Die 7 wichtigsten Antworten zum Battle Pass
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Die 7 wichtigsten Antworten zum Battle Pass

Jugendliche kaufen zunehmend nicht mehr einfach Games, sondern einen so genannten Battle Pass zum Gratisspiel. Eltern sollten also wissen, worum es da geht und was hinter dem neuen Geschäftsmodell der Spieleindustrie steckt. Die sieben wichtigsten Fragen.

1. Was ist ein Battle Pass? 

Multiplayer-Games wie zum Beispiel Fortnite, Call of Duty Warzone oder Apex Legends sind heute gratis erhältlich – und machen doch hunderte Millionen Umsatz. 80% des weltweiten Umsatzes bei Games kommt aus In-Game-Käufen, also: Das Spiel an sich ist gratis, möchte man aber ein cooles Outfit, mehr Funktionen oder bessere Waffen, kann man sie kaufen. Mit echtem Geld. 

Fortnite gilt als Spiel, das diesem Geschäftsmodell den Durchbruch ermöglichte. Ein Battle Pass ist ein meist kostenpflichtiges, zeitlich beschränktes Zusatzmodul, mit dem sich zusätzliche Waffen, Waffenbemalungen (Skins), Tänze, Kleider, Spielfiguren, magische Sprüche und vieles mehr freispielen lassen – oder mit dem man schlicht Spielzeit sparen kann. Was vor einiger Zeit noch praktisch ausschliesslich so genannten Battle Royale Games vorbehalten war, ist heute auch sehr stark bei gratis Mobile-Games verbreitet.  

Ein Battle Pass ist meistens zeitlich begrenzt auf wenige Monate, in denen es gilt, bestimmte Stufen (Levels oder sogenannte «Tiers») im Game zu erreichen oder Herausforderungen zu erfüllen. Dafür gibt es Punkte, Sterne, In-Game-Münzen, Skins und andere Belohnungen. Nicht selten bietet ein Battle Pass zusätzlich tägliche oder wöchentliche Herausforderungen, mit denen sich ebenfalls Belohnungen freispielen lassen. In der Szene verpönt sind freischaltbare Verbesserungen, die einen unfairen Vorteil im Game selbst verschaffen, so genanntes «Pay to Win».  

2. Was kostet ein Battle Pass? 

Das ist von Spiel zu Spiel unterschiedlich. Fast allen gemein ist aber, dass der Battle Pass nicht mit echtem Geld gekauft wird, sondern mit einer In-Game-Währung. Bei Fortnite sind das die so genannten V-Bucks. Diese Währung können Gamerinnen und Gamer mit Echtgeld (via Kreditkarte) beim Spielehersteller kaufen. Im Game selbst kommen sie mit Echtgeld nicht in Berührung.

Ein psychologischer Trick: Von Spielwährung trennt man sich leichter als von richtigem Geld. Der aktuelle Battle Pass in Fortnite (Kapitel 3, Season 2) kostet 950 V-Bucks, das sind rund 10 Franken. Damit lassen sich rund zwei Monate viele zusätzliche Elemente erspielen. Wer richtig viel Zeit in das Game investiert, kann pro Season auch genug V-Bucks gewinnen, um den nächsten Battle Pass quasi kostenlos zu erhalten.  

3. Braucht man zwingend einen Battle Pass? 

Nein, viele Games sind grundsätzlich Free-to-Play, also gratis. Ohne kostenpflichtigen Battle Pass sind aber einige Zusatzinhalte nicht erspielbar, oder es dauert sehr lange, bis sie freigeschaltet sind. Das ganze System ist bei vielen Spieleanbietern sehr unübersichtlich und verschachtelt.  

4. Warum ist der Battle Pass ein Geschäftsmodell? 

Ein gutes Spiel zu entwickeln, kostet mehrere Millionen Franken. Hunderte Entwickler und Designer arbeiten oft mehrere Jahre an einem solchen Titel. Im herkömmlichen Geschäftsmodell wurden diese Games zu einem fixen Preis verkauft, meistens zwischen 60 und 120 Franken. Mit dem Battle-Pass-System haben Spielefirmen heute die Möglichkeit, mit vergleichsweise wenig Aufwand mit einem Game mehrere Jahre lang regelmässig Geld zu verdienen. 

5. Wo ist der Haken? 

Hinter dem Vertrieb eines Battle Passes steckt sehr viel ausgeklügelte Psychologie. Eine Mischung aus Zuckerbrot – neue, interessante Inhalte – und Peitsche – sehr lange Spielzeiten ohne Battle Pass – sorgt für die nötigen Anreize. Hier liegt auch das eigentliche Problem, gerade für Eltern. Fortnite ermöglicht im Battle Pass den Aufstieg durch 100 Stufen. Jede Stufe bietet eine spezielle Belohnung, die andere Spieler sofort erkennen (Waffen, Kleider, Tänze usw.). Pro Stufe muss rund eine Stunde gespielt werden. Hinzu kommen tägliche Herausforderungen, die ebenfalls belohnt werden. 

Das heisst: Die Spielerinnen und Spieler werden mit einem ausgeklügelten Anreizsystem an das Game gebunden. Wer regelmässig und viel spielt, wird andauernd belohnt. Dies kann zu Stress führen. Die Laufzeit eines Battle Passes ist beschränkt. Die rund 100 Stunden müssen also in einem bestimmten Zeitraum absolviert werden. Der Zeitdruck lässt sich aber zum Teil umgehen, indem man sich einige Level ganz einfach «kauft », mit einem etwas teureren Battle Pass. So gibt es bei fast allen Anbietern die Möglichkeit, den «Grind» (sogenanntes Abarbeiten von Belohnungen, was meist sehr mühsam und langweilig ist) abzukürzen.  

6. Warum sind Skins wichtiger als das Game selbst? 

Die neuen Inhalte wie Kleider, Waffenskins, Waffen, Tänze, Emotes usw. haben in der Gamer-Szene die Rolle von Markenkleidern übernommen. Sie identifizieren die Träger als etwas Besonderes. Ein Level-100-Spieler ist von allen Mitspielern sofort zu erkennen. Er geniesst mehr Prestige als so genannte Default-Player, die mit den ursprünglichen Skins spielen. Default-Player gilt denn auch als beliebtes Schimpfwort, ähnlich wie Noob, also Anfänger.  

Fortnite ist ein Gesellschaftsspiel. Die Jugendlichen treffen sich im Game, chatten, schwatzen und gamen. Neue Skins, ein neuer Tanz oder eine wertvolle Waffe sorgen für Anerkennung in der Gruppe. Dies ist ein wichtiger Faktor in der Verkaufspsychologie. Wer das nicht kann – weil er zu wenig Geld oder Zeit hat – wird vielleicht verspottet, gehört nicht dazu. Das Game selbst wird unter Umständen sogar als mühsam und anstrengend empfunden – eben als Grind, den es zu absolvieren gilt, möglichst schnell und effizient. 

7. Sollen Eltern Geld für einen Battle Pass geben? 

Das ist die grosse Frage. Der Gruppendruck, dem die Jugendlichen ausgesetzt sind, ist eine wichtige Grösse. Die Teilnahme zu verweigern, kann unter Umständen soziale Isolation bedeuten. Wird der Druck, regelmässig zu spielen aber zu gross, kann das für Körper und Psyche negative Folgen haben.  

Wichtig ist, dass Eltern wissen, was ihre Kinder tun und auch daran teilnehmen. Dazu gehört, sich für Erfolge im Game zu interessieren. Wenn ein Junge mit leuchtenden Augen von seinem neuen Skin erzählt, den er dank eines epischen Spiels errungen hat, sollte man diese Begeisterung ernst nehmen.  

Gleichzeitig gilt es, ein wachsames Auge auf Ausgaben und Spielzeit zu haben. Grundsätzlich sollte die Nutzung der Kreditkarte nicht ohne elterliche Zustimmung möglich sein.  

Die meisten Spiele-Hersteller bzw. App-Anbieter ermöglichen auf ihren Plattformen die Einschränkung der Spielzeit und die Sperrung der Kreditkarte mit einem Passwort. Auch auf PCs und Konsolen gibt es diese Möglichkeiten. Neben den technischen Hilfsmitteln hilft, mit Jugendlichen die Interessen der Spielehersteller zu diskutieren und hinter die psychologischen Tricks zu schauen.  

Und zum Schluss einen extra-Tipp: Meist spielen ihre Kinder mit Freunden aus der Schule und ein Battle Pass kann das Sackgeld ziemlich belasten. Wieso schlagen Sie ihrem Kind nicht vor:  

V-Bucks-Manifest 

«Unsere Clique ist V-Buck frei, wir lassen uns nicht von den glänzenden Werbebannern hinreissen und verpflichten uns, kein echtes Geld für V-Bucks einzusetzen. Wir sind zwar nur «Default-Spieler », aber jeden Skill, den wir haben, haben wir unter grossem Einsatz erspielt. Dieser Stolz ist definitiv cooler als jeder Tanz.» 

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2 Kommentare zu “Die 7 wichtigsten Antworten zum Battle Pass

  1. Uff. Dieser Artikel ist einfach so voller Fehler, dass man gar nicht wo man Anfangen soll. Aber hey, ich probiere es mal trotzdem;

    Niemand benutzt den Begriff „eGames“. Ich spiele seit ich 5 Jahre alt bin und bin noch die über diese Begriff gestolpert. Nennt es „Games“ oder „Videospiele“. Auch der Begriff „Default-Player“ existiert nicht. Wenn dann sagt man „Casuals“. Videospiele kosten nicht zwischen 60 und 120 Franken, sondern zwischen 60 und 80 Franken.

    Mikrotransaktionen wurden nicht -wie im Artikel beschrieben- durch den Battle Pass verbreitet und in den Mobile Markt gebracht; Es war genau umgekehrt. Mobile Games waren schon immer vollgepackt mit Mikrokontraktionen und das gab einen unglaublichen Umsatz. Siehe Spiele wie Clash of Clans etc. Dadurch ist sind diese Mikrotransaktionen in den AAA-Markt gekommen in Spielen von Ubisoft, EA, Activision etc. Der Battle Pass ist nur ein weiterer Ast der Mikrotransaktionen.

    Skins und andere Cosmetic’s in Videospielen schaffen dir auch kein Ansehen in diesen Spielen. Nur welche die man sich durch Skill erspielen musste. Jeder weiss, dass man sich Skins kaufen kann und somit findet diese auch keiner speziell. Ich habe auch noch nie erlebt, dass irgendjemand angefeindet wurde, weil er eben keinen hat.

    Und zu guter letzt das „V-Buck Manifest“. Was soll ich sagen? Dies ist einfach nur peinlich und wieder voller Fehler. Man wird kein Kind der Welt damit überzeugen können. Es ist etwa dasselbe als würde man seinem Kind Second-Hand Klamotten kaufen und ihm sagen „Die Kinder lachen nur weil sie neidisch sind“. Aber jetzt zu den Fehlern; Man kann sich die Dinge im Battle Pass nicht erspielen. Diese Cosmetic’s sind zum grössten Teil exklusiv in diesem Pass enthalten. Man erspielt sich auch Skill nicht. Skill ist deine Fähigkeit zu spielen.

    Ausserdem; Was ist schlimm daran, dass dein Kind sein Sackgeld für den Battle Pass ausgeben will? Das sollte doch ihm/ihr überlassen sein, solange es ihm/ihr Freude bereitet. Viel wichtiger ist Aufklärung über dieses Thema. Also Dinge wie „Wo fängt Glücksspiel an?“, „Sind diese Mikrotransaktionen zu teuer und es wirklich wert“ oder einfach über Suchtgefahr.

    Dieser Artikel wurde von Jemanden geschrieben der keine Ahnung von der Materie hat und sich anscheinend alles in 10 Minuten zusammenrecherchiert hat ohne mehrmals nachzuprüfen ob alles stimmt. Also bitte; Wenn ihr über solche Themen schreibt, lasst es Jemanden tun der Ahnung von Videospielen und dessen Kultur hat.

    1. Hallo Luca

      Wow, vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Du hast dich anscheinend sehr vertieft mit der Materie beschäftigt.
      Wir versuchen auf die einzelnen Punkte in deinem Kommentar einzugehen.

      Niemand benutzt den Begriff „eGames“.

      Vielen Dank für den Hinweis. Das «e» ist dort wirklich fehl am Platz.

      Auch der Begriff „Default-Player“ existiert nicht. Wenn dann sagt man „Casuals“.

      Der Begriff «Default» wird im Fortnite-Umfeld von jüngeren Spielern benutzt und bezeichnet Spieler, die mit dem Default-Skin spielen. Dass Du noch nicht mit dem Begriff in Berührung gekommen bist, heisst nicht, dass er nicht existiert und benutzt wird. Je nachdem wie alt Du bist, wirst Du mit ganz anderen Begriffen und kulturellen Werten in Berührung kommen. «Casual» ist ein übergeordneter Begriff, der per se nichts mit der Skin-Auswahl, sondern primär mit der Gaming-Zeit und -Intensität (und dem Interesse am Gamen) zu tun hat.

      Videospiele kosten nicht zwischen 60 und 120 Franken, sondern zwischen 60 und 80 Franken.

      Das stimmt so nicht. Grosse AAA-Titel erscheinen mittlerweile in 3-5 verschiedenen Versionen. Das neue «Assasin’s Creed: Valhalla» ist ein gutes Beispiel. Die «normale» Version kostet ca. 60-70 CHF (je nach Anbieter und Plattform). Die «Ultimate Edition» mit zusätzlichen Inhalten kostet rund 120 CHF. Und das ist ohne irgendwelche schönen physischen Sammlerstücke. Bei vielen AAA-Releases ist diese Versionierung mittlerweile die Regel, weshalb die Aussage «60-120 CHF» in diesem Fall korrekt ist.

      Mikrotransaktionen wurden nicht -wie im Artikel beschrieben- durch den Battle Pass verbreitet und in den Mobile Markt gebracht; Es war genau umgekehrt. Mobile Games waren schon immer vollgepackt mit Mikrokontraktionen und das gab einen unglaublichen Umsatz. Siehe Spiele wie Clash of Clans etc. Dadurch ist sind diese Mikrotransaktionen in den AAA-Markt gekommen in Spielen von Ubisoft, EA, Activision etc. Der Battle Pass ist nur ein weiterer Ast der Mikrotransaktionen.

      Da hast Du den Abschnitt ein bisschen falsch verstanden. Die Aussage ist: Battle Royale Games haben den Battle Pass auch bei anderen Genres popularisiert (und nicht «Battle Passes haben Micro-Transactions popularisiert»).

      Skins und andere Cosmetic’s in Videospielen schaffen dir auch kein Ansehen in diesen Spielen. Nur welche die man sich durch Skill erspielen musste. Jeder weiss, dass man sich Skins kaufen kann und somit findet diese auch keiner speziell. Ich habe auch noch nie erlebt, dass irgendjemand angefeindet wurde, weil er eben keinen hat.

      Gerne verweisen wir auf die Antwort zum ersten Punkt: Nur weil Du persönlich noch keine negativen Erfahrungen gemacht hast, heisst das nicht, dass diese nicht existieren.

      Aber jetzt zu den Fehlern; Man kann sich die Dinge im Battle Pass nicht erspielen. Diese Cosmetic’s sind zum grössten Teil exklusiv in diesem Pass enthalten. Man erspielt sich auch Skill nicht. Skill ist deine Fähigkeit zu spielen.

      Diese Korrektur verstehen wir leider nicht ganz. Wir reden hier wahrscheinlich vom selben. Die Skins, Emotes, Waffen, etc. in einem Battle Pass kann man sich erspielen. Vorausgesetzt man hat sich den Battle Pass gekauft.

      Ausserdem; Was ist schlimm daran, dass dein Kind sein Sackgeld für den Battle Pass ausgeben will? Das sollte doch ihm/ihr überlassen sein, solange es ihm/ihr Freude bereitet. Viel wichtiger ist Aufklärung über dieses Thema. Also Dinge wie „Wo fängt Glücksspiel an?“, „Sind diese Mikrotransaktionen zu teuer und es wirklich wert“ oder einfach über Suchtgefahr.

      Das sind tatsächlich wichtige Themen, die wir gerne in weiteren Artikeln aufgreifen werden.

      Vielen Dank für Dein Interesse am Artikel und dem Thema. Bitte beachte auch, dass sich der Artikel vor allem an Eltern richtet, die vielleicht nicht ganz verstehen was ihre Kinder spielen und wie Battle Passes funktionieren. Wenn gewisse Aspekte nicht sehr vertieft behandelt werden, liegt das in der Natur der Sache. Auf swisscom.ch/hero findest Du Inhalte, die vielleicht eher Deinem Wissensstand und Interesse entsprechen. Wir wünschen viel Spass beim Durchstöbern.

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