine einfache Sprache sind Merkmale für ein Phishing-Mail. Ziehen Sie aber nicht den Umkehrschluss, dass ein fehlerfrei formuliertes Mail seriös ist.
  • Unpersönliche Anrede: Ansprachen wie «Hello», «andiheer» (der vordere Teil meiner Mailadresse) oder gar keine Anrede deuten auf ein Phishing-Mail hin. Grund ist, dass der Angreifer Ihren richtigen Namen nicht kennt. Das gilt allerdings nicht für gezielte Angriffe.
  • Verdächtige Anhänge: Rechnung oder Lieferbestätigung als Word-Dokument oder eine angehängte Blindbewerbung als PDF: In solchen Fällen ist Vorsicht geboten. Vor allem, wenn der Dateiname sehr generisch gehalten ist («facture.docx»). Im Zweifelsfall fragen Sie beim (angeblichen) Absender nach. Aber nicht, indem Sie aufs Mail antworten. Sondern, indem Sie die Website des Unternehmens besuchen und dort die Kontaktinformationen suchen.
  • Angabe persönlicher Daten: Will der Absender, dass Sie aufs Mail antworten mit persönlichen Daten? Das ist schon fast eine Garantie für betrügerische Post, etwa bei vorgegaukelten Lottogewinnen und Gewinnspielen. Ihre Bank, der Provider oder sonst ein Online-Dienstleister fragen Sie nie nach Ihrem Passwort. Solche Anfragen sind ein weiteres Indiz. Schwieriger ist es, wenn Sie auf eine Login-Seite geführt werden. Im Zweifelsfall klicken Sie nicht auf den Link, sondern öffnen den Browser und tippen die Adresse des (angeblichen) Absenders dort ein.
Phishing-Mail: Social Engineering (Zeitdruck)
Mittels Dringlichkeit sollen Empfänger*innen dieser Nachricht überzeugt werden, ihre Kontodaten auf einer Phishing-Seite einzugeben.

Was tun mit Phishing-Mails?

Wenn Sie ein Mail als betrügerisch entlarvt haben oder das zumindest vermuten, können Sie es an diese beiden Stellen weiterleiten. Damit können Sie mithelfen, dass weniger Phishing-Mails in den Posteingängen landen:

  • Der Provider Ihres Mail-Kontos: Die entsprechende Adresse lautet oft «abuse@» oder «spam@» und die Domain des Anbieters, zum Beispiel spamreport@bluewin.ch.
  • Meldeadresse des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC) des Bundes.

Wenn der geschäftliche Computer oder das Geschäfts-Smartphone betroffen sind, melden Sie den Vorfall sofort bei der zuständigen Person.

Wenn möglich, leiten Sie das Original-Mail als Anhang weiter. So bleiben sämtliche Informationen über den ursprünglichen Absender erhalten. Danach löschen Sie das Mail, um sicher nicht auf den Köder hereinzufallen.

Smishing – betrügerische SMS

Smishing-Beispiel für Malware
Hinter dem angeblichen Nachrichtenlink verbirgt sich eine Schadsoftware für Android.

In den letzten Wochen sind vermehrt Smishing-Nachrichten im Umlauf – Phishing-SMS. Meist weisen sie auf eine angebliche Sprachnachricht hin («Voicemail erhalten»). Der enthaltene Link führt aber nicht zu einer Nachricht, sondern lädt eine Malware für Android-Smartphones herunter. iPhones sind von diesem Angriff nicht betroffen. Die Absendeadresse dieser Nachrichten variiert und ist entweder gefälscht oder stammt von einem verseuchten Smartphone.

Löschen Sie solche Nachrichten, ohne auf den Link zu klicken.

 

Geben Sie Hackern keine Chance!

Das kurze E-Learning gibt drei grundlegende Verhaltenstipps für Mitarbeitende, etwa, wie sie sich vor Phishing schützen und sichere Passwörter erstellen. Und damit die Sicherheit im Unternehmen verbessern helfen.

Überarbeitete Version eines bestehenden Artikels. Gewisse Informationen in den Phishing-Beispielen wurden unkenntlich gemacht.

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