Was soll ich bloss schenken?
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Was soll ich bloss schenken?

Medienpädagogin Michèle Brogle und Jugendmedienschutz-Beauftragter der Swisscom, Michael In Albon stellen sich der schwierigen Frage: Was ist das perfekte, medienpädagogisch sinnvolle Geschenk für Kinder?

Kinder zu beschenken ist oft eine Gradwanderung zwischen dem, was sie sich wünschen und dem, was (medien-)pädagogisch sinnvoll wäre. Michèle Brogle und Michael In Albon stellen in der aktuellen  «Medienstark – Podcast um kompetente Mediennutzung» Episode ihre drei Geschenkfavoriten aus medienpädagogischer Perspektive vor.

Smart Four Connected

Michèles erste Geschenkempfehlung dieses Jahr ist das smarte 4-Gewinnt von Giiker. Das Spiel kann lokal von zwei Spielern als dreidimensionales 4-Gewinnt gespielt werden. Es besitzt aber auch eine Onlinefunktion, mit der man entweder gegen einen Roboter, oder aber gegen andere Spieler online antreten kann.

Altersempfehlung von Michèle: 10+

Preiskategorie: 2 von 5

Michèle Brogle

Michèle Brogle ist Primarschullehrerin und Mutter von zwei Buben im Alter von 10 und 13 Jahren. Die Medienpädagogin unterstützt Swisscom seit 5 Jahren in der Leitung von Medienkursen für Schüler, Eltern und Lehrer.

Smartphone

Von Kindern heissersehnt: das erste Smartphone. Auch dieses Jahr wird es das Handy wohl wieder in vielen Familien unter den Weihnachtsbaum schaffen. Gerade wenn es sich um das erste eigene Smartphone für das Kind handelt, empfiehlt Michael, erstmal ein altes Gerät zu verschenken. So kann das Kind zeigen, dass es verantwortlich damit umgehen kann. Tipp: Wenn das Handy-Abo mit dem Gerät weitergegeben wird, dann dies unbedingt dem Anbieter melden! Wird ein Abonnement von einem Kind verwendet, kann der Anbieter Zugriffe auf bestimmte Services sperren, damit das Kind nicht aus Versehen teure SMS-Services abschliesst. Möchten Sie als Eltern auf Nummer sicher gehen, dass auch pornografische oder gewalttätige Inhalte im Internet gesperrt sind, so können Sie das über die Einstellungen des Smartphones regeln, oder über das Angebot Internet Security von Swisscom.

Altersempfehlung von Michael: 12+

Preiskategorie: 4 von 5

Intelino

Intelino ist ein smarter Zug, der ab einem gewissen Alter den Einstieg ins Programmieren erleichtern soll. Michèle empfiehlt den Zug aber auch schon jüngeren Kindern, da er zum Beispiel mit Brio-Eisenbahnschienen kombiniert werden kann. So fungiert er bei jüngeren Kindern als «normale» Spielzeugeisenbahn. Der Zug wächst mit dem Kind mit. Es gibt Schienen, die dem Zug verschiedenste Befehle geben und er kann über eine App gesteuert werden. Ab dem Teenager-Alter kann das Kind mit dem Intelino erste Erfahrungen im Programmieren mit der Programmiersprache Scratch machen.

Altersempfehlung von Michèle: ab 3

Preiskategorie: 3 von 5

Smartphone-Schutzhülle

Kinder, die bereits ein Smartphone haben – oder aber mit dem alten Modell von Mami oder Papi nicht ganz so zufrieden sind, so der Tipp von Michael – freuen sich vielleicht über eine personalisierte Schutzhülle. Diverse Anbieter machen das Selbstgestalten eine Schutzhülle ganz einfach.

Altersempfehlung von Michael: 12+

Preiskategorie: 1 von 5

Oculus VR-Headset

Ein etwas teureres Geschenk – dafür aber vielleicht eins für die ganze Familie. Nach ihren eigenen Erfahrungen mit der VR-Brille von Facebook kann Michèle das Gerät für Familien empfehlen. Es gibt diverse Spiele in verschiedensten Schwierigkeitsstufen, die sich teils auch gemeinsam spielen lassen, in dem andere Mitspieler über ihr Handy am Spiel teilnehmen. Zu Bedenken gibt sie: Die Brille muss zwingend mit einem Facebook-Konto verknüpft sein und sammelt so Daten über das Nutzungsverhalten des Spielers. Michèle hat mit ihrer Familie jedoch einen simplen Trick: einfach ein neues Konto erstellen, das sonst nicht gebraucht wird, und mit der Brille verbinden. Zudem warnt sie, die Kinder langsam und erst ab einem gewissen Alter an die VR-Erfahrung heranzuführen. Das immersive Erlebnis macht auch einigen Erwachsenen zu schaffen und könnte gerade bei jüngeren Kindern verstörend wirken.

Altersempfehlung: 10+

Preiskategorie: 5 von 5

FIFA 22

Der Fussball-Simulator steht ganz sicher auf vielen Wunschlisten in diesem Winter. Im Vergleich zu vielen anderen gewalttätigen Spielen, können Eltern dieses Spiel auch jüngeren Gamern schenken. Neben dem bekannten Spielmodus, der die Hand-Augen-Koordination herausfordert, hat sich das Game über die Jahre immer mehr zu einem Strategie-Spiel entwickelt. Der Spieler muss sich gut überlegen welches Team er zusammenstellt und wie er mit diesem antritt. Doch genau bei diesem Spielmodus ist auch Vorsicht geboten, so Michael. Um die begehrten Teams zu erlangen, muss echtes Geld investiert werden und die Vergabe der In-Game-Spieler basiert auf dem Zufallsprinzip. Diese Mechanik erinnert stark an Glücksspiel und kann beim Spieler auch Ähnliches auslösen. Als Elternteil unbedingt gemeinsam mit den Kindern ausprobieren und regelmässig mit ihnen spielen. Das macht zudem Spass und gibt ein besseres Verständnis, für das was die Kinder so begeistert.

Altersempfehlung: 10+

Preiskategorie: 3 von 5

00:00:00 Intro

00:01:00 Smart 4 Connected

00:04:38 Smartphone

00:08:16 Smartphonehülle

00:09:57 Intelino

00:13:54 FIFA 22

00:18:19 Occulus VR-Brille

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