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Menschliche Nähe trotz Corona

Im Moment ist es für uns alle schwierig, mit unserem Umfeld den gewohnten Kontakt zu pflegen und einander nah zu sein. Wie es trotzdem möglich ist, von zuhause aus für Überraschungen und spezielle Momente zu sorgen, zeigt uns der Regisseur Lukas Maeder mit seinem berührenden Beitrag.

Die letzten drei Wochen verbrachte ich zuhause und musste zusehen, wie ein Auftrag nach dem anderen abgesagt wurde. Nicht nur wurde der Druck Geld zu verdienen immer grösser, auch die Laune wurde immer schlechter

Wir Selbständigen müssen uns immer wieder aufs Neue beweisen und auf Knopfdruck kreativ sein. Nur leider gelang mir dies in dieser doch sehr speziellen Zeit irgendwie gar nie mehr. Mein Kopf fühlte sich komplett leer an und ein Musenkuss schien meilenweit entfernt zu sein.

Regisseur Lukas Maeder hat im Corona-Lockdown nach Anfangsschwierigkeiten zu neuer Kreativität gefunden.

Dann kam der Karfreitag. Kurz vor dem Einschlafen geisterte plötzlich eine Idee für einen fiktiven Werbespot in meinem Kopf herum, den man online und mit einfachen Mitteln umsetzen könnte.

Der nächste Morgen kam und ein paar Kaffees später gelang es mir, was in meinem Kopf herumgeisterte auf Papier zu bringen. Die Idee: Jemanden per Videocall zum Geburtstag überraschen und dann schrittweise Freunde und Familie zuschalten, um die Überraschung noch grösser zu machen. Mein Konzept war einfach: Grosse Emotionen kurz und knackig zu rüberzubringen.

Die Suche nach dem fiktiven Vater

Als Regisseur sucht man oft lange nach einfachen Ideen, die für alles stehen können. Je länger ich daran arbeitete desto mehr wurde mir bewusst, dass die Idee funktionieren könnte. Dass es am Ende dann wirklich so gut herauskommen würde, hätte ich jedoch nicht gedacht.

Nachdem ich das Konzept grob skizziert hatte, wurde mir bewusst, dass ich jetzt schnell handeln musste, da ich wohl nicht der Einzige mit dieser Idee sein werde. Am Ostersamstag kurz nach Mittag habe ich damit begonnen, Freunde und Bekannte aus meinem näheren Umfeld anzurufen und diese von meiner Idee zu überzeugen. Das Briefing war sehr simpel: Die jeweiligen Protagonisten sollten zuhause im Dunkeln vor ihrem Laptop sitzen, ein Videoprogramm starten und mindestens fünf Sekunden im Dunkeln warten, bis sie eine Kerze anzünden und sich dann ganz fest freuen. Fast alle angefragten Personen waren sofort dabei.

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Die grösste Herausforderung war, das Video mit meinem fiktiven Vater aufzunehmen. Da mir die Zeit fehlte jemanden für die Rolle vom Sohn zu casten, habe ich beschlossen, diesen gleich selber zu spielen. Samstagabend im Dunkeln habe ich dann per Videocall meinem  «neuen» Vater zum Geburtstag gratuliert. Es war ein komisches Gefühl, hat aber bestens funktioniert und einige Takes später war auch dies im Kasten. Zeitgleich sind die ersten Videos von meinem Freunden per Mail bei mir eingetroffen.

Ein unerwartetes Ende

Am Morgen danach machte ich einen ersten Schnittentwurf und gab diesen meinem Cutter weiter, der den Spot am Ostersonntag zusammenschnitt. Sonntagabend, also knapp 24 Stunden nach dem Dreh, stand das Video. Eine fiktive Werbung sollte es werden, eine freie Arbeit für mein Regie-Portfolio. Doch die Geschichte ging weiter: Nachdem ich das Video am Montag meiner Produktionsfirma zeigte, haben wir beschlossen, es Swisscom zu zeigen. Und nun hat mein Plan erst richtig funktioniert. Darum ist mein Video nun auch hier zu sehen, was mich besonders freut, denn es hat nicht nur meinem Umfeld, sondern auch der Swisscom sehr gut gefallen.

Ich hoffe, damit nicht nur alle Kreativen, die aktuell zuhause sitzen, inspirieren zu können, sondern auch den einen oder anderen zu motivieren, seinen Liebsten mit dieser speziellen Geburtstagsüberraschung eine Freude zu machen.

Zu Lukas Maeder

Lukas Maeder ist 1987 am Zürichsee geboren. Als Fotograf und Regisseur ist er in der Lage, das Beste aus den Menschen vor der Kamera herauszuholen und Geschichten lebendig werden zu lassen. Stark von Musik und Sport beeinflusst, erfindet er sich immer wieder neu und experimentiert mit seiner Bildsprache, wobei er sich darauf konzentriert, die Story voranzubringen und seine Protagonisten glänzen zu lassen.

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